FBMA-Präsident Oliver Fudickar im Interview"Authentizität ist und bleibt das A und O."

Oliver Fudickar, Präsident Food & Beverage Management Association (FBMA) erläutert im Gespräch mit Tophotel, worauf es bei Gastronomieangeboten ankommt. (Bild: FBMA)

Oliver Fudickar ist Präsident der Food & Beverage Management Association (FBMA). Für Tophotel erklärt der in Wien lebende Brancheninsider, worauf es bei der Neukonzipierung von Gastronomie-Angeboten aktuell ankommt.

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Tophotel: Herr Fudickar, worauf sollten Hotelgastronomen in der aktuellen Lage achten?
Oliver Fudickar: Inspirierend finde ich aktuell das Restaurant ‘Noma’ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, das von Fine Dining auf extrem hochwertige Burger und Eis umgesattelt hat und damit einen wahnsinnigen Erfolg feiert. Die Macher richten sich jetzt an eine größere Zielgruppe – und bleiben doch ihrem elitären Anspruch treu. Sie geben diesen Anspruch an sich selbst nicht auf, aber können mit dem neuen Ansatz überleben. Die Stärke liegt darin, bereit zu sein, das gesamte bisherige Konzept infrage zu stellen, zur Sicherung des Umsatzes und der Mitarbeiter.

“Die Stärke liegt darin, das gesamte bisherige Konzept infrage zu stellen.”
Oliver Fudickar

Was ist daraus die Quintessenz?
Die Kernbotschaft ist, sich bewusst zu verändern, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Weiterhin auf die eigenen Stärken zu setzen, sich zu fragen: Wofür stehen wir? Wenn ein Konzept zum Beispiel vorher stark auf Regionalität setzte, sollte man dies beibehalten – auch, um die Stammgäste nicht zu verlieren. Authentizität ist und bleibt das A und O. Zudem sollte man sich fragen: Was können wir leisten? Was ist realistisch? Die Karte zu verkleinern macht in den meisten Fällen Sinn.

Wie wichtig ist der Service künftig?
Generell: Wir wollen weiter Gastgeber sein – das ist wichtiger denn je! Die Mitarbeiter müssen gut geschult werden, damit sie sich sicher fühlen. Es muss zudem immer einen Host geben, der die Gäste begrüßt, auch ihnen ein gutes Gefühl gibt und die Mitarbeiter nicht mit ihrer Aufgabe allein lässt.

Thema Büfett: Wird es das Konzept so nach Corona überhaupt noch geben?
Wir müssen dafür kämpfen, dass das Konzept Büfett weiterhin besteht! Viele Gäste genießen einfach die Auswahl. Zudem ist es für ein Hotel mit 300 Betten wirtschaftlich einfach leistbarer. Sicherlich müssen wir uns diesbezüglich aber natürlich an alle gültigen Richtlinien halten.

Interview: Verena Usleber


Für Tophotel haben branchenbekannte Gastro-Experten ihre Einschätzung zur Zukunft der Hotelgastronomie abgegeben.

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