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Start Business & Management Allgemein Geschäftszahlen Holiday Check Group: Deutliche Einbußen in den ersten neun Monaten

Geschäftszahlen Holiday Check Group Deutliche Einbußen in den ersten neun Monaten

Die Holiday Check Group hat ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate vorgelegt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahlen sind deutlich zu erkennen: So kam es in den ersten neun Monaten zu einem erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang der Gruppe.

Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen vieler Länder haben die Nachfrage nach Urlaubsreisen in den ersten neun Monaten 2020 stark einbrechen lassen, wie das Unternehmen weiter mitteilt. Es mussten zahlreiche im Jahr 2019 und in den ersten neun Monaten 2020 gebuchte und für das laufende Jahr geplante Reisen wieder storniert werden. „Dies führte zu einem erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang in den ersten neun Monaten 2020“, heißt es weiter.

Nachdem die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder Mitte Juni 2020 aufgehoben war, konnte das Unternehmen im dritten Quartal 2020 vorübergehend eine spürbare Erholung der Nachfrage feststellen, insbesondere nach Hotels mit eigener Anreise, aber auch nach Pauschalreisen. Die Nachfrage, insbesondere nach Pauschalreisen, sei aber deutlich unter Vorkrisenniveau.

Umsatz und Bruttomarge sinken

Aufgrund der vielfältigen durch Corona bedingten Effekte hat sich die Gesellschaft dazu entschieden, die Finanzkennzahlen für die ersten neun Monate 2020 um wesentliche periodenfremde Effekte zu bereinigen. So hat das Unternehmen abgegrenzte Umsätze aus dem Jahr 2019 bereinigt sowie direkt zusammenhängende Kosten für Reisen, die für das laufende Jahr geplant waren und für die eine Stornierung stattfand oder erwartet wird.

Konkret erzielte die Holiday Check Group einen Umsatz in den ersten neun Monaten in Höhe von 11,2 Millionen Euro nach 103,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz des dritten Quartals 2020 belief sich auf 13 Millionen Euro nach 34,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Bruttomarge der ersten neun Monate belief sich auf sechs Millionen Euro nach 103,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Bruttomarge des dritten Quartals belief sich auf 9,5 Millionen Euro nach 34,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Bruttomarge wird definiert als Umsatzerlöse abzüglich COGS (costs of goods sold – Einkauf von Reisevorleistungen, wie Aufwendungen für Hotels, Flüge und Transferdienstleistungen, durch den eigenen Veranstalter HC Touristik).

EBITDA mit Minus, operatives EBITDA im dritten Quartal verbessert

Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) belief sich in den ersten neun Monaten auf -33,0 Millionen Euro nach 4,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA belief sich in den ersten neun Monaten 2020 auf -23,1 Millionen Euro.

Das EBITDA des dritten Quartals belief sich auf -0,7 Millionen Euro nach -0,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Das operative EBITDA (operatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) belief sich in den ersten neun Monaten auf -31,0 Millionen Euro nach 4,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative EBITDA belief sich in den ersten neun Monaten auf -21,1 Millionen Euro.

Das operative EBITDA des dritten Quartals verbesserte sich auf 0,8 Millionen Euro nach -0,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Konzernergebnis drittes Quartal verbessert

Das Konzernergebnis fortzuführender Geschäftsbereiche belief sich in den ersten neun Monaten auf -34,7 Millionen Euro nach -2,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Konzernergebnis belief sich in den ersten neun Monaten 2020 auf -24,8 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis fortzuführender Geschäftsbereiche des dritten Quartals verbesserte sich auf 1,3 Millionen Euro nach -2,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Als wesentlichen Grund dafür nennt die Gruppe, dass die Holiday Check AG aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet hat.

Liquidität verbessert, Einspar-Maßnahmen beginnen zu wirken

Die liquiden Mittel zum 30. September 2020 beliefen sich auf 44,6 Millionen Euro nach 27,5 Millionen Euro zum 31. Dezember 2019. Dies begründet sich laut dem Unternehmen im Wesentlichen in dem Ziehen bestehender Betriebsmittellinien in Höhe von rund 14,8 Millionen Euro im 1. Quartal sowie von Covid+ Krediten in der Schweiz in Höhe von 13,3 Millionen Euro im 3. Quartal.

Zudem hätten sich die zugeflossenen Verkaufserlöse der niederländischen Aktivitäten in Höhe von 14,4 Millionen Euro ebenfalls positiv auf die Liquidität ausgewirkt. Die Gruppe prüft außerdem zusätzliche, längerfristige Finanzierungsoptionen.

So trennte sich die Gruppe von Tochterunternehmen in den Niederlanden. Sie erzielten insgesamt einen Verkaufserlös von rund 14,9 Millionen Euro. Damit zog sich die Gruppe komplett aus dem niederländischen Markt zurück.

Um der Situation aufgrund der Pandemie Rechnung zu tragen und die Liquidität zu schonen hatte die Gruppe in den zurückliegenden Monaten umfassende Einsparmaßnahmen in allen Kostenbereichen in die Wege geleitet. Diese entfalten laut Unternehmen allmählich ihre Wirkung. Dazu zählt der im August gemeldete und zwischenzeitlich umgesetzte Abbau von rund 90 Arbeitsplätzen.

Schwierige Marktbedingungen bleiben erst einmal

Angesichts der wieder weltweit stark steigenden Covid-19-Infektionszahlen, den damit einhergehenden Reisewarnungen sowie den aktuell geltenden Beherbergungsverboten in Deutschland, geht der Vorstand davon aus, dass die Nachfrage nach Urlaubsreisen und dabei insbesondere nach Pauschalreisen auch im weiteren Jahresverlauf sehr verhalten bleiben wird. Darüber hinaus ist mit Buchungsschwankungen in Abhängigkeit von regionalen Covid-19-Ausbrüchen in den Zielgebieten zu rechnen.

Außerdem geht das Unternehmen davon aus, dass Kunden weiterhin dazu neigen werden, kurzfristig zu buchen. Auch erwartet es eine anhaltende Marktbereinigung des Wettbewerbsumfelds, vor allem unter stationären Reisebüros.

„Eine deutlichere Belebung der Nachfrage ist erst mit Vorliegen eines Impfstoffs zu erwarten. Gleichwohl ist eine stetige allmähliche Nachfrageerholung in gewissem Umfang vorstellbar“, heißt es weiter. Langfristig schätzt der Vorstand den Markt für Urlaubsreisen als nach wie vor attraktiven Markt mit guten Wachstumsperspektiven ein.

Umfangreiche Maßnahmen in der Umsetzung

Die Gruppe stelle sich durch umfangreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung der Unternehmenskosten und Schonung der vorhandenen Liquidität bestmöglich auf das Szenario ein. Dazu zählt der bereits umgesetzte Abbau von rund 90 Arbeitsplätzen. Darüber hinaus wurden alle Kostenpositionen einer eingehenden Prüfung unterzogen, um nachhaltige Einsparpotenziale zu realisieren. Zudem würden die Marketingkosten weiterhin flexibel der jeweiligen Nachfragesituation angepasst.

Ausblick nicht möglich

Aufgrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im Reisemarkt sei weiterhin keine Umsatz- und Ergebnisprognose möglich, weshalb die im März 2020 abgegebene Guidance unverändert ihre Gültigkeit behalte, so die Gruppe. Diese geht für das Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr von einem erheblichen Rückgang der Bruttomarge (Umsatzerlöse abzüglich COGS/Reisevorleistungen), bereinigt um Beteiligungszukäufe und -verkäufe sowie von einem deutlich negativen operativen EBITDA aus.

 

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