Ökologischer GartenEs grünt so grün...

Es scheint ein Widerspruch in sich zu sein, doch gerade in naturbelassene Gärten muss viel Zeit und Geld investiert werden. Weil es in Hotels oft an beidem mangelt, sind sogenannte »Bio-Gärten« selten authentisch. Zwei Positiv-Beispiele belegen, dass es unterschiedliche Wege zur ökologischen Außenanlage gibt.

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»Erholen Sie sich in unserem schönen Hotelgarten!«, ist oft auf Homepages oder in Prospekten von Hotels zu lesen. Nicht selten steckt dahinter lediglich ein Stück kümmerliches Grün mit ein paar Plastikliegen. Noch problematischer kann es werden, wenn Hotels mit einem »Bio-Garten« werben. Denn diesen Begriff gibt es per se gar nicht. Jedenfalls existieren keine Zertifizierungen mit dazugehörigen Kontrollen. Deshalb ist der Begriff nicht geschützt und kann im Prinzip von jedem verwendet werden. »Als Laie können Sie nur schwer beurteilen, ob Pflanzen tatsächlich konsequent nach ökologischen Kriterien ›ernährt‹ und gepflegt werden«, meint Manuel Sauer, Inhaber von Terramanus Landschaftsarchitektur in Bonn.

Sauer selbst würde den Begriff »Bio-Garten« so nicht verwenden. »Wichtiger als 100 Prozent Bio im Garten erscheint mir für die Hotellerie der Gestaltungsaspekt eines ›naturnahen Gartens‹. Schließlich soll der Garten die Gäste ja in erster Linie als gepflegte, natürliche Visitenkarte des Hauses beeindrucken und das möglichst ganzjährig.« Je besser das »gestalterische Wirkungsziel« umgesetzt werde, desto weniger Chemie sei notwendig. Und genau da liegt die Schwierigkeit: Die Außenanlage sollte bestenfalls von Experten geplant werden. Je kompetenter die Bepflanzung erfolgt, desto geringer sind die künftigen Kosten für die Pflege. Diese sollte jedoch, wenn das Know-how fehlt, von einem Gärtner übernommen werden. Schließlich muss man einiges wissen, um einen nachhaltig gesunden und einladend wirkenden Garten zu hegen, der nur mit Kompost-Düngung oder bestenfalls ganz ohne Düngung auskommt. Manuel Sauer vergleicht die Arbeit sogar mit der eines Tierpflegers: »Auch Pflanzen sind verschieden. Der Pfleger muss erkennen können, wann sie krank werden und wie sie sich vertragen.«

Mit diesem Thema beschäftigt sich Gottfried Herzog schon fast sein ganzes Leben. Der 58-Jährige ist Senior-Chef des Hotel Rupertus im österreichischen Leogang. Es war seine Idee, die 2700 Quadratmeter große Grünanlage seines Drei-Sterne- Superior-Hotels so zu gestalten, dass keine chemischen Dünger notwendig sind. Er ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen – und trotzdem: »Das ganze Leben ist ein Studium«, sagt Herzog. Nachdem er sich im Jahr 2005 für die Umgestaltung des Gartens entschieden hatte, habe er erst einmal Fachbücher gewälzt, sich ausgiebig mit Bio-Bauern unterhalten und Informationen von »Bio Austria« eingeholt. Mit der Kontrollstelle war er ohnehin wegen der Bio-Produkte auf der Speisekarte in Kontakt. Seit fast sieben Jahren beschäftigt sich Herzog nun schon intensiv mit dem Thema und mittlerweile sei der Garten »recht üppig«. Er kommt ohne chemische Hilfsmittel aus, weil sich gegensätzliche – und damit ergänzende Kulturen – entsprechend eingependelt haben.

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