Gastkommentar Wandel braucht Sparring

Change-Management (Bild: Pixabay)

„Das brauchen wir nicht, das haben wir immer schon so gemacht.“ Ist ein Satz, der leider oftmals symptomatisch für die Innovationsfreude mancher Hoteliers in Deutschland steht. Wie ein Change-Prozess eingeleitet werden kann, erklärt Kristof Roemer (Guestline) in einem Gastkommentar.

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Natürlich gibt es viele Hotelinhaber, die mit der Zeit gehen, die ihr Hotel modernisieren und es vor allem digitalisieren. Aber in uns allen steckt der innere Schweinehund, der sich – mal mehr, mal weniger – die gute, alte Zeit zurückwünscht. Nun, wir alle wissen, nichts wird mehr werden wie vor 15 Jahren. Hören wir also auf, verstohlen neidvolle Blicke in Richtung des regelmäßig ausgebuchten Hotels auf der anderen Straßenseite zu werfen. Es ist höchste Zeit selber aktiv zu werden, anstatt weiter auf dem eigenen Status quo zu beharren!

Veränderung erfordert Mut: Mut, die Dinge anzupacken. Veränderung erfordert aber auch eine neue Denke und das Eingeständnis, das es da draußen Experten gibt, die einem bei dem Schritt in die digitale Zukunft des Hotelbetriebs helfen können, ohne alles von jetzt auf gleich auf den Kopf stellen zu müssen.

Hoteliers können nicht der Experte für jeden neuen digitalen Service oder jede Buchungsplattform sein. Müssen sie auch nicht. Aber sie sollen und sie müssen die Oberhand behalten und mit der richtigen, partnerschaftlichen Begleitung den Wandel selber kontrollieren und sich nicht von ihm kontrollieren lassen.

Damit das gelingen kann, brauchen Hoteliers Sparringspartner, die einen Change-Prozess nach den Wünschen und Bedürfnissen des Hotels anstoßen. Die dabei helfen, die Infrastruktur zu vereinfachen, die technische Entwicklungen entmystifizieren, Kanäle zu bündeln, neue Zielgruppen zu erschließen. Die ganz einfach dafür sorgen, dass die Hotels mit dem Buchungsverhalten der Gäste Schritt halten können.

Am Anfang eines Change-Prozesses steht daher immer die ehrliche Situationsanalyse: Was ist vorhanden und was wird benötigt. Eben hier ist es wichtig, den Impuls von außen auch zuzulassen. Es ist die Definition eines Anforderungskatalogs, der nicht nur die kurzfristige Reaktion auf Marktgegebenheiten, sondern die langfristige Festigung der betriebswirtschaftlichen Perspektive abbildet. Hier wird es oft schwierig. Denn beispielsweise das Herzstück der Hotelsoftware, das PMS, tauscht niemand ad hoc aus. Es fällt oft leichter, eine weitere Teillösung zu lizensieren, um das Gesamtbild scheinbar zu komplettieren. Aber natürlich ist das eben nicht der Mut eines Change-Prozesses, sondern eher eine Lebensverlängerte Maßnahme. Wer sich jedoch mit dem wirklichen Anforderungsprofil – jetzt und dem der Zukunft – auseinandersetzt, der lernt sich, seinen Betrieb, seinen Gast und die sich bietenden Möglichkeiten ganz neu kennen. Und damit ist nicht nur der Anfang, sondern auch der wichtigste Schritt bereits gemacht.

Gastbeitrag von: Kristof Roemer, Managing Director Germany bei Guestline. Zuvor besetzte er leitende Positionen im Vertrieb bei führenden Technologie- und Gastronomieunternehmen, darunter Sabre, TrustYou, Marriott, Hyatt und IHG. Roemer hat über 20 Jahre Erfahrung in der Tourismusbranche.

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