Hoteltest Hyatt Regency DüsseldorfFeminines Top-Domizil

Mitarbeiter

Ich warte auf den Aufzug, dessen Ankunft nicht durch ein Klingelzeichen signalisiert wird, sondern lediglich durch ein Blinken. Das nervt etwas weniger, erfordert aber etwas mehr Aufmerksamkeit. Während ich immer noch warte, macht mich eine sehr freundliche Mitarbeiterin lächelnd im Vorbeigehen darauf aufmerksam, dass mein Lift bereits gekommen sei. Eine durchaus typische Szene für das Hyatt Düsseldorf, das mit einem überdurchschnittlich engagierten und aufmerksamen Personal ausgestattet ist. Dazu gehört auch der besonders aufmerksame und durch die Lobby mit Argusaugen wandelnde französische Mitarbeiter, der stets ein freundliches Wort hat und immer wieder nach den Gästewünschen fragt. Auch hinter der allgemeinen Servicenummer »0« stecken dienstbare Geister, die sich ausgesprochen freundlich aller Wünsche annehmen. Sie schicken umgehend Rasierutensilien oder Batterien aufs Zimmer.
Wertung: sehr gut

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DO. 26/04 19:03, Restaurant »DOX«

Das »DOX« strahlt unmittelbar das aus, was es sein will: ein Gute-Laune-Lokal mit amüsanter Atmosphäre und ebenso unangestrengtem, aber keineswegs anspruchslosem Essen. Diese Haltung wird an allen Stellen eingelöst – Ambiente, Service, Küche und Keller gehen Hand in Hand. So betrachtet ist das Restaurant absolut stimmig und löst sein gespürtes Versprechen ein. Das Restaurant ist groß, wurde aber geschickt mit offener Show-Küche und verschiedenen Platzmöglichkeiten gestaltet, wodurch es vielseitig erscheint. Es gibt intime Tische, aber auch einen Gesellschaftstisch für größere Gruppen direkt vor der Küche. Im Grunde hat man von überall Blick auf die Show-Küche und den Medienhafen, was den Unterhaltungswert steigert. Die Atmosphäre ist so locker, dass man sich auch am Abend nicht über Gäste in Shorts wundern würde. Stattdessen kommen immer wieder Gäste mit Ziehkoffern und Namensschildchen herein, was auch nicht so angenehm wirkt.

Der Service agiert ungemein freundlich und aufmerksam, die jungen Damen sind darüber hinaus auch charmant und wissen zu beraten. Die mich umsorgende und zumindest vom Auftritt her als Restaurantchefin zu erkennende Mitarbeiterin, Frau H.,  ist von geradezu liebenswürdiger Herzlichkeit, was man eher in der Spitzenhotellerie in Baiersbronn erleben darf und weit weniger in Großstädten. Alles läuft korrekt und umsichtig, Speise- und Getränkekarte kommen sofort, der Aperitifwunsch wird nicht nur abgefragt, sondern mit guten Angeboten einladend gemacht. Die Weinkarte ist international, aber keineswegs beliebig aufgestellt. Man merkt das Bemühen um gute und bezahlbare Ware, ohne dabei ins Belanglose abzugleiten. Für Etikettentrinker stehen den- noch einige Flaschen bereit, grundsätzlich bilden Deutschland, Österreich und Frankreich im Segment der gehobenen Mittelklasse den Schwerpunkt. Merkwürdig ist nur, dass auch der Weißwein (Riesling) aus großen Bordeauxgläsern aufgetischt wird, wobei ich in diesem Fall die dafür weit besser geeigneten Wassergläser vorziehe.

Gute Digestifs sind vorhanden, werden jedoch nicht beim Gast forciert. Die Speisekarte mag zwar von der Grundlinie her europäisch sein, zeigt aber einen starken deutschen und regionalen Bezug. Genau das verleiht ihr auch Charakter. Es ist dabei völlig legitim und bereichernd, wenn man zusätzlich Sushi und Sashimi aus der im Lokal integrierten Sushi-Bar anbietet. Beim Lesen der Karte bekomme ich jedenfalls so ziemlich auf jedes Gericht Lust, weil alles sehr anregend und überlegt kombiniert wirkt. Das gebackene Trotzhofer Bioei mit etwas weißem Trüffel und feiner Spinatcreme ist eine sehr harmonische Kombination und schmeckt ausgezeichnet.

Eine wunderbare Interpretation eines Klassikers sind die hervorragend gemachten Königsberger Klopse vom Milchkalb mit perfekt gegartem Hummer, erstaunlich fein schmeckenden Roten Rüben und Kapern. Dem Coq au Vin aus dem Beechoven (Backofen) merkt man einen ordentlichen Weinanteil an, doch ist die Sauce nicht so flüssig wie sonst, sondern schön reduziert. Das Paderborner Maishuhn ist von sehr guter Qualität und wurde bestens gegart, dazu gibt es Spargel, Spitzmorchel und Mohrrüben von tadelloser Art. Das Dessert, Variationen zum Thema Piña Colada mit Ananas, Kokos und Rum, erreicht nicht ganz die Klasse der Küche, enttäuscht aber auch nicht. Das »DOX« hat ein klares Konzept und macht rundum Spaß, die Freude der Köche bei der Arbeit kann man schmecken.
Wertung: sehr gut

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