Fair Job Hotels Wertschätzung als A&O

Fair Job Markenbotschafterin
Maria Mittendorfer ist jetzt Operations Manager der Fair Job Hotels. Zuvor war sie als Markenbotschafterin in ihrem Range Rover im Land unterwegs. (Bild: Fair Job Hotels)

Für Maria Mittendorfer geht im Februar 2020 die Fair Job Trophy zu Ende. Auf ihrer Tour quer durch Deutschland ist sie im ständigen Austausch mit Auszubildenden und dem potenziellen Nachwuchs. Für sie ist die Anerkennung gegenüber den Mitarbeitern der Schlüssel dazu, junge Leute für die Branche zu begeistern und zu halten.

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26 Messen, 48 Hotels, 25.000 Kilometer – das ist die bisherige Bilanz der Fair Job Trophy. Die Deutschlandtour von Markenbotschafterin Maria Mittendorfer neigt sich dem Ende zu. Nach fast einem Jahr „on Tour“ blickt die Betriebswirtin hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie sieht Chancen, dass sich die Branche gut entwickeln und genügend qualifizierte Mitarbeiter finden wird. Um das zu erreichen, braucht es ihrer Meinung nach nur eines: Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern.

Mehr Planungssicherheit

Dabei gebe es in der Branche noch Nachholbedarf, vor allem bezüglich Arbeitszeiten und Überstunden. Dieses Feedback bekam sie häufig von Berufsschülern, die sie auf ihrer Tour in deren Bildungseinrichtungen besuchte. „Den Azubis ist eine gute Work-Life-Balance wichtig. Dazu gehört, dass sie ihre Freizeit langfristiger verplanen wollen. Wenn der Dienstplan für die kommende Woche einen Tag vorher herausgegeben wird, ist das aber nicht möglich“, betont Maria Mittendorfer. Im Sinne der Wertschätzung plädiert sie außerdem für mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. „Junge Menschen wollen sich entwickeln und mehr Verantwortung übernehmen.“

Wie das aussehen kann, hat sie auf ihrer „Trophy-Tour“ erlebt. Das Atrium Hotel Mainz hat einen Tag lang seinen Azubis gänzlich die Verantwortung überlassen. 27 junge Menschen haben das Tagungshotel allein gemanagt – die Führungskräfte waren nicht da. „Es war wirklich toll! Die Azubis waren sehr bemüht und haben das echt klasse gemacht“, schwärmt die Markenbotschafterin. Sie ist überzeugt: Solche Aktionen bringen nicht nur die Nachwuchskräfte weiter, auch die Führungskräfte können einfacher loslassen und Vertrauen aufbauen.

„Ich bin in den Hotels, die ich besuche, natürlich in meiner ‚Fair-Job-Blase‘. In den Berufsschulen war das Feedback der Azubis anders. Einige von ihnen wollten die Branche wechseln“

Anspruchsvoller Nachwuchs

Maria Mittendorfer erlebte auf ihrer Reise viele positive Beispiele für Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern in der Hospitality. „Das Hotel Blauer Reiter in Karlsruhe vergütet die Ausbildung schon im ersten Lehrjahr mit 1.000 Euro pro Monat“, betont sie. Auch Benefits wie vergünstigte Massagen oder Rabatte im Food & Beverage-Bereich seien bei einigen Hotels im Angebot für die Mitarbeiter. „Ich bin in den Hotels, die ich besuche, natürlich in meiner ‚Fair-Job-Blase‘. In den Berufsschulen war das Feedback der Azubis anders. Einige von ihnen wollten die Branche wechseln“, sagt sie. Denjenigen riet sie, sich zunächst nach einem anderen Hotel als Ausbildungsbetrieb umzuschauen, das die gewünschten Benefits bietet. „Heute suchen sich Azubis das Hotel aus und nicht umgekehrt. Die Branche muss sich auf einen fordernden Nachwuchs einstellen, der keine Kompromisse eingehen will.“

Bei den Ausbildungsmessen nahm Maria Mittendorfer wahr, dass die älteren Generationen der Branche schlechte Bedingungen zuschreiben – junge Menschen seien dagegen unvoreingenommener. Daher sei der persönliche Kontakt sowohl mit dem Nachwuchs als auch mit dessen Eltern wichtig. Beide habe sie meist im direkten Austausch von den Ausbildungsmöglichkeiten in der Hospitality überzeugen können. Deshalb plädiert sie für einen stärkeren Auftritt der Branche bei Ausbildungsmessen.

Wehmut und Vorfreude

„Es fühlt sich so an, als sei ich erst gestern zu meiner Tour aufgebrochen. Mir wird der intensive Austausch mit den Auszubildenden und Hoteliers fehlen“, räumt die Markenbotschafterin ein. Sie möchte der Branche treu bleiben. Ob sie sich auf ein Hotel festlegen wird, weiß sie noch nicht. Denn sie zieht auch die Möglichkeit in Betracht, hotelübergreifend tätig zu sein – in Deutschland.

Obwohl sie den Austausch vermissen werde, freut sich die gebürtige Österreicherin nun auf einen „festen Wohnsitz“. Fast jeden Tag „on the Road“ zu sein, sei nicht nur spannend, sondern auch anstrengend. „Schlechte Laune kann ich mir eigentlich nie leisten“, bekennt sie. Auch darauf, wieder selbst kochen zu können, freut sie sich.Mareike Knewitz

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