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Green Sign PodiumsdiskussionNachhaltigkeit in der Hotellerie

Otto Lindner – Vorstand, Lindner Hotels

Bild: www.nicolezimmermann.de (Bild: Bild: www.nicolezimmermann.de)

Green Sign: Herr Lindner, vor einem Jahr haben Sie für alle von Green Sign zertifizierten Häuser Level 4 erreicht. Verraten Sie uns, wie Sie es schaffen, Ihren nachhaltigen Spirit auf alle Häuser zu übertragen? Insbesondere wie Sie alle Mitarbeiter ins Boot holen, so dass auch der Gast die nachhaltige Einstellung im Hotel spüren kann?

Otto Lindner: Dafür kann ich kein Geheimrezept verraten. Ich denke, wir als Familienunternehmen leben die Grundeinstellung, sie ist quasi die DNA aller unserer Werte. Jeder unserer Mitarbeiter ist sich dabei ebenso seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt und den nachfolgenden Generationen bewusst wie wir. Zudem haben wir als Familienunternehmen seither eine offene und ehrliche Unternehmenskultur, die das gemeinsame Erreichen von Zielen in den Mittelpunkt stellt. Bei einem internen Ideenwettbewerb haben unsere Mitarbeiter einige Ideen für Nachhaltigkeitsmaßnahmen eingereicht, die wir anschließend in den Hotels umgesetzt haben. Diese Form der Partizipation ist sicher auch eine sehr wichtige Motivation.

Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Luxus ohne Komfortverzicht vereinbaren?

Zwischen Nachhaltigkeit und Komfort sehe ich keinen direkten Widerspruch. Vernünftiges Verhalten muss nicht „wehtun“, bedeutet keinen Verzicht und sollte nicht durch Verbote durchgesetzt werden. Wenn man mit Augenmaß entscheidet und sinnvolle Lösungen sucht, kann man beides sehr gut vereinen. Und wir schreiben den Gästen keinen Verzicht vor, sondern bieten ihnen Alternativen an, die sinnvollerweise von uns auch mit ökonomischen Anreizen verbunden werden. So können sie beispielweise selbst entscheiden, ob sie jeden Tag das Zimmer gereinigt und neue Bettwäsche oder Handtücher wünschen. Das bieten wir an, um den Verbrauch von Wasser, Energie und Reinigungsmittel zu reduzieren, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Und sieht ein Frühstücksbuffet mit frischen Waren in kleinen Portionen nicht ansprechender aus als mit vielen kleinen Plastikverpackungen oder riesigen Schüsseln?

Zu Ihrer Zielgruppe zählen unter anderem Geschäftsreisende. Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit im Tagungsbereich?

Viele Firmen und Bucher sagen zwar, dass ihnen Nachhaltigkeit sehr wichtig sei. Das ist aber heutzutage kein entscheidendes Buchungskriterium mehr, da die Vielzahl der Hotels sich entsprechend verhalten und es zur Basisleistung des Hotels geworden ist.

Was ist Ihre Vision für die nächsten fünf Jahre im Bereich Nachhaltigkeit in der Hotellerie?

Dass die Tourismusbranche beim Thema Nachhaltigkeit an einem Strang zieht und kein unsinniger Wettbewerb mit besser versus schlechter geführt wird. Die guten Ideen der Branche sollte für alle verfügbar sein, denn wir alle sind persönlich und wirtschaftlich davon abhängig, dass man weiterhin mit Freude und ohne schlechtes Gewissen reisen kann. Deshalb ist es auch sinnvoll, dafür zu sorgen, dass nachhaltige Produkte und andere Maßnahmen, um CO2 zu reduzieren, nicht zu höheren Betriebskosten führen. Denn zu Nachhaltigkeit gehört neben dem ökologischen Gedanken auch der ökonomische Gesichtspunkt.

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