Fairmas-TrendbarometerHeißer Herbst? Fehlanzeige!

AIP

Die ersten sieben Monate des Jahres sind für das deutsche Gastgewerbe gut verlaufen: Rund 3,5 Prozent wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr umgesetzt. Der Herbst wird hingegen in vielen Metropolen eine zähe Angelegenheit, tendenziell sinkt die Profitabilität.

Berlin: Goldener Oktober an der Spree

Ausgangslage: Ein elfprozentiges Minus bei Rate und RevPAR hat Fairmas für September prognostiziert – und so ist es auch gekommen. Dabei hat es weder an Events noch an touristischen Attraktionen gefehlt. Einfluß hatte aber das Fehlen der Messe Innotrans, die im zweijährigen Rhythmus stattfindet.
Fairmas-Ausblick: Die positive Entwicklung bei der durchschnittlichen Zimmerrate von fünf Prozent ist in erster Linie dem World Congress of Psychiatry (WPA) zu verdanken. Im Leisure-Bereich sorgt im Oktober unter anderem das »Festival of Lights« für Nachfrage; der bundesweite Feiertag am Reformationstag wird mehr Touristen in die Bundeshauptstadt bringen.

Negativ-Spirale in Düsseldorf

Ausgangslage: Der Mai war für die Düsseldorfer Hoteliers der letzte Monat, in dem schwarze Zahlen geschrieben werden konnten – seither ist die Performance negativ. Auch im September lag der RevPAR um rund sechs Prozent im Minus.
Fairmas-Ausblick: Das Defizit bei der Auslastung soll im Oktober zwar nicht mehr so stark ausfallen, dafür wird eine Rate im Vergleich zum Vorjahr von -22,2 Prozent erwartet. Der RevPAR büßt ebenfalls stark ein. Für den November wird ebenfalls ein negatives Wachstum bei allen drei Kennzahlen prognostiziert. Die Höhe des Rückgangs beim RevPAR ist mit sieben Prozent recht deutlich.

Köln: Die Anuga sorgt für guten Umsatz

Ausgangslage: Trotz zahlreicher Messen konnten die Kölner Hoteliers im September keine schwarzen Zahlen schreiben; der RevPAR lag um 12,3 Prozent im Minus.
Fairmas-Ausblick: Für Oktober wird mit einem deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Zimmerpreise gerechnet. Aufgrund der erwarteten geringeren Auslastung steigt der RevPAR allerdings nicht in gleicher Höhe wie die Rate (+18%). Für Umsatz sorgt bei den Hoteliers vor allem die Anuga, die vor zwei Jahren 160.000 Besucher zählte. Im November wird Köln stark von der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn profitieren.

Frankfurt: RevPAR-Plus dank Pharmaindustrie

Ausgangslage: Der September war ganz nach dem Geschmack der Frankfurter Hoteliers: ein voller Businessmonat, zudem konnte durch die »IAA« viel Geschäft generiert werden.
Fairmas-Ausblick: Auffällig im Oktober ist der deutliche Anstieg bei der Zimmerrate, die auch den RevPAR im Vergleich zum Vorjahr deutlich wachsen lässt (+17%). Das liegt vor allem am CPHI-Kongress, der Ende Oktober in Frankfurt stattfindet. Der Kongress der Pharmaindustrie ruft außerordentlich hohe Raten hervor und dies über diverse Segmente. Die November-Erwartungen liegen knapp über den Werten vom Vorjahr.

München erwartet durchwachsenen Herbst

Ausgangslage: Im Oktoberfest-Monat September glänzt München traditionell mit einer guten Performance. So war es auch in diesem Jahr: Die Rate verbesserte sich um 2,6 Prozent, der RevPAR gar um vier Prozent.  
Fairmas-Ausblick: Bei der Auslastung ist die Erwartung der Isar-Hoteliers für den Oktober unverändert negativ (-2,3%); die Entwicklung bei der durchschnittlichen Zimmerrate konnte hingegen deutlich nach oben korrigiert werden (+5,3%). Für den November wird ein negatives Wachstum bei allen drei Kennzahlen erwartet – und die Höhe des Rückgangs beim RevPAR ist mit -9,1 Prozent recht deutlich.

Hamburg: Trübe Aussichten in der Hansestadt

Ausgangslage: Alles andere als zufrieden konnten die Hoteliers mit dem Monat September sein, bei dem die Rate um 14 Prozent nach unten rutschte. Dem Business-Geschäft fehlten die Messen »SMM« und »Wind Energy« sowie zwölf weitere umsatzbringende Kongresstage.
Fairmas-Ausblick: Alle drei Kennziffern werden im Oktober mit einem einstelligen Minus im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Grund hierfür ist das eingeschränkte Corporate- und MICE-Geschäft aufgrund der Brücken- und Feiertage. Auch für den November wird seitens der Hamburger Hoteliers mit einem Auslastungsrückgang von fünf Prozent gerechnet.

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