FBMAMEET THE BEST 2017

Zum dritten Mal trafen sich am 5. Mai im Welcome Hotel Frankfurt Nachwuchskräfte und namhafte Vertreter der Hospitality Branche zum Mentorensymposium MEET THE BEST, einer Initiative der FBMA.

Die Atmosphäre knisterte spürbar vor Spannung, positiv aufgeladen von all der Erwartung auf das Kommende. Und sie entlud sich in Heiterkeit, als Otto Lindner – stylish in Dandy-Karo, aber ohne Krawatte – vom Podest aus konstatierte, der anwesende Führungsnachwuchs sei mit Schlips und Kostümchen ja deutlich konservativer gekleidet als seine Mentoren: »Wir versuchen hier zwangsjugendlich zu sein und Sie machen einen auf dicke Hose!«

Im dritten Jahr in Folge hatte die FBMA eingeladen zu MEET THE BEST, einem »einzigartigen Networking Format«, wie Präsident Udo Finkenwirth in seiner Begrüßung betonte, bei dem Nachwuchsführungskräfte aus Hotellerie und Gastronomie sich mit »alten Hasen« aus der Branche intensiv und ganz persönlich austauschen können. Und die Top-Manager ihrerseits vom Input der Youngsters profitieren. Eine »Win-Win-Situation für Mentoren und Nachwuchskräfte« also, wie der Präsident des DEHOGA Hessen, Gerald Kink, in seinem Grußwort betonte. Weit über 100 junge Leute hatten sich für die kostenlose Teilnahme an der Veranstaltung beworben und im Vorfeld ihren Wunsch-Mentor benannt; 40 Teilnehmer wurden handverlesen ausgesucht – »eine gute Mischung aus HoFa-Studierenden und schon in der Praxis Tätigen«, so Finkenwirth.

Hochkarätig und ausgeglichen besetzt zeigte sich das Team der sechs Mentoren, die sich für das Symposium zur Verfügung gestellt hatten. Aus der Hotellerie Otto Lindner, Vorstandssprecher der Lindner Hotels & Resorts und Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), Alexander Winter, Geschäftsführer der arcona Hotels & Resorts und DSR Hotel Holding, sowie Ole Kloth, Director of Development der Soulmade Hotels GmbH. Für die Gastronomie Kerstin Rapp-Schwan, Gründerin und Inhaberin der Schwan & Schwan Gastro GmbH, und Thorsten Petersen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Enchilada Franchise GmbH. Und erstmals fungierte mit Klaus Klische, Geschäftsführender Gesellschafter der Fresh Factory GmbH & Co. KG und Initiator der Gastro Vision Messe, auch ein Vertreter der Zulieferindustrie als Mentor.

Moderiert von Branchen-Experte Jean-Georges Ploner, gliederte sich die Veranstaltung in einen allgemeinen Teil, in dem der Nachwuchs aus dem Publikum heraus Fragen stellen konnte, und in zwei Mentoren-Blöcke, während derer jeder Mentor mit »seinen« Youngsters in lockerer Runde zusammensaß. Schon während des allgemeinen Frage- und Antwortteils kam ein lebhafter Austausch in Gang. Dass sich in der Branche gerade ein umfassender Wandel vollzieht, wie Alexander Winter bemerkte, darüber waren sich alle Mentoren einig. Veränderte Bedürfnisse des Gastes, aber auch des Mitarbeiters, neue Hotel- und Gastronomie-Konzepte und ein starker Trend zur Systematisierung erfordern Mut zum Umdenken und neue Ideen. Otto Lindner: »Denken Sie kreuz und quer und schräg. Das ist, was wir gerade bei me and all machen und das macht richtig Spaß.«

Einig waren sich die Mentoren zudem darin, dass Digitalisierung und neue Technologien wichtig seien, der Fokus aber immer auf dem Menschen liegen müsse. »Leidenschaft für diese Branche ist Leidenschaft für den Menschen«, zog Kerstin Rapp-Schwan das Fazit und Thorsten Petersen ergänzte: »In der Gastronomie verkaufen wir letztendlich alle Essen und Getränke. Ob der Abend gelungen ist, entscheidet aber nicht das Steak, sondern der Kellner, der es bringt.« Klaus Klische wiederum wunderte sich darüber, dass aus dieser Erkenntnis kaum Konsequenzen gezogen würden: »Wenn ich essen gehe, wird mir nichts verkauft. Wenn ich einchecke, wird mir nichts verkauft. Das Geld wird doch am Point of Sale verdient, und hier müssen gut ausgebildete, empathische Mitarbeiter ran…« Wie diese auch in Zukunft noch zu finden sind, war die zentrale Frage aus dem jungen Publikum. Gute Arbeitgeber fänden auch gute Mitarbeiter, war die einhellige Antwort der sechs auf dem Podium. Otto Lindner: »Es ist die Aufgabe der Zukunft, nicht die Menschen in die starren Rahmen unserer Arbeitsplätze pressen zu wollen, sondern umgekehrt die Arbeitsplätze den Menschen anzupassen.« Nicht nur die Krawatte müsse abgelegt werden, sondern vieles mehr. Ole Kloth: »Lassen Sie uns wissen, wo wir Sie noch zu sehr uniformieren.«

Mitarbeiterauswahl und -führung, Aufstiegschancen, Branchenimage, Frauen in der Hotellerie, Flüchtlingsthematik, aber auch konkrete Fragen junger Gründer zu ihren spezifischen Problemen – in den Gruppen ging es intensiv zur Sache. Ganz begeistert zeigte sich denn auch Thorsten Petersen von der Veranstaltung: »Das ist eine illustre Truppe mit komplett unterschiedlichen Ideen und Ansätzen, ich werde mit Fragen bombardiert, gelöchert. Sensationell!« Als eine tolle Gelegenheit zum Netzwerken, auch untereinander, empfand Hendrik Schäfer von der Hotelfachschule Heidelberg das Symposium. Gerne hätte er während der Veranstaltung noch zu anderen Mentoren gewechselt. »Alle haben sehr offen geantwortet, auch sehr Persönliches erzählt und mir so wertvollen Input mit auf den Weg gegeben«, zog Riccardo Löffler Bilanz. Der Nachwuchsmanager, der im Louis C. Jacob Restaurantfachmann gelernt hat und jetzt an der Hotelfachschule Hamburg studiert, war vor allem von der Möglichkeit beeindruckt, weiter mit den Mentoren in Kontakt bleiben zu können: »Alle meine Gesprächspartner haben Unterstützung versprochen. Großartig. Danke!«

Jochen Oehler, Geschäftsführer der progros Einkaufsgesellschaft mbH, unterstützt als einer der Hauptsponsoren von Anfang an MEET THE BEST. Er sieht darin eine langfristige Investition in die Zukunft, hat aber zudem einen ganz hehren Ansatz: »Wir leben von der Branche und wir wollen der Branche etwas zurückgeben.« Dass ein solches Projekt ohne die Unterstützung aus der Industrie nicht möglich ist, betonte Udo Finkenwirth, der sich bei den engagierten Sponsoren-Unternehmen bedankte. Zu ihnen gehörten in diesem Jahr neben progros auch Meiko Maschinenbau GmbH & Co., J.J. Darboven GmbH & Co. KG, Nicolas Feuillatte, CWS-boco Deutschland GmbH, Staatl. Fachingen, Coca Cola, granini, Warsteiner, Nestlé Schöller, die Deutsche Hotelakademie, Welcome Hotels und Top hotel.

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