Hotelaktien 11.14Fusionitis allerorten

Die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft schwächt sich derzeit ab. Zahlreiche multinationale Organisationen zeichnen das Risiko einer kommenden Rezession auf.  Denn ungeachtet des »Konjunktur-Kicks« durch rekordniedrige Zinsen wirkt der Störfaktor Staatsverschuldung in den westlichen Industrieländern negativ auf die Stimmung der Wirtschaft. Zudem sind kriegerische Auseinandersetzungen gerade für den Aufschwung der Aktien von Hotel- und Tourismusfirmen eine Art Todesstoß.

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Dass sich die Aktienbörsen bislang vor diesem Hintergrund noch recht stabil zeigen, ist allein auf das superbillige Geld zurückzuführen, das Notenbanken in aller Welt in reichlicher Menge zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht gleichzeitig einen Boom bei Firmenübernahmen und Firmen-Zusammenschlüssen. Unter diesem Aspekt ist auch die Beteiligung des Milliardärs und Großfinanziers Carl Icahn am Rental-Car-Giganten Hertz Global zu sehen. Icahn hat zuletzt eine 8,5-prozentige Beteiligung an Hertz aufgebaut. Angeblich will der Großaktionär Druck auf das Management des im Jahr 1918 in Chicago von John Hertz gegründeten Unternehmens ausüben, damit bessere Ertragszahlen erwirtschaftet werden. Die Hertz-Aktie jedenfalls reagierte positiv auf die Nachricht.

Ebenfalls als Folge des billigen Geldes expandiert die Online-Reiseplattform Priceline Group ins Restaurantgeschäft. Die 1998 gegründete Firma will für 2,6 Mrd $ die Restaurant-Buchungsplattform Open Table übernehmen. »Reisende und Touristen sind auch Restaurantgäste«, begründet Vorstandschef Darren Huston diesen Schritt. Das Unternehmen hat 103 $ je Open-Table-Aktie bezahlt, was einem Aufgeld von 46% auf den bei Bekanntgabe der Transaktion gültigen Aktienkurs entspricht.

Ungeachtet dieser »Fusionitis-Nachrichten« könnten sich die positiven Zahlen der Tourismus- und Hotelbranche schon bald verschlechtern – nicht zuletzt wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen in zahlreichen Ländern des Nahen Ostens und der Ukraine. Die Ökonomen der OECD sprechen von einer »ungleichen« regionalen Entwicklung und beschreiben in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit weiterer monetärer Impulse in Europa durch die Europäische Zentralbank (EZB). Was bei fast allen ökonomischen Analysten stört, ist der Fakt, dass die Staatsschuldenkrise in den westlichen Industrieländern mehr oder weniger als Einflussfaktor bei Investitionsentscheidungen ignoriert wird.

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