Geschäftsbeziehungen von Onlineplattformen zu gewerblichen AnbieternHotrec erfreut über Parlamentsenscheidung

Der europäische Dachverband des Gaststättenwesens Hotrec heißt eine neuerliche Entscheidung des Europäischen Parlament gut. Dieses verabschiedete kürzlich Veränderungen am Verordnungsvorschlag der Kommission zu den Geschäftsbeziehungen von Online-Plattformen zu gewerblichen Anbietern.

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Hotrec hoffe nun auf eine reibungslose Kompromissfindung in einigen noch offenen Punkten und auf die baldige Annahme der Verordnung, heißt es in einer Mitteilung. Die Verordnung solle auch dem europäischen Gastgewerbe mehr Fairness und Transparenz “in den Beziehungen zu den oft dominanten Onlineportalen bringen”. Und weiter: “Hotrec hält es für wichtig, dass einige wichtige Divergenzen zwischen den Positionen der europäischen Institutionen noch weiter aufeinander abgestimmt werden.”

Diese sind laut dem Verband:

  • Es bedarf noch mehr Klarheit über die Anwendbarkeit der Verordnung auf Vertragsbedingungen, die zumindest teilweise hätten ausgehandelt werden können, wie vom Parlament zu Recht vorgeschlagen. Diese Verträge sollten allgemein von der Regulierung erfasst werden, um Entscheidungen von Fall zu Fall zu vermeiden.
  • Der Vorschlag des Parlaments, die Transparenz auch über die weiteren Vertriebskanäle von Plattformen (z.B. über sogenannte Affiliate-Partner) zu erhöhen, sollte sich im endgültigen Text widerspiegeln.
  • Der vom Parlament vorgeschlagene stärkere Schutz der Rechte am geistigen Eigentum sollte als ein Schritt zu einem besseren Markenschutz von Unternehmen auf Online-Marktplätzen aufgegriffen werden.
  • Bei der Behandlung von Beschwerden sollte es, wie vom Rat gefordert, mehr objektive Kriterien geben, damit eine faire Behandlung aller Beschwerden von Geschäftspartnern möglich wird.

„Hotrec betrachtet die vom Rat und vom Europäischen Parlament eingeschlagene Richtung als wichtigen Schritt hin zu mehr Fairness und Transparenz bei der Gestaltung von Geschäftsbeziehungen mit Plattformen. Im online vermittelten Hotelbuchungsmarkt kontrolliert derzeit eine Plattform zwei Drittel des Marktes und über 90 Prozent zusammen mit zwei anderen Akteuren. Diese Dominanz hat zu unlauteren Praktiken auf den Märkten geführt, die mit der auf den Weg gebrachten Verordnung zu Recht angegangen werden “ , erklärte Markus Luthe, Vorsitzender von Hotrecs Task Force Distribution. „Wir haben das Bewusstsein der EU-Institutionen für die wachsende Abhängigkeit von Hotellerie und Gastronomie von Onlineplattformen erfolgreich schärfen können“ , so Christian de Barrin, Hotrec-CEO.

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