Interview mit Marc Benkert von Be:Con»Ein müder Versuch«

Be:Con brachte Mitte Februar die ersten deutschen Häuser in die Buchungsmaske des Hotelfinders. Der Hamburger Agenturgründer Marc Benkert spricht im Interview mit Top hotel über die derzeitigen Experimente von Google, die Integration von Streetview und Tipps für die Optimierung der Places-Einträge.

Anzeige

Top hotel: Herr Benkert, Google behauptet offiziell, es gäbe noch keinen Deutschland-Launch. Dennoch bringen Sie hiesige Hotels in den Hotelfinder. Fliegen diese eventuell wieder raus?

Marc Benkert: Nein. Das ist lediglich Ausdruck der hohen Geschwindigkeit, mit der Google derzeit entwickelt. Das ändert sich andauernd. Die Seekda-Schnittstelle ist ganz offiziell. Google will auf Dauer einen schärferen Wettbewerb und ein Versteigerungsprinzip bei den TravelAds. Warum sollten die Hotels da nicht mitmachen?

Top hotel: Aber man kann sich dort nicht differenzieren.

Benkert: Stimmt, aber auch das wird sich ändern. Zum Beispiel könnte es zum Anbieternamen eine zweite Textzeile geben, mit der sich die Anbieter profilieren. Solange die Liste so kurz ist, werden wohl die meisten Nutzer das gesamte Angebot scannen und sich in Ruhe entscheiden. Da bekommt jeder Anbieter seinen Traffic ab, wenn die Preise nicht zu sehr auseinanderklaffen.

Top hotel: Soeben hat Google im Call-to-­Action auch den Buchungspreis übernommen …

Benkert: … und blendet dort nicht den billigsten ein, sondern die Rate jenes Anbieters, der den höchsten Cost-per-Click (CPC) bezahlt. Das ist ein müder Versuch, den Wettbewerb zu intensivieren. Das könnte nämlich dazu führen, dass in der Übersichtsliste Preise stehen, die größtenteils zu teuer sind. Google probiert da gerade einiges aus und wird sicher einen besseren Weg finden.

Top hotel: Die Tests gelten auch für Streetview.

Benkert: Wer Streetview bisher als Spielerei sah, der muss wohl umdenken. Denn: Der Zugang zu entscheidungsrelevanten Streetview-Bildern war nie einfacher. Hotels, die sich für das Verpixeln entschieden haben oder in einer unschönen Umgebung verortet sind, haben jetzt ein Problem.

Top hotel: Was können die Hotels von ­Ihnen erwarten?

Benkert: Abgesehen von der Integration in den Hotelfinder sind die TravelAds ja auch in Google Places sichtbar und tauchen bei präzisen Hotelsuchen auch auf der rechten Seite im normalen Index auf. Außerdem ist das Seekda-System eine vollwertige Internet-Buchungs-Engine (IBE) und hat zum Beispiel auch einen Channel Manager. Der Hotelier muss seine IBE aber gar nicht wechseln. Er kann Seekda auch nur zur Google-Platzierung nutzen.

Top hotel: Haben Sie einen Tipp für die ­Hoteliers in Bezug auf die Optimierung der Places-Profile?

Benkert: Neben Texten und Bildern sollten sich die Betreiber vor allem um die Bewertungen kümmern. Die erscheinen sowohl direkt in der Suche als auch im Hotelfinder ganz prominent und sind ein wichtiges Kriterium für die Reihenfolge, wie der Hotelfinder die Hotels anzeigt.

Anzeige