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StartPeople & BrandsGoran Morović im Interview::"Ich habe oft unkonventionelle Ideen"

Goran Morović im Interview"Ich habe oft unkonventionelle Ideen"

Goran Morović, Inhaber des Luxushotels Villa Nai 3.3 auf der kroatischen Insel Dugi Otok und mehrfach prämierter Olivenöl-Produzent, über die Neudefinition der kroatischen Luxushotellerie, den Stellenwert guter Bausubstanz und die Liebe zum Olivenöl.

Herr Morović, wie entstand die Idee zur Villa Nai 3.3?

Goran Morović: Alles begann damit, dass mein Vater mir einen Teil des Grundstücks auf Dugi Otok schenkte. Doch es gab Schwierigkeiten mit der Grenze des Grundstücks. Mein Anwalt empfahl uns als schnellste Lösung, das Land auf der anderen Seite der Grenze zu kaufen. Ich entschied, nicht nur dieses Stück Land, sondern noch zwei weitere Grundstücke zu erwerben. Denn zwischenzeitlich war die Vision entstanden, ein außergewöhnliches Anwesen zu schaffen mit eigener Olivenmühle, einem Verkostungsraum und exklusiven Zimmern, alles unter einem Dach.

Wer war an der Planung beteiligt und gab es Schwierigkeiten mit der Genehmigung?

Mit dem Projekt beauftragten wir den bekannten kroatischen Architekten Nikola Basic. Es war nicht leicht, die Genehmigung des Staates für das Projekt zu bekommen, da unsere Pläne so ungewöhnlich waren. Aber ich habe oft unkonventionelle Ideen und meine Erfahrung ist, dass der Weg dahin einem Tunnel ähnelt: es ist dunkel, aber am Ende gibt es immer ein Licht.

Nach welchen Kriterien wurden die Materialien zum Bau ausgewählt?

Das Hotelgebäude sollte sich in die bereits vorhandene Umgebung einfügen, mit konstruierten Details und unter Verwendung bester Materialien in ihrer jeweiligen Kategorie. Ich bin Bauingenieur und habe in den letzten 30 Jahren versucht, meine Kunden davon zu überzeugen, dass sie ein gutes und kein billiges Haus bauen sollten – leider meist erfolglos. Bei diesem Projekt war mein erklärtes Ziel, ein „gutes Haus“ mit entsprechend hochwertigen Materialien zu bauen. Ich wollte, dass es die bestmögliche Qualität zu einem vernünftigen Preis ist.

Wie schafften Sie es, die Landschaft durch den Bau kaum zu verändern?

Wir wollen so wenig wie möglich in die Natur eingreifen. Deshalb haben wir den benötigten Beton aus dem Stein hergestellt, der beim Aushub angefallen ist. Wir zerkleinerten ihn und trennten ihn vor Ort. Aufgrund der Isolierung sollte mit kleinstmöglichem Aushub gebaut werden. Geschaffen haben wir Zimmer, die vollständig im Inneren des Hügels eingebettet sind. Das Hotelgebäude selbst hat keine einzige Ecke, was sich auch in den Innenräumen weiter fortsetzt.

Welche Hersteller wählten Sie für den Ausbau und die Einrichtung?

Die Ausstattung sollte dasselbe Niveau haben wie das gesamte Anwesen. Beispielsweise verwendeten wir die gleiche Hydroisolierung, die auch im Gotthardtunnel in der Schweiz zum Einsatz gekommen ist. Die Inneneinrichtung wurde von Giorgetti, dem führenden italienischen Möbelhersteller, entwickelt. Fehlende Elemente wurden von meinen Ingenieuren bei Mark-ING entsprechend entwickelt. Unsere Bäder stammen von der italienischen Marke Agape, die Fenster von einem österreichischen Ehepaar, dessen Marke über 100 Jahre alt ist und das zu den besten europäischen Herstellern von Türen und Fenstern zählt.

Über welche Fläche erstreckt sich das Anwesen?

Die Villa Nai 3.3 befindet sich auf einem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück. Da wir nur acht Zimmer und Suiten haben, stehen unseren Gästen also pro Zimmer 5.000 Quadratmeter zur Verfügung. Das geht weit über den üblichen Standard hinaus und ist perfekt für Gäste, die viel Wert auf Privatsphäre legen.

Sie bewirtschaften zusätzlich einen Olivenhain. Wie kam es dazu?

Der Name meiner Familie taucht erstmals 1607 in den Kirchenbüchern meiner Großmutter auf. Seitdem hat sich die Oliventradition fortgesetzt. Meine Familie hatte immer zwei Dinge: Olivenbäume und Wein. Auf unserem Grundstück haben wir 1.000 Olivenbäume: 30 Prozent davon gehörten bereits meinen Urgroßeltern, 70 Prozent haben wir in den letzten 15 Jahren gepflanzt. Schon als Kind habe ich immer meine Großmutter auf der Insel besucht, wir fuhren jede Ferien nach Dugi Otok. Vor etwa 15 Jahren begannen wir, ernsthaft Olivenöl zu produzieren. Wir bauen kroatische Sorten an einem Hang an und italienische und französische Sorten am anderen. Auf diese Weise verfügen wir über die meisten mediterranen Olivensorten, abgesehen von griechischen und spanischen.

Hat der Name „Villa Nai“ eine besondere Bedeutung?

Er ist von der altdalmatinischen Sprache inspiriert. Diese wurde an der kroatischen Küste gesprochen – auf dem Festland und auf den Inseln. ‚Na’i bedeutet Schnee. Schnee ist für den Olivenbaum lebenswichtig, denn wenn Schnee fällt, verschwindet das Ungeziefer. So müssen wir die Bäume nicht spritzen und erhalten ein rein ökologisches Produkt. Vor 100 Jahren schneite es auf Dugi Otok durchschnittlich 3,3 Tage, dies ließen wir ebenfalls in den Namen einfließen. Unser Logo erinnert an einen Olivenbaum mit Schneeflocken.

Wie überprüfen Sie die Qualität ihres Olivenöls?

Wir schicken regelmäßig Proben unserer Öle in die Schweiz, um zertifizieren zu lassen, dass wir ein rein ökologisches Produkt herstellen. Das Schweizer Labor kann 150 Gifte im Olivenöl nachweisen, aber unser Olivenöl kommt jedes Jahr mit dem hervorragenden Ergebnis „nichts gefunden“ zurück. Unsere erste Medaille gewannen wir 2016 in Japan, gefolgt von einer in Mailand im selben Jahr. Seitdem haben wir jedes Jahr eine Auszeichnung erhalten.


Über Villa Nai 3.3

Das luxuriöse Hotel Villa Nai 3.3 liegt nahe dem Dorf Zman auf der norddalmatinischen Insel Dugi Otok und ist Mitglied bei den Leading Hotels of the World. Die acht Zimmer und Suiten können die Gästen sowohl einzeln buchen, daneben besteht aber auch die Möglichkeit, das komplette Anwesen zu mieten. Zwei Restaurants bieten den Gästen Kulinarik mit regionalen Produkten. Zum Gelände gehört eine Olivenmühle, in der bereits prämiertes Olivenöl hergestellt wird.

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