Hoteltest Hyatt Regency DüsseldorfFeminines Top-Domizil

9:34, Frühstücksbuffet

Ich werde freundlich an der Rezeption begrüßt und habe die freie Wahl, denn es sind nur wenige Tische besetzt. Das Frühstücksbuffet wird im Restaurant »Dox« aufgebaut und fällt optisch sehr appetitlich und übersichtlich aus. Ins Auge springt aber zunächst ein Holztisch in Baumstammoptik, auf dem zahlreiche Zeitungen und zusätzlich Illustrierte (!) ausliegen. Unter den Zeitungen sind nicht allein lokale Blätter bzw. »Welt« und »FAZ« zu finden, sogar die »Bild-Zeitung« ist dabei.

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An diesem Morgen sind so viele Mitarbeiterinnen wie Gäste anwesend. Der Service ist sehr aufmerksam und präsent, ohne den Gast mit Überaktivität zu strapazieren. Der Tee wird korrekt gehandhabt, Teeblätter und Tee-Einsatz kommen separat vom Kännchen mit heißem Wasser und können vom Gast selbst zum Ziehen gebracht werden. Als frisch gepresst werden auf Nachfrage der Orangen- und Karottensaft genannt, wobei letzterer mit Zitrone/Orange eher wie ein schlechter Direktsaft schmeckt. Wasser steht still und sprudelnd parat, auf den Einsatz von Sekt verzichtet das Hotel.

Die Buffet-Positionen werden nicht einzeln beschriftet, sondern sektionsweise auf einem »Speisekärtchen« zusammengefasst – der Gast vermag ja auch Rollmops und Lachs zu unterscheiden. Garnelen, Graved Lachs und Räucherfisch sowie Salate, Rohkost und Mixed Pickles ergänzen das Angebot. Der im Grunde sehr gute und in kleinen Tranchen dick geschnittene Lachs kommt wohl aus der Sushi-Bar (von gestern) und ist zwar nicht mehr taufrisch, aber noch akzeptabel. Sehr gut, dass man nicht den inflationären 08/15-Mozzarella, sondern guten Büffelmozzarella anbietet.

Obst ist mit einigen wenigen Sorten ausreichend vorhanden. Während die Ananas gut ausfällt, tut man den Gästen mit der neutralen trockenen Melone keinen Gefallen. Störend sind die viel zu groben Stücke, denn Obst ist angenehmer in mundgerechten Happen zu essen und sieht so auch ansprechender aus. Der mit Vanille und Sternanis angesetzte Apfelkompott und die Rote Grütze schmecken ausgezeichnet, ebenso das Bircher Müsli, was beim Hotelbuffet eher die Ausnahme ist. Überhaupt ist die Müsliabteilung sehr gut sortiert und ansehnlich angerichtet. Es gibt nicht nur die üblichen Cerealien, sondern beispielsweise auch getrocknete Beeren oder weiße und schwarze Schokoladenperlen. Die Gebäckstücke und süßen Croissants sind von guter Machart, herausragend fällt jedoch der Streuselkuchen mit Rhabarber aus. Die Brot und Brötchenauswahl ist weit überdurchschnittlich zu bewerten, es sind auch Besonderheiten wie Festtagsstullen und Haselnuss-Rosinen-Brot zu bekommen. Die Auswahl der französischen Butter zeigt Qualitätssinn, ebenso die Konfitüren der Goethe-Manufaktur, wobei alles bereits an den Tischen steht.

Aufschnitt und die Streichwurst sind gut, es gibt dabei individuelle Angebote, wie die Sülze und die frisch mit der Maschine geschnittene Salami. Die Käseauswahl ist zufriedenstellend, dass man dazu sehr gut Feigensenf essen kann, hat sich inzwischen herumgesprochen. An einer eigenen großen Station bereitet eine Köchin Eierspeisen in jeder Form à la minute zu. Die Nürnberger Bratwürstchen fallen befriedigend aus, der Speck schwimmt in einem kleinen Pfännchen in seinem eigenen Fett und müsste erst einmal auf einem Papier trockengelegt werden. Positiv bleiben die gekräuterten halben Kartöffelchen mit Schale sowie die Weißwürste in Erinnerung, die in einem Sud mit Kräutern und Lorbeeren ziehen. Das Frühstücksbuffet geht offiziell bis 10:30 Uhr, elf Minuten später macht eine Mitarbeiterin die Runde und weist darauf hin, dass jetzt abgeräumt werde.
Wertung: sehr gut

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