Alkoholfreie GetränkeGrün, gesund und gut

»Grüne Verführung«, »Green Dragon« oder »Grüner Gorilla«: So ungewöhnlich wie die Namen sind auch die Getränke selbst: Grüne Smoothies liegen voll im Trend. Wer hätte gedacht, dass Blattgemüse und Kräuter aus dem Mixer so gut schmecken können?

Anzeige

Es war 2004, als die in den USA lebende Russin Victoria Boutenko eine Entdeckung machte, die ihre Ernährungsweise und die zahlreicher Menschen verändern sollte. Nachdem ihre von Krankheiten geplagte Familie und sie sich jahrelang von Rohkost ernährt hatten, verbesserte sich zwar deren Gesundheitszustand, aber die Zufriedenheit und der Appetit ließen nach. Etwas anderes musste her. 

Auf der Suche nach einer abwechslungsreichen und zugleich gesunden Ernährung stieß sie auf des Menschen nächsten Verwandten: den Schimpansen. Zu 99,4 Prozent stimmen dessen Gene mit denen des Homo sapiens überein. So interessierte Victoria Boutenko vor allem die Ernährungsweise der Affen, die von Natur aus über ein starkes Immunsystem verfügen: überwiegend Früchte (50 %), Blattgemüse und Blüten (40 %), Insekten, Kerne, Rinde und Samen stehen auf deren Speiseplan.

Blattgemüse gibt Power

Wie gesund grünes Blattgemüse ist, weiß die Ernährungsberaterin Marianne Bender von Mobile Balance in Neuss: »Grün ist die Farbe des Lebens und das Lebendige im grünen Smoothie schmeckt man. Antioxidantien, Flavonoide, Phytosterine, Polyphenole, Carotinoide, das Chlorophyll – sie alle haben eine Wirkung in uns Menschen. Je mehr wirksame Substanzen wir durch unsere Nahrung aufnehmen, desto besser wird unser Immunsystem stimuliert.« Zudem enthalten die grünen Blätter viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe – weit mehr als herkömmliches Gemüse wie Rote Bete oder Karotten. Ein Kraftpaket also, das den Säure-Basen-Haushalt in Ordnung bringt, den Körper entgiftet und das Immunsystem stärkt. Einige Stoffe wirken darüber hinaus antikarzinogen und beugen Alterserscheinungen vor.
So gesund Grüngemüse auch ist, so unbekömmlich ist es in großen Mengen und kann vom Magen nicht gut verdaut werden. Zudem sind die Nährstoffe in den Zellwänden der Pflanzen eingelagert und können durch einfaches Kauen nur schwer freigesetzt werden – eine Vielzahl der Vitalstoffe geht dem Körper dadurch verloren. Grüngemüse muss dem Verdauungstrakt in flüssiger Form zugeführt werden, war Victoria Boutenkos Idee. Ein Mixer kam zum Einsatz, der die Zellstrukturen aufbricht und so die Nährstoffe aus den Pflanzenwänden freigibt.

Mix aus Gemüse und Obst

Jedoch war allein der Geruch ihres ersten Grüngemüse-Mixes unerträglich, Kanne um Kanne landete auf dem Kompost. Trotzdem wusste sie, dass sie auf der richtigen Spur war. Schließlich stieß sie auf ein Buch von Jane Goodall, in dem die Verhaltensforscherin davon berichtet, dass sie einen Schimpansen dabei beobachtet hatte, wie er ein Stück Obst in ein Blatt wickelte und das Ganze als Sandwich verspeiste. Da kam Victoria Boutenko auf die Idee, wie ihr grünes Getränk doch noch genießbar wird: Das Geheimnis liegt im Obst, das den herben Geschmack der im Grüngemüse enthaltenen Bitterstoffe neutralisiert und für den Gaumen erträglicher macht. So roch ihr erster Mix aus Bananen und Kohl nicht nur lecker, sondern schmeckte auch so und markierte zugleich den Startschuss für ein neues Trendgetränk: den grünen Smoothie.

Seitdem landen grüne Blätter von Kohl und Roter Bete, Karottengrün und Co. nicht mehr auf dem Kompost, sondern im Mixer. Auch Löwenzahn und Giersch, ja sogar Gänseblümchen stehen neuerdings auf dem Speiseplan. Radicchio, Spinat, Lauch, Petersilie, Spitzwegerich, Sauerampfer, Rucola, Blumenkohl, Rosmarin, Estragon … die Liste an möglichen Ingredienzen ließe sich noch beliebig lange fortsetzen. Grundsätzlich gilt: Alles, was grün und ­bekömmlich ist, kann als Zutat für den grünen Smoothie verwendet werden. Dadurch ergibt sich eine Vielfalt an Geschmacksvariationen und für den Gast ein abwechslungsreiches und gesundes Angebot am Frühstücksbuffet oder für unterwegs. Auch als »Schönmacher« im Wellnessbereich kann der grüne Smoothie den Gästen serviert werden.

Weltweiter Trend

In den USA hat die Ernährungsexpertin Kimberley Snyder das große Potenzial der grünen Smoothies ebenfalls erkannt und in Los Angeles eine eigene Saftbar eröffnet. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Drew Barrymore und Fergie. Ihr Bestseller für einen strahlenen Teint: Der »Glowing Green Smoothie«, in dem Römersalat, Stangensellerie und Spinat mit Apfel, Birne und Zitrone ­vermischt werden.

Das grüne Trendgetränk, das auch als kleine Mahlzeit für zwischendurch geeignet ist, lässt sich schnell und einfach mixen: Je nach Belieben kann das Verhältnis von Gemüse und Obst zwischen 50:50 oder 60:40 variieren. Für die gewünschte Konsistenz – dünn- oder eher dickflüssig – kann dem Mix mehr oder weniger Wasser, als Alternative auch Orangensaft oder Kokoswasser beigemischt werden. Um dem Trendgetränk noch eine besondere geschmackliche Note zu verleihen, kann der Smoothie mit Ingwer, Zimt, Chili oder Pfefferminz verfeinert werden. Der Fantasie sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt.

 

Diesen Beitrag teilen: Facebook Twitter More...

Anzeige