Hotelaktien 12.2012Ein neuer Hochseilakt


Rest der Welt

»Anhaltender Boom«, lautet nicht nur die Devise für die Touristikbranche in China. Auch in Indien stehen die Zeichen auf Expansion: Die Zahl der ausländischen Touristen ist von Januar bis September um 5,9% gegenüber der gleichen Zeitperiode des Vorjahres gestiegen. Die Zahl der ins Ausland reisenden Inder sowie der Binnentouristen stieg im Berichtszeitraum um je 12%. Die Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 8%. »Wir wissen aus ­Erfahrung, dass der Tourismus in etwa doppelt so stark wächst«, zeigt Sajid Desai von UBM India das riesige Wachstumspotenzial der heimischen Tourismusbranche auf. Ungeachtet dessen meldet die an der Börse in Bombay gelistete Indian Hotels Company für das dritte Quartal einen Verlust von 1,2 Mio $. Im gleichen Quartal 2011 war ein Gewinn von 1,6 Mio $ ausgewiesen worden. Die von der Tata-Gruppe kontrollierte Gesellschaft litt sowohl unter steigenden Kosten als auch unter der Unsicherheit über die globale Wirtschaftsentwicklung.

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Keine größeren Veränderungen im Umsatz erwartet das Management der japanischen Gesellschaft Kamogawa Grand Hotel für das laufende Geschäftsjahr 2012/13, das am 31. März enden wird. Nach einem Umsatz von 3,20 Mrd Yen im Vorjahr wird für das aktuelle Jahr ein Umsatz von 3,19 Mrd Yen erwartet. Auf der Ertragsseite wird eine positive Ent­wicklung gesehen; denn nach einem Verlust je Aktie von 3,83 Yen im Vorjahr wird für 2012/13 ein Gewinn je Aktie von 1,25 Yen prognostiziert.

Hotelfinanzierungen

Fachleute erwarten auch 2013 kein Ende der generösen und superleichten Geldpolitik der internationalen Notenbanken. Konkret heißt das: Ein nachhaltiger Anstieg der kurz- und langfristigen Zinsen wird nicht erwartet. So lange das Vertrauen der Kapitalanleger nicht nachhaltig leidet, werden Regierungen und die Notenbanken weiter versuchen, die Weltwirtschaft zu reflationieren. Die gegenwärtige Lage an der Zinsfront bietet der freien Wirtschaft extrem günstige Finanzierungschancen. Vorausgesetzt allerdings, die Geschäftsbanken sind bereit, die eigenen sehr günstigen Refinanzierungskosten an ihre Kunden weiterzugeben. Das ist indes nicht immer der Fall. Zuletzt nahm die Zahl der Finanzierungs-Transaktionen in der Hotelbranche allerdings zu:

InterContinental Hotels Group: Die Gesellschaft will sich Fremdkapital am britischen Markt beschaffen und eine zehnjährige in Pfund Sterling denomierte Anleihe ausgeben.
Shangri-La Asia: Der Hotelbetreiber mit Sitz in Hongkong erhält von einem internationalen Bankenkonsortium einen Kredit in Höhe von 200 Mio US-$. Der Kredit läuft über 5 Jahre und wird mit einem Aufschlag von 220 Basispunkten über Libor verzinst.

Wyndham Woldwide Corporation: Die US-Hotelgruppe legt für ihre Tochtergesellschaft Sierra Timeshare zwei durch Vermögenswerte gesicherte Anleihen (sogenannte Asset Backed Securities) mit unterschiedlicher Laufzeit auf. Auf diese Weise beschafft sich das Unternehmen Fremdkapital in Höhe von 275 Mio $. Die beiden Anleihen weisen Kupons von 1,87 % und 2,66 % auf.

Kaufen oder nicht kaufen?

Caesars Entertainment: Die Aktionäre dieser Kasino- und Hotelgesellschaft machten große Augen, als die Fachleute der Deutschen Bank das Kursziel der Aktie auf Sicht von 12 Monaten von bisher 16 $ kräftig auf 6 $ senkten. Nach dem starken Kursrutsch der jüngsten Zeit liegt die Bewertung der Aktie allerdings nach wie vor bei »halten«.

TUI: Bei der Berenberg Bank in Hamburg wird die Aktie von Europas größtem Touristik-Unternehmen mit »kaufen« eingestuft. Das Kursziel wurde von 7 auf 9 € nach oben gesetzt.

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