Entschädigung für Thomas Cook-Kunden Tourismuswirtschaft begrüßt Zusage der Bundesregierung

Thomas Cook Airline (Symbolbild) (Bild: Pixabay)

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt die heute bekannt gegebene Entscheidung der Bundesregierung, betroffenen Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook die Schäden auszugleichen, die nicht von anderer Seite – also insbesondere dem Versicherer Zurich – ersetzt werden.

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„Wir danken der Bundesregierung für diese unbürokratische und verbraucherfreundliche Lösung“, erklärte BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel. „Damit werden den Kunden jahrelange Rechtsstreitigkeiten und –unsicherheiten erspart. Auch die Ankündigung, dass es sich um ein möglichst einfaches und kostenfreies Verfahren handeln soll und die Kunden nicht selbst aktiv werden müssen, um ihre Rechte zu wahren, ist äußerst begrüßenswert.“ Politik und Branche arbeiten derzeit an neuen tragfähigen Lösungen für die Kundengeldabsicherung bei Pauschalreisen.

Gegenwind kam heute vom Deutschen Beamtenbund. Der dbb Hessen kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook mit Steuermitteln entschädigen zu wollen. “Es ist ein reiner Hohn, wenn die Regierung dann noch suggeriert, sie würde den Kunden zur Seite springen. Schließlich hat die Regierung den entstandenen Schaden selbst zu verantworten”, erklärt der dbb Landesvorsitzende Heini Schmitt. Die Regierung ist keinesfalls der Retter, sondern ist lediglich darum bemüht, Schadensbegrenzung zu betreiben, indem sie so versucht, womöglich noch viel teurere Schadenersatzklagen der Reisenden zu umschiffen.

Das eigentliche Problem: Eine EU-Richtlinie wurde unzureichend umgesetzt. “Die die Regierung hat es verschlafen, diese in geeigneter Form in nationales Recht umzuwandeln und so den Schaden erst ermöglicht, indem sie die Haftungsgrenzer auf 110 Millionen Euro begrenzt hat”, so Heini Schmitt. Die EU-Richtlinie garantiere Pauschalreisenden jedoch einen vollumfänglichen Schutz. “Da wurde nicht sauber gearbeitet und das darf jetzt der Steuerzahler ausbügeln.”

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