Hotelaktienbörse 12/2011Furcht vor der Rezession

Die an der Londoner Börse gelistete weltgrößte Hotelgesellschaft InterContinental Hotels berichtet für das vergangene Quartal von einer 33%igen Steigerung der Bruttogewinne. Im Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt zeigte man sich erfreut und zugleich überrascht über das positive Ergebnis. Starke Wachstumsimpulse kamen nach Angaben des InterConti-Managements zum einen aus der Volksrepublik China und zum anderen aus den USA. Der Bruttogewinn kletterte von umgerechnet 115 auf 152 Mio $. Analysten hatten zuvor im Durchschnitt mit einem Bruttogewinn von 147 Mio $ gerechnet.

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Der angeschlagene britische Reisekonzern Thomas Cook sieht sich wegen des schlechter als erwartet laufenden Geschäfts zu drastischen Sparmaßnahmen veranlasst. Das Unternehmen wolle in Großbritannien etwa 200 Reisebüros schließen, hieß es in Londoner Börsenkreisen. Darüber hinaus wurde spekuliert, Thomas Cook werde aller Voraussicht nach sechs Flugzeuge aus dem Betrieb nehmen. Sorgen macht Wertpapieranalysten, dass die liquiden Mittel des Unternehmens als knapp gelten. In diesem Zusammenhang wurde zuletzt bereits die Dividende gestrichen. Zur Vermeidung weiterer  Engpässe hat der Konzern mit seinen Banken neue Kreditkonditionen und einen zusätzlichen kurzfristigen Kredit in Höhe von 100 Mio Pfund ausgehandelt. Im August hatte Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa wegen der aktuellen Probleme bereits seinen Hut nehmen müssen. In Deutschland ist Thomas Cook unter anderem mit der Marke Neckermann vertreten und gilt als Branchenzweiter hinter der TUI AG.

Großbritanniens MWB Group Holdings folgt dem Schritt großer Hotelkonzerne und konzentriert sich auf das Management und nicht mehr  länger auf den Besitz von Hotelimmobilien. Über die preisgekrönte 82,5%ige Tochtergesellschaft MWB Malmaison Holdings hat das Unternehmen jetzt für fünf Hotels in London, Birmingham, Manchester, Newcastel und Aber- deen einen Sale-and-lease-back-Vertrag abgeschlossen. Die verkauften Hotelanlagen sollen im Rahmen eines über 70 Jahre laufenden Leasingvertrags weiter unter der Malmaison-Marke betrieben werden. Der Wert der Transaktion wird mit 102,9 Mio Pfund Sterling angegeben. Damit sollen die Verbindlichkeiten von MWB von 180 Mio Pfund reduziert werden.

Die eidgenössische Sunstar Hotelgruppe erzielte in der Sommersaison 2011 – damit ist der Zeitraum von Mai bis Oktober gemeint – gegenüber der gleichen Vorjahresperiode sowohl bei den Übernachtungen (+ 5%) als auch beim Umsatz (+ 3,3%) merklich höhere Volumen. Auf vergleichbarer Basis – unter Ausklammerung des momentan geschlossenen Parkhotels in Arosa und des erstmals enthaltenen Style Hotels in Zermatt – lagen die kumulierten Volumen noch deutlicher höher als im Vorjahr. Allerdings liegen die Buchungen für die Wintersaison deutlich – nämlich 23% – unter dem Niveau des Vorjahres, warnt die Gesellschaft, deren Aktie an der Schweizer Börse notiert wird (sh. Chart).

Der Schweizer Reisekonzern Kuoni meldet für die ersten neun Monate 2011 gute Ergebnisse. Das Unternehmen steigerte den Umsatz dank der Übernahme von Gullivers Travel Associates (GTA) um 26% auf 3,9 Mrd sfr. Um Währungseinflüsse und um die Akquisition bereinigt, betrug das Wachstum 3,3%. Der Bruttogewinn lag inklusive der Kosten für die GTA-Integration und das Restrukturierungsprogramm um knapp 48% höher bei 45,8 Mio sfr. Unter dem Strich resultierte daraus ein um knapp 20% höherer Reingewinn von 14,7 Mio sfr. Für das laufende Jahr bestätigte Kuoni ein Umsatzziel von 5 Mrd sfr. Der Markt bleibe aber schwierig und trotz der zuletzt geringeren Schwankungen des Schweizer Frankens gehe von der Währungsentwicklung weiter ein negativer Einfluss aus, hieß es.

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