Fake-Bewertungen "Urteil ist Erfolg auf ganzer Linie"

Georg Ziegler

Das Landgericht München hat gekaufte Fake-Rezensionen im Internet für rechtswidrig erklärt. Basis hierfür war eine Klage von Holidaycheck gegen Fivestar Marketing. Georg Ziegler sieht das Urteil als wegweisend im Kampf gegen Bewertungsbetrug.

Anzeige

Im Februar 2019 reichte HolidayCheck beim Landgericht München Klage gegen das Unternehmen Fivestar Marketing UG ein. Klagegrund waren die nachweislich gefälschten Bewertungen, die das Unternehmen an Hotels verkauft hatte. Das erklärte Ziel von HolidayCheck: für den Urlauber einzutreten, sowie den Initiatoren und deren unlauteren Methoden das Handwerk zu legen. Am 14.11.2019 wurde nun das mit Spannung erwartete Urteil gesprochen, welches HolidayCheck in allen Punkten recht gibt und Fake-Bewertungen als klar rechtswidrig einstuft.

“Wir wissen, dass Fivestar Marketing auch in anderen Branchen, die mit Bewertungen arbeiten, äußerst aktiv ist.”
Georg Ziegler

„Wir sind mit dem Resultat der Verhandlung vor dem Landgericht München heute sehr zufrieden. Das Gericht hat in allen von uns vorgelegten Punkten bestätigt, dass das Verhalten der Fivestar Marketing UG rechtswidrig war. Ohne das Urteil im Detail zu kennen, sind wir der Auffassung, dass das Gericht in den von uns vorgetragenen Punkten nicht nur zu Gunsten von HolidayCheck, sondern vor allem auch im Sinne des Urlaubers entschieden hat”, erklärt Georg Ziegler, Director Brand, Content & Community bei Holidaycheck. Ziegler sieht das Urteil über die Grenzen der Hotelbewertungsbranche hinaus als wegweisend im Kampf gegen Bewertungsbetrug. “Wir wissen, dass Fivestar Marketing auch in anderen Branchen, die mit Bewertungen arbeiten, äußerst aktiv ist. Unser Ziel ist es, solch unseriöse Geschäftsmodelle aus der rechtlichen Grauzone zu heben, da wir derartige Angebote für klar rechtswidrig halten.”

Laut Urteil des Landgerichts München, darf Fivestar künftig keine Bewertungen mehr von Personen verkaufen, die nicht tatsächlich in dem jeweiligen Hotel oder Ferienhaus übernachtet haben. Das Unternehmen muss zudem dafür Sorge tragen, dass die entsprechenden Fake-Bewertungen gelöscht werden und HolidayCheck Auskunft geben, von wem die gefälschten Bewertungen stammten.

Hintergrund: Ende 2018 deckte HolidayCheck ein breites Netzwerk an Bewertungsfälschern auf. Bereits von Beginn an war klar, dass dieses nicht nur mit allen verfügbaren Kräften bis ins Detail nachverfolgt werden wird, sondern das Thema auch transparent in der Öffentlichkeit kommuniziert wird. Bei den Auftraggebern für fingierte Bewertungen handelte es sich um über 50 Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese versuchten, sich mittels gekaufter positiver Bewertungen bei Fivestar Marketing einen Vorteil bei potenziellen Gästen zu erschleichen. Die Bewertungen wurden durch freie Mitarbeiter im Auftrag von Fivestar Marketing verfasst. Damit verstieß Fivestar Marketing gegen eine unterzeichnete Unterlassungserklärung und HolidayCheck reichte Klage ein.

Auch gegen die Auftraggeber ging das Buchungs- und Bewertungsportal vor: Alle involvierten Hotels wurden im ersten Schritt durch einen Manipulationshinweis auf der Website von HolidayCheck für den Urlauber kenntlich gemacht. Zeitgleich versendete HolidayCheck Abmahnungen an die betroffenen Betriebe mit der Aufforderung, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Ein Großteil der Hotels verpflichtete sich daraufhin, unter Androhung einer Vertragsstrafe, keine gefälschten Bewertungen mehr abzugeben. Viele Hoteliers unterzeichneten aber nicht nur eine Unterlassungserklärung, sondern sicherten HolidayCheck auch Unterstützung im Kampf gegen Fivestar Marketing zu und lieferten wichtige Beweismittel.

 

Anzeige