HDV-Forderung Eine flexiblere Ausbildung, bitte!

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Die Ausbildung soll sich ändern – das fordert die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV). Laut Jürgen Gangl, dem ersten Vorsitzenden der HDV und Direktor des Hotels Park Inn in Berlin, seien je nach Hoteltyp ganz unterschiedliche Qualitäten gefordert. Darauf müsse sich die Ausbildung in Inhalt und Umfang ausrichten.

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„Wir müssen die Ausbildung aus ihren alten Strukturen lösen und flexibler handhaben indem wir auf die gewandelten Verhältnisse in der Hotellerie eingehen“, sagte Jürgen Gangl bei einer Podiumsdiskussion auf der Intergastra in Stuttgart.

Ein Low-Budget-Hotel brauche ihm zufolge zum Beispiel mit seinen wenigen Dienstleistungen keine ausgebildeten Kellner, wohingegen ein Luxushotel hochqualifizierte Mitarbeiter benötige. Ein Designhotel wiederum fahre unter Umständen am besten mit Beschäftigten, die aus ganz anderen Branchen kämen. Die Ausbildung im Gastgewerbe, so Gangl, solle sich daher öffnen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dies berge die Chance, den Fachkräftemangel einzudämmen.

Auch habe sich das Verhältnis zwischen Ausbildungssuchenden und Arbeitgebern verkehrt. Heutzutage und künftig bewerbe sich der Betrieb um die jungen Leute und nicht umgekehrt. Das HDV-Gütesiegel „Exzellente Ausbildung“ nehme diese Entwicklung auf, indem es klar beschreibe, was der Ausbildungsbetrieb zu bieten habe.

Politik und IHK stärker in der Pflicht

Gangl machte sich zudem in der von Christian Buer, HDV-Mitglied und Professor für Hotel- und Restaurantmanagement an der Hochschule Heilbronn, moderierten Debatte dafür stark, die Politik und die IHK beim Thema Ausbildung stärker in die Pflicht zu nehmen. Zudem sei der Dehoga Bundesverband als politische Interessenvertretung der Branche gefordert.

Dessen Vertreterin, Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges, plädierte dafür, in Fragen der Ausbildung zusammenzuarbeiten. Sie stieß damit auf Zustimmung aller auf dem Podium vertretenen Verbände, neben dem HDV-Vorsitzenden der HSMA-Präsident Haakon Herbst sowie Udo Finkenwirth, Präsident der FBMA. „Ich freue mich auf einen Terminvorschlag von Frau Hartges“, so Gangl abschließend.

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