Faire Praktiken von Online-Plattformen Das fordert Hotrec von EU-Politikern

v.l. Susanne Kraus-Winkler (HOTREC-Präsidentin, Christian de Barrin (HOTREC- CEO), MEP Isabella De Monte, Markus Luthe (Vorsitzender HOTREC-Distribution Task Force).

Über die Transparenz von Online-Plattformen im europäischen digitalen Binnenmarkt diskutierten heute Europaabgeordnete und Vertreter der Europäischen Kommission sowie des Gastgewerbes, der Online-Plattformen und der Verbraucherverbände. Markus Luthe verwies auf unfaire Praktiken der dominanten OTAs gegenüber ihren Partnern.

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Die Vertreter des europäischen Gastgewerbes beschrieben den Teilnehmern – darunter zahlreiche EP-Abgeordnete, Abteilungsleiter der Generaldirektionen Justiz (Just) und Kommunikationsnetzwerke, Inhalt & Technologie (Connect) sowie Vertreter der Mitgliedstaaten – die Marktsituation im Bereich der Online-Plattformen aus Sicht des Gastgewerbes und der Verbraucher. Zudem schlugen sie notwendige Maßnahmen zur Beseitigung unlauterer und unfairer Geschäftspraktiken der Online-Plattformen vor.

„Online-Plattformen missbrauchen ihre dominante Position gegenüber ihren Partnern aus der stark fragmentierten Hospitality-Branche. Wenn eine Plattform allein für rund 2/3 aller Hotelbuchungen, die über Online-Buchungsportale generiert werden, steht, ist die gesamte Branche von den Praktiken dieser Plattform betroffen, besonders wenn diese unfair sind“, betonte Markus Luthe, Vorsitzender der Distributions-Task Force von HOTREC während der Veranstaltung. „Trotz des Verbots von Paritätsklauseln in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien – diese Länder stehen für fast 50% der Übernachtungen im EU-Tourismusmarkt – hindern solche Klauseln in den anderen Ländern Europas die Hoteliers immer noch daran, die Preise und Bedingungen für ihre eigenen Produkte frei zu bestimmen“, fügte Luthe hinzu.

In der Tat verlieren Hoteliers und Gastronomen durch unfaire Vertragsbedingungen, die von den dominanten Online-Plattformen diktiert werden, mehr und mehr die Kontrolle über ihre eigenen Produkte und den Vertrieb. Und auch die Verbraucher werden von Online-Portalen häufig in die Irre geführt oder unter psychologischen Druck gesetzt, Buchungen sofort durchzuführen.

„Es soll ein Level-Playing Field für alle Akteure in der heutigen digitalen Wirtschaft geschaffen und mehr Transparenz sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher erreicht werden“, sagte MdEP Isabella De Monte, die Gastgeberin der Veranstaltung. „Fairer Wettbewerb sollte der Garant für die Lenkung und die Entwicklung des EU-Binnenmarktes sein, und ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Binnenmarktstrategie“, fügte De Monte hinzu.

„Das Europäische Gastgewerbe verlangt, dass Verbraucher korrekt und transparent über Rankingkriterien und Preise auf den Portalseiten informiert werden und dass Online-Plattformen unlautere und unfaire Geschäftspraktiken sowohl gegenüber Unternehmen als auch gegenüber Verbrauchern stoppen. Mehr Transparenz auf den Portalen sowie ein klares und effizientes Prozedere im Falle von Streitigkeiten sind in der Tat unerlässlich für Unternehmen, um effizient und verlässlich arbeiten zu können“, fügte Christian de Barrin, CEO von HOTREC, hinzu. „Die derzeitige Marktsituation kann und muss von den politischen Entscheidungsträgern verbessert werden, um das gesamte Potential von Plattformen zum Nutzen des digitalen Binnenmarktes zu nutzen“, schloss de Barrin.

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