Hoteltest Hyatt Regency DüsseldorfFeminines Top-Domizil

Zimmer 816

 

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Ungewöhnlich: Man betritt das Zimmer durch das Bad. So originell und überraschend dies ist, auch Hotelmitarbeiter von Roomservice und anderen Abteilungen müssen den gleichen Weg nehmen, der immerhin durch einen besonders intimen Raum führt. Das Zimmer ist insgesamt amüsant und harmonisch in Farben und Formen gestaltet und hat eine so angenehme Ausstrahlung, dass man sich hier auf Anhieb wohlfühlt. Es ist zwar kein besonders großes Refugium, dafür wird es durch die großen, bodentiefen Fensterfronten nach Außen erweitert. Die Aussicht auf das neue kreative Düsseldorfer Szeneviertel, das so auch in New York stehen könnte, ist spannend und belebend.

Zimmer und Bad gehen fließend ineinander über, wobei sich das WC separat hinter einer verschlossenen Tür befindet. Das Zimmer wurde dem ersten Eindruck nach tadellos gereinigt und gut gelüftet übergeben. Bei etwas näherer Betrachtung befindet sich auf dem großen Bild jedoch noch zu viel Staub, zudem sind manche Armaturen blitzblank, andere hätten zumindest einmal den Staubwedel spüren müssen. Auch Schreibtischlampe, Gläser und Wasserkocher verlangen nach mehr Gründlichkeit. An keiner Stelle sieht es aber unsauber oder gar hygienisch bedenklich aus.

Ein »Begrüßungskomitee« in Form eines Schreibens der Direktorin, eines Obstkorbs oder sonst einer Aufmerksamkeit gehört offenbar nicht zum Procedere im Hyatt Regency Düsseldorf. Das auf dem Zimmer stehende Wasser ist nicht gleich als Gratisgabe zu erkennen, der einzelne Apfel in der Silberschale dient mehr der Dekoration als dem Verzehr, zumal ein Obstmesser fehlt. Das große Bett verfügt über eine stabile Matratze und bietet auch dank hochwertiger Bettwäsche einen guten Schlafkomfort. Die Beleuchtung lässt sich bequem vom Bett aus steuern, die spitze Leselampe muss jedoch nachts weg vom Gesicht gedreht werden, ansonsten könnte sie wortwörtlich leicht ins Auge gehen.

Das Zimmer bietet nicht viele, aber noch ausreichend Ablageplätze. Auch der Schreibtisch und sein Sessel wurden eher nach dem Muster »Schönheit geht vor Funktionalität« ausgesucht, hindern aber keineswegs bei der Arbeit, zumal die Steckdosen in bequemer Höhe installiert wurden. Sehr wichtig: Die Klimaanlage funktioniert präzise und angenehm geräuschlos.

Der Flatscreen-TV steht trotz schwenkbarem Arm der Aussicht und dem Durchgang im Weg, ein TV-Programm-Heft liegt nicht aus. Der Gast kann unter eher wenig internationalen Programmen wählen und findet lediglich die herkömmlichen deutschen Sender. Ein Radiosender steht leider nicht zur Verfügung.
Die Jalousien lassen sich vom Bett aus bedienen, wobei das Zimmer komplett verdunkelt werden kann. Der Schrank bietet für zwei Tage genügend Stauraum, bei einem längerem Aufenthalt wird es eng. Die fest im Schrank installierte Kofferablage eignet sich nur für kleines Gepäck, ein großer Koffer findet dort keinen Platz. Gästen bleibt dann nichts anderes übrig, als den Koffer auf dem Bett auszupacken. Auffällig ist der riesige Ganzkörperspiegel am Bett.

Minisafe und Minibar wurden in angenehmer Höhe untergebracht, allerdings ist die Minibar überraschend mager bestückt: Wein, Sekt oder gar Champagner fehlen, der Rest ist Standard: Wasser (0,25 l) 4,50 Euro, Bier (0,33 l) 4,50 Euro, Erdnüsse drei Euro. Der kleine Kühlschrank temperiert gut (leider nicht die Regel in Hotels), das Bier ist angenehm kühl. Nett: Ein kleiner Platz in der Minibar (»Four Your Personal Use«) ist für den Gast reserviert, weil Hotels wissen, dass Gäste gern das eine oder andere für sich einkühlen – wobei dieser Platz gerade mal für ein Stück Käse, Medikamente oder Joghurt ausreicht. Der  komplett bestückte Kaffee-Tee-Kocher ist willkommen, noch besser wäre es, auch den verbrauchten Tee wieder aufzufüllen.
Wertung: sehr gut

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