2. Deutschen Wellness-Hotel-KongressFit für die Gäste von morgen

Mit großem Interesse und einer guten Portion Neugierde folgten die Teilnehmer dem 2. Deutschen Wellness-Hotel-Kongress im Rahmen der 26. Beauty Forum München, zu dem Beauty Forum und Tophotel am 15. Oktober auf der Münchner Messe eingeladen hatten.

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Unter der charmanten wie fachkundigen Moderation von Dagmar Rizzato, Inhaberin von Rizzato Spa Consulting, zündeten renommierte Referenten und Fachleute aus der Wellness- und Spa-Branche ein wahres Feuerwerk an Ideen, zeigten Perspektiven und Visionen auf. Damit wurden die Erwartungen der Kongressteilnehmer nicht nur erfüllt, sondern in vielen Punkten übertroffen. Schließlich ging es um wichtige Themen wie die mittelfristige Ausrichtung der Branche, ihrer Mitarbeiter, Leistungen und Produkte, und um die Beantwortung der Frage: Wo liegen attraktive und lukrative Chancen in einem Markt, der fast als übersättigt gilt?

Dr. Franz Linser, Geschäftsführer der Innsbrucker Linser & Partner Consulting GmbH, hinterfragte: »Ist Wellness heute ein Boxenstopp im Lebensrennen? Kommen die Gäste nur noch zum Aufpolieren, Auftanken und dann tschüss…?« Der Spa-Gedanke muss seiner Ansicht nach tiefer gehen. Die Wellness-Dienstleister sollten ihren Gästen zeigen, wie sie ihr Leben verändern können, ihnen Anleitung und Motivation für einen neuen Lebensstil geben.

Dass diese Dienstleistung auch unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden muss, machte Dagmar Rizzato in ihrem Vortrag deutlich. Sie empfiehlt: »Betreiben Sie ein aktives Spa-Management, lernen Sie mit Ihrem Kunden und entwickeln Sie individuelle Spa-Menüs unter analytischen Aspekten.« In der Konsequenz bedeute dies, »sich von unrentablen Anwendungen zu trennen, eine regelmäßige Sortimentsbereinigung durchzuführen und am Gast gezieltes Up-selling zu betreiben«.
Michaela Thaler sieht aus ihren Erfahrungen als Geschäftsführerin der Best Wellness Hotels Austria heraus die aktuelle Herausforderung in der Kurzfristigkeit des Buchungsverhaltens. Der Gast sei heute nicht nur gut informiert, sondern entscheide sich spontan, was eine hohe Stornobereitschaft nach sich ziehe. Umso wichtiger sei konsequentes Qualitätsmanagement sowie die Weiterentwicklung der Leistungen, Angebote und Mitarbeiter.

Die Empfehlung nahezu aller Referenten an die Kongressteilnehmer lautete, strategisch und konzeptionell vorzugehen und dabei Authentizität und Glaubwürdigkeit zu bewahren. Das bedeute für den Hotelier, ehrlich an sich und an seinen Leistungen zu arbeiten und sein Profil zu schärfen. Dazu gehöre aber auch zuzulassen, »dass andere etwas besser können«, anstatt zum erfolglosen »me too«-Anbieter zu werden.
In ihrem Kongressbeitrag zum Thema »Neo-Ökologie« wies Ute Rührig von Quality Spa darauf hin, dass heute in den Planungs- und Bauphasen ökologische Aspekte und Energieeffizienz im Vordergrund stünden. Es sei eine »deutliche Abkehr von jeglicher Maßlosigkeit« zu erkennen, hin zu wirklichem »Green Spa« – basierend auf Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Auch für bestehenden Anlagen gäbe es eine Vielzahl von Möglichkeiten: »Lernen Sie die Kosten für ihr Spa kennen«, riet Ute Rührig den anwesenden Hoteliers.

Unternehmerischer Erfolg ist nicht zuletzt auf eine zielgruppenrelevante Kommunikation zurückzuführen. Dazu gehört in erster Linie die Wahl der richtigen Kommunikations- und Vertriebskanäle. Einen solchen stellte Roland Fricke mit dem Internetportal beauty24.de vor. Informationsbeschaffung und Buchung spielen sich zunehmend online ab. Umso wichtiger sei es für den Spa- und Wellnessanbieter, schnell im Internet gefunden zu werden und sich angemessen zu präsentieren.

Auch Wolfgang Falkner von Der Falkner Spa Marketing aus Salzburg setzt auf Internet und web2.0. Er empfahl den Zuhörern, sich auf einen Kanal zu konzentrieren. Gerade die Plattform Facebook birgt seiner Ansicht nach großes Potenzial für Spas und Wellnesshotels. Allerdings sollten die Social Networks nicht als Werbe- oder Vertriebskanäle betrachtet werden. Vielmehr bestehe die größte Aufgabe darin, »mit den Gästen in stetem Kontakt zu bleiben«.

Dass man die Kunden nicht unterschätzen sollte, darauf verweist auch Christian Buer, Professor für Betriebswirtschaft und Hospitality an der Hochschule Heilbronn, in seinem eindrucksvollen Beitrag zum Thema »Fit für die Gäste von morgen«. Er sieht die Chancen der Zukunft in ganzheitlicher Orientierung und Markenbildung. Über den Preis zu verkaufen, hält er für bedenklich. Vielmehr sollten Produkt- und Leistungsstärken deutlich herausgestellt werden. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass Spa- und Wellnessleistungen zunehmend medizinisch-präventiv orientiert seien.

Fazit des Kongresstages: Die Wellnessbranche bietet Perspektiven für alle, die sich gezielt auf ihre Stärken konzentrieren und diese authentisch kommunizieren – auf Augenhöhe mit den Gästen und Mitarbeitern.
Info: www.beauty-fairs.de/kongresse

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