GM das Le Royal Monceau Raffles Paris Heute Toskana, morgen Paris

Und wieder einmal zeigt sich, wie schnelllebig die Hotellerie ist: Eigentlich hätten wir Aaron Kaupp an dieser Stelle in seinem neuen Haus vorstellen müssen, denn ab März leitet der GM das Le Royal Monceau Raffles Paris. Doch im Dezember, als unsere Autorin Manuela Blisse den Deutschen in Florenz traf, hatte er sich noch ganz auf die Renovierung des Belmond Villa San Michele konzentriert – erst danach wurde Paris zum Thema.

Anzeige

In den bewaldeten Hügeln oberhalb von Florenz thront die Villa San Michele. Im 15. Jahrhundert als Kloster erbaut, wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude von der Belmond Gruppe, zu der insgesamt sechs Häuser in Italien gehören, als klassisches Grand Hotel betrieben. Die intern verwendete Beschreibung, »einer der romantischsten Orte der Welt« zu sein, trifft auf die terrassenförmig angelegte Hotelanlage mit ihren mittelalterlichen Fresken, welche jüngst freigelegt wurden, und die Fassade, die von Michelangelo gestaltet worden sein soll, absolut zu. Die Geschicke des Hauses lenkte seit Februar 2014 der gebürtige Düsseldorfer Aaron Kaupp.
Wie viele Häuser in der Toskana ist auch die Villa San Michele im Winter geschlossen. Vergangenes Jahr wurde während dieser Zeit der große Saal für Veranstaltungen und Meetings zur Baustelle erklärt. »Jetzt werden zehn Zimmer renoviert«, sagt der zwischenzeitlich als Bauleiter fungierende Kaupp. Ab März beginnt die Vorbereitung für die Saison. Bis zu 110 Personen arbeiten dann in dem Fünf-Sterne-Haus. Während der Schließung  wird die Mannschaft auf ein Zehntel heruntergefahren. Auch Aaron Kaupp hat in dieser Zeit teilweise Urlaub genommen. Weihnachten und den Jahreswechsel verbrachte er in Thailand.
In seiner Vita finden sich vor allem Stationen in Afrika und Florenz. Sein Vater, erzählt er, sei auf dem schwarzen Kontinent in der Zucker- und Reisindustrie tätig gewesen. »Ich habe Businessmanagement studiert und nach dem Studium in der Firma meines Vaters in Accra, der Hauptstadt Ghanas, gearbeitet. Doch ich habe gemerkt, dass das nichts für mich ist«, sagt der 42-Jährige, der in der Schweiz zur Schule gegangen ist und in Los Angeles die Universität besucht hat. Durch seine reisefreudigen Eltern lernte Aaron Kaupp schon als Kind luxuriöse Hotels kennen. Die Leidenschaft dafür blieb und so lag es für ihn auf der Hand, beruflich in diese Welt einzusteigen. Erste Station war das Golden Tulip Hotel in Accra, wo er Ende der 1990er-Jahre für ein Jahr als Assistent des Rooms Division Managers sowie des Banqueting Managers arbeitete. In Italien wollte er eigentlich nur einen einmonatigen Sprachkurs absolvieren, doch dann kam alles anders: »Ich bin in Florenz hängengeblieben«, sagt Kaupp. Mit Ausnahme von fünf Jahren als GM im Palazzo Sasso in Ravello an der Amalfiküste und zwei Jahren im Armani Hotel in Mailand hat er der Hauptstadt der Toskana seit 1999 die Treue gehalten.

Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here