HoteldesignFunktionales mit Aha-Effekt

Top hotel: Wie gelingt Ihnen das in den ­gastronomischen Outlets des Upstalsboom Hotels Kühlungsborn?
Tamara Pallasch: Im Fine-Dining-Restaurant »Brunshaupten« habe ich elegantes Interior mit modernen Elementen kombiniert. Highlights sind dort deshalb überdimensionale goldene Lüster, die im Zentrum des Raumes zu schweben scheinen, und ein eigens für das Restaurant gemaltes Ölgemälde, das die typische Ostseeatmosphäre einfängt. Im Buffetrestaurant, das ja zu allen Tageszeiten gut funktionieren muss, fungieren als Hingucker eine Altholzwand sowie Polsterbänke und Stühle in der Farbe von Sanddorn – womit auch hier etwas typisch Regionales zum Einsatz kommt. Im »Wiener Café Arendsee« ging es darum, die typische Wiener Kaffeehausatmosphäre einzufangen – etwa mithilfe von dunklem Holz, klassischen Kaffeehaustühlen und dem Marmortresen. Zusätzlich prangt an der Wand – grafisch umgesetzt – das Rezept für die berühmte Sachertorte.

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Top hotel: Welche Sinne sprechen Sie in diesen Räumen an und wie?
Tamara Pallasch: Ich habe versucht, alle Sinne anzusprechen, allen voran das Sehen und das Tasten. Verwendet habe ich hierfür echtes Holz, echten Marmor und weiche Stoffe.

Top hotel: Worauf legten Sie außerdem Wert bei der Inneneinrichtung der Restaurants im Upstalsboom?
Tamara Pallasch: Auf Qualität bei der Material- und Möbelauswahl sowie auf eine harmonische, angenehme Atmosphäre, die zu allen Jahreszeiten funktioniert.

Top hotel: Welche Designvorgaben kamen vom Hotel?
Tamara Pallasch: Die Designvorgabe für das »Brunshaupten« hieß: Gestalte ein klassisch hochwertiges Restaurant, das zum Genießen einlädt. Beim Buffetrestaurant stand dagegen im Fokus, eine Vielzahl an Plätzen mit gut funktionierendem Buffet zu gestalten. Und beim Wiener Café sagt ja schon der Name, was erwartet wurde.

Top hotel: Neben den Restaurants haben Sie auch das Spa im Upstalsboom gestaltet?
Tamara Pallasch: In dem 1300 Quadratmeter großen Spa habe ich subtil die Ostseelandschaft inszeniert. Das Design ist reduziert, die Materialien und Farben sind authentisch. Der Gast soll auch im Inneren den Standort sehen, fühlen und erleben; soll das Gefühl haben, er gehe auf einem Steg oder sitze zwischen Felsen und hört dabei das Meer rauschen. Verwendet habe ich dafür unter anderem heimische Kieselsteine sowie Exponate aus Treib- holz und Bernstein: In der Behandlungszone gehen die Gäste auf sandfarbenen Natursteinfliesen und über einen Natur-Holzsteg. Der Fußreflexzonenweg neben dem Kneippgang besteht aus großen und kleinen Natursteinen; die Mosaike im Dampfbad sind aus echtem Glasmosaik.

Top hotel: Welche Hintergründe hat Ihre Farbwahl?
Tamara Pallasch: Das hängt ab von den einzelnen Räumen, von denen mir der Ruheraum am wichtigsten ist. Der Gast soll hier zu sich finden, weshalb ich bewusst dunkles Violett und warmes Grau gewählt habe. Außerdem hat jede Liege eine eigene Nische, es gibt spezielle Paarbereiche und individuelles Licht zum Lesen. In der Spa Lounge wiederum symbolisiert frisches Grün die Sehnsucht nach Natur. Und Wasser – auch in Form von Fotos – stellt den Bezug zum Ursprung her: dem aus dem Lateinischen kommenden Begriff Spa, der ja übersetzt ›Gesundheit durch Wasser‹ ­bedeutet.

Top hotel: Das tiefe Rot im Nassbereich ist dann sicherlich der Aha-Effekt …
Tamara Pallasch: Absolut. Ich habe diesen zentralen Raum absichtlich mit dunkelrotem Glasmosaik und dunkelgrauen Farben inszeniert. Die Farben der Materialien sollen für die Menschen, die sich dort halbnackt bewegen, eine intime, beschützende Atmosphäre erzeugen.

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