Gastbeitrag Dem Revenue Management stehen goldene Zwanziger Jahre bevor

pixabay

Das vergangene Jahrzehnt hat die gesamte Hotelbranche durch neue disruptive Geschäftsmodelle stark verändert. Was jetzt gebraucht wird, sind Vision, Strategie und Mut. Dann blühen dem Revenue Management goldene Zwanziger Jahre. Ein Gastbeitrag von Klaus Kohlmayr, IDeaS Revenue Solutions.

Anzeige

Ob es uns gefällt oder nicht, die Allgegenwart von Technologie beeinflusst weiterhin so ziemlich jede Entscheidung, die wir treffen, von intelligenten Autos und Smartphone-Apps bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Dabei fangen wir gerade erst an zu verstehen, welche Wirkung Daten auf unser tägliches Leben haben. Wir werden immer mehr eins mit der Technologie. Ein Prozess, der durch die gigantischen Datenmengen, die gesammelt werden, angetrieben wird.

Im vergangenen Jahr bin ich bei all meinen Reisen und Gesprächen mit Hoteliers, Großkunden, Technologen, Data Scientists und anderen Experten zu zwei wichtigen Schlussfolgerungen für das Jahr 2020 gekommen: Erstens ist die kontinuierliche Beschleunigung von Innovation nicht aufzuhalten, und zweitens treten wir jetzt in das goldene Zeitalter des Revenue Managements ein.

Die Hoteltechnologie kommt gerade erst richtig Schwung

Langfristig werden Hotels zu Hauptzielen im Rennen um die schnelle Erfüllung von individuellen Wünschen. Ein großartiges Beispiel ist die Ausweitung des Internet of Things. Hotels werden zu vernetzten Knotenpunkten werden, an denen alle Geräte miteinander kommunizieren werden. Das Endergebnis wird, wenn es richtig und sicher gemacht wird, verschwendete Energie reduzieren und die Produktivität mit der Zeit erhöhen.

Ja, Innovation scheint sich mit Lichtgeschwindigkeit zu vollziehen. Ohne eine Kristallkugel, in der wir die Zukunft sehen können, ist das beste, man versucht, mit den Trends Schritt halten, wobei wir uns aufmerksam Unternehmen anschauen sollten, die näher am ultimativen Gästeerlebnis sind.

Jedes Unternehmen ist heute ein Datenunternehmen

“Mit großen Daten kommt große Verantwortung.” – Nichts ist heute näher an der Wahrheit. Natürlich hat der Satz für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutung, und seit mehr als zehn Jahren ist Big Data das Thema von Berichten über große Daten- und Sicherheitsfirmen im Gesundheitswesen, im Finanz- und Versicherungswesen.

Auch im Gastgewerbe beginnen wir zu sehen, wie riesige Datenmengen gesammelt, verarbeitet und verwaltet werden. Hilton kommentierte kürzlich, dass sie jeden Tag eine Milliarde Datenpunkte sammeln. Die heutigen Revenue Leader müssen die gestiegene Verantwortung für ihre Geschäftsentscheidungen meistern. Die Anbieter von Revenue-Management-Systemen wiederum sind dafür verantwortlich, automatisierte Preisentscheidungen zu treffen, denen die Benutzer vertrauen können.

Im Grunde genommen ist jedes Unternehmen heute in erster Linie ein Datenunternehmen, das die Technologie nutzt, um die Daten in Entscheidungen umzusetzen. Strategisch gesehen wird jedes Unternehmen, das nicht in die richtigen Technologiekomponenten investiert, um eine echtzeitnahe Entscheidungsfindung zu ermöglichen, letztendlich irrelevant werden.

Traditionelle KPIs verlieren Dominanz. Optimierung des Gesamtgewinns immer wichtiger

Die jüngsten vielfältigen Investitionen in den Online-Vertrieb von Gruppenbuchungen und Tagungsgeschäft haben das Revenue Management für diese Bereiche in den Fokus gerückt. Bei dieser Entwicklung sehen wir, dass die Revenue-Verantwortlichen ihre Aufmerksamkeit auch in Zukunft auf alle Einnahmequellen eines Hotels richten, nicht nur auf die Verwaltung von Gästezimmern.

Die Fokussierung auf profitable Einnahmen wird zunehmend entscheidend sein, besonders in Zeiten erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit. Mit dem Verlagern von Services und Technologie in die Cloud werden die Barrieren für die gemeinsame Nutzung von Daten beseitigt und endlich wird es möglich, die Optimierung das ganzen Gastgewerbe-Unternehmens zu betrachten.

Das bedeutet auch, dass traditionelle KPIs für das Revenue Management wie der RevPAR ihre Dominanz verlieren werden. Weitere KPIs umfassen die Berücksichtigung der Kosten für den Kanal/Vertrieb, den Umsatz pro verfügbarem Kunden und den Kunden-Bruttogewinn. Unter Berücksichtigung nicht nur der Zimmererträge, sondern auch der Nebenkosten im gesamten Hotel werden das Management und die Optimierung der bestehenden Kanäle und schließlich die genaue Betrachtung der Unterhaltskosten und die Optimierung anderer Bestände der Schlüssel zu einem kontinuierlichen, langfristigen Erfolg sein.

Das goldene Zeitalter des Revenue Managements steht vor der Tür, und die neue Generation von Revenue Managern – und die fortschrittliche Technologie, die sie einsetzen – werden für die Optimierung des Gesamtgewinns immer wichtiger werden. Es ist an der Zeit, dass die Revenue Manager ihren Einfluss verstärken und sich auf den gesamten kommerziellen Erfolg des Unternehmens konzentrieren, für das sie verantwortlich sind. Die Optimierung aller Einnahmequellen bei gleichzeitiger Ausbalancierung der Rentabilität wird der Schlüssel zum Umsatzerfolg im Jahr 2020 und darüber hinaus sein.

Über den Autor
Klaus Kohlmayr ist Chief Evangelist bei IDeaS Revenue Solutions und fordert seit über 20 Jahren den Status Quo in der Hotellerie heraus. Er stellt strategische Prozesse in Frage, regt zum Nachdenken an und belebt die Diskussion über die Zukunft des Revenue Managements und der Preisgestaltung in der Hotellerie und in der Reisebranche.

Anzeige