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StartBusiness & ManagementZweiter FCSI-Stammtisch::Diskussion über Künstliche Intelligenz

Zweiter FCSI-StammtischDiskussion über Künstliche Intelligenz

Mitte November veranstaltete der FCSI Deutschland-Österreich in München die zweite Auflage der Stammtisch-Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Digitalisierung mal real betrachtet“. Rund 90 Teilnehmer erfuhren dabei unter anderem, wie Künstliche Intelligenz den Alltag in der Hospitality einfacher und effizienter machen kann. Die dritte Ausgabe ist für Juni 2022 geplant.

Die zweite Auflage des Stammtisches fand am 17. November 2021 im Münchner Hofbräuhaus mit rund 90 Teilnehmern statt. Zwölf Experten in zwei Panels mit je zwei Runden gestalteten die von Nina Fiolka, Gründerin der Inspirations- und Networking-Plattform Elevatr, moderierte Veranstaltung. Auf der Bühne diskutierten unter anderem Daniel Vollmer, Gründer der Qualitäts- und Hygienemanagement-App Flowtify, Marius Mrosek, Direktor des Mittelstandsnetzwerks Maschinenraum der Viessmann-Gruppe, und Machine Learning-Vordenker Martin Szugat.

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck“, erklärte Markus Demirci, Gründer der E-commerce-App Mpocket, zu Beginn der Veranstaltung. „Es geht darum, Daten zu sammeln, mit denen ich arbeiten kann, und die mir verraten: Wer ist mein Kunde und was wünscht er sich? Je mehr ich über ihn weiß, desto besser kann ich ihn überzeugen, wiederzukommen.“ Exzellente Dienstleistung im Laden reiche heute nicht mehr, man müsse schon vor dem Besuch ebenso wie danach besten Service bieten, betonte Demirci. „Neue Kunden zu gewinnen ist viel teurer als sie zu binden!“

Keine Angst vor Veränderung

Florian Werner, Hotelier am Arlberg in Österreich, empfahl seinen Kollegen, beim Beschreiten neuer Wege mutig zu sein: „Es lohnt sich nicht, Angst vor der Veränderung zu haben. Denn sie kommt ja sowieso, auch wenn sich die Hospitality-Branche lange dagegen gewehrt hat.“ Angesichts immer umfangreicherer, unternehmerischer Aufgaben gelte es, Spezialisten zu finden, die bei der digitalen Lösung von Problemen helfen. „Dazu gehört auch, Dinge abzugeben und loszulassen“, so Werner und appellierte an alle Gastgeber: „Bleiben Sie gegenüber dem Gast analog!“

Nachhaltigkeitsexpertin Kerstin Brenner (Ecomood) verwies auf die Möglichkeiten, mit der Digitalisierung eine Transparenz herzustellen, die „Greenwashing“ in Zukunft verhindert. „Wir können Emissionen messen und darstellen, dürfen dabei aber auch nicht vergessen, dass auch die Technik Emissionen verursacht und Rohstoffe verbraucht. Was mit diesem E-Waste passiert, muss noch geklärt werden.“

Philipp Deutsch, Fachmann für die Steuerung von millionenschweren Bauprojekten in der Hospitality-Branche, hob außerdem hervor, dass Investoren viel Geld sparen können, wenn sie mit Beginn des Projekts wirtschaftlich sinnvolle, digitale Strukturen implementieren. „Wir werden oft als Troubleshooter gerufen, wenn das Projekt stockt. Dabei ist es fast unmöglich, die Fehler zu finden, wenn die digitale Dokumentation nicht passt“, erklärte der Inhaber der Agentur 7-87 Group.

Einig war sich die Runde, dass Innovation auch immer die Möglichkeit des Scheiterns bedeutet. „Innovative Unternehmen verfügen über eine Kultur, die Raum für Ideen lässt und diese in die Breite trägt. Interne Transparenz und Agilität sind die Voraussetzungen, um sich mit Innovationen einen Marktvorteil zu verschaffen“, erklärte Marius Mrosek.

Daniel Vollmer appellierte an die Hersteller von digitalen Tools, offener zu werden. „Wir brauchen keine individuellen Standards, die verhindern, dass Systeme zusammenarbeiten, sondern Schnittstellen, die sie miteinander verbinden!“

Augmented Intelligence

Die Diskussion über Künstliche Intelligenz beschäftigte sich damit, wie die Technologie den Menschen helfen kann, um wieder Zeit für das Wesentliche zu haben und selbst besser zu werden. „In Amerika spricht man bereits bei ‚AI‘ nicht mehr von ‚Artificial Intelligence‚, sondern von ‚Augmented Intelligence‘, berichtete Martin Szugat. „Das heißt, die menschliche Intelligenz wird durch die Technik verstärkt und vergrößert.“

Vivien Richter, ehemalige Servicefachkraft in der Sternegastronomie und Gründerin des KI-Startups Seatris, glaubt: „Wenn Menschen an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit kommen, kann die Technologie übernehmen.“ Sie erwartet, dass die Zukunft Sprachassistenten gehört, die die Mitarbeiter dabei unterstützen, exzellenten Service anzubieten. „Wir müssen die Mitarbeiter und die Systeme miteinander vernetzen, damit die Tools uns immer die Antworten liefern, die wir in dem Moment gerade brauchen.“

Dass es dabei immer darum geht, die Menschen von Anfang an mitzunehmen, betonte Rudolf Hattenkofer, Datenanalytiker beim IT-Dienstleister Sell & Pick. „Explainable AI muss Vertrauen schaffen und erklären, wie sie zu ihren Ergebnissen kommt. Sie soll Menschen unterstützen, nicht bevormunden. Deshalb ist es wichtig, dass die letzte Entscheidung beim Menschen bleibt.“

Ronny Rohland, mit Simply Delivery Entwickler des führenden Betriebssystems für Lieferdienste, erinnerte daran, dass sich beinahe alles automatisieren lässt, bis auf den zwischenmenschlichen Kontakt. „Den brauche ich zwar nicht, wenn ich mir einen Convenience-Burger bestelle. Aber wenn ich ein tolles Esserlebnis haben will, ist der Kontakt mit Menschen unerlässlich.“

Abschluss

Zum Abschluss von Nina Fiolka um einen Mutmacher-Satz gebeten, resümierte Gastronom und Berater Jan Scheidsteger: „Wir sollten die Zeit, die uns die künstliche Intelligenz verschafft, für die Arbeit an der emotionalen Intelligenz nutzen, denn davon lebt die Hospitality-Branche.“ Und David Unterholzner, Inhaber der Strategie-Agentur Fynn, legte abschließend einen spielerischen Zugang zur Welt der KI nahe: „Es gibt Unmengen an Ressourcen im Internet, mit denen man das Potenzial der Technologie auf unterhaltsame Weise entdecken kann.“

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