LichttechnikFarbvielfalt ohne Grenzen

Wellenförmiges oder passend zur Musik pulsierendes Licht in satten Farben: Seit August 2012 kann der Kongresssaal »Arena« und das neue Event-Forum im Kursaal Bern in die verschiedensten Lichtszenarien getaucht werden. Möglich macht das eine neue LED-Technik, die noch dazu energieeffizient ist.

Anzeige

Im Zentrum der Schweizer Hauptstadt liegt der Kursaal Bern, ein Gebäudekomplex, der neben dem Hotel Allegro mit 171 Zimmern und Suiten drei Restaurants, ein Casino und einen Kongressbereich unter einem Dach vereint. 2010 begann die Sanierung, in deren Zuge der größte Kongresssaal – die »Arena« – modernisiert, das Casino um ein Drittel erweitert und auf der ehemaligen Dachterrasse das Event-Forum neu gebaut wurde.

Im Sinne einer nachhaltigen Umweltpolitik wollte der Kursaal Bern hinsichtlich Lichttechnik im Kongressbereich auf eine energiesparende und weniger wartungsaufwendige Lösung setzen, als es durch den bisherigen Einsatz von Glühbirnen möglich war.

Nach einem zweijährigen Umbau war es im August 2012 soweit: Das neue Kongresszentrum wurde eröffnet. Seitdem tauchen 50 LEDs die 800 Quadratmeter große »Arena« in jede erdenkliche Farbe. Das Forum (2000 qm) mit seiner schillernden, aus 80.000 wellenförmig angeordneten Aluminiumzylindern bestehenden Decke wird mit 750 LED-Leuchten in Szene gesetzt.

»Der Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt«, weiß Alexandra Maurer, Leiterin Unternehmenskommunikation im Kursaal Bern. »Wir können auf die Wünsche der Kunden wirklich eingehen, auf die Farbnuance genau.« Je nach Tageszeit und Anlass erstrahlen die Räumlichkeiten in den Corporate Designfarben der Unternehmen, in sattem Rot oder anderen stimmungsvollen Tönen, wenn eine Clubatmosphäre erwünscht ist. Das Licht pulsiert, läuft wellenartig durch den Saal oder führt Gäste per Lichtband durch das Forum. Auch die Speisen lassen sich ins rechte Licht rücken – und das alles per Knopfdruck.

Planen, messen, testen

Bis die insgesamt 800 LED-Lampen in der »Arena« und dem Event-Forum leuchteten, war es jedoch ein langer Weg. Viele Fragen galt es vorab zu klären, um eine für das anstehende Projekt geeignete Licht-Lösung zu ermitteln, so zum Beispiel: Wie wird das Foyer genutzt? Welche Lichtstärke und welche Art der Ausleuchtung sind erwünscht? Soll jede LED-Leuchte für eine eigene Farbgebung einzeln ansteuerbar sein? Ein Jahr im voraus wurde mit den Architekten, dem Elektriker und dem De-ckenbauer gemessen und geplant, schließlich galt es die Anzahl der benötigten LEDs und deren exakte Positionierung zu ermitteln. Sechs Monate vergingen, während der die LED-Lichter installiert, verschiedene Tests durchgeführt und das Licht programmiert wurde. »Der Mehrpreis zu konventionellem Licht betrug 250.000 CHF (202.839 €)«, erklärt Alexandra Maurer.

Einfach sollte das System sein, komfortabel und zeitsparend. Deshalb wurden die fixen Einstellungen für Standardsituationen sowie weitere Lichtszenarien vorab programmiert und gespeichert. Sie sind jederzeit über ein Tablet abrufbar. Dem Personal erleichtert das den Arbeitsalltag: Sie müssen häufig von Kunden nachgefragte Lichtwünsche nicht mehr manuell einstellen.

»Über ein Notebook sind alle einzelnen LED-Leuchten abgebildet. So kann jede einzelne Lampe farblich programmiert werden«, erklärt Michael Schumm, der im Vertrieb und der Projektplanung bei der perlicon GmbH, einem Unternehmen für LED-Konzepte, tätig ist. »Jede Farbeinstellung ist auf dem Notebook unter einem Begriff speicherbar. Somit können diese LED-Szenarien jederzeit abgerufen werden.« Insgesamt kann jede einzelne dimmbare LED-Leuchte 4,2 Milliarden Farben abbilden, die aus den LED-Grundfarben unterschiedlich und individuell gemischt werden.

Anzeige