Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartCoronakriseDirk Iserlohe will Anträge auf Aussetzung stellen: Dorint zieht gegen Übernachtungsverbote vor...

Dirk Iserlohe will Anträge auf Aussetzung stellenDorint zieht gegen Übernachtungsverbote vor Gericht

Dorint-Chef Dirk Iserlohe appeliert seit Wochen mit Briefen an die Politik, ihren Kurs anzupassen und das Gastgewerbe besser in der Krise zu unterstützen. Nun kündigt die Hotelgruppe an, wegen der aktuell geltenden Übernachtungsverbote vor Gericht zu ziehen.

Die Gruppe wolle Anträge auf die einstweilige Aussetzung der Übernachtungsverbote stellen, und zwar bei allen zuständigen Oberverwaltungsgerichten. Es fehle an der Verhältnismäßigkeit der Anordnungen in Bezug auf die betroffene Branche, reklamiert Dirk Iserlohe, Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Hotelgruppe. Er begründet dies mit den immensen Investitionen in Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen während und nach dem ersten „Lockdown“ – die auch bis heute strikt eingehalten werden –, sowie mit der Tatsache, dass sich in den Dorint Hotels & Resorts noch kein Gast infiziert hat. Der Unternehmer beruft sich dabei auf die Statistik des Robert Koch Instituts (RKI), in der veröffentlicht wurde, dass Hotels keine signifikanten Infektionsquellen darstellen und damit statistisch keinen relevanten Beitrag zur Verbreitung des Corona-Virus leisten. Daher sieht Iserlohe die neuen Restriktionen als eine ungerechte und unangemessene Benachteiligung des gesamten Gastgewerbes.

Private Haushalte als Hauptinfektionsquelle

„Hinzu kommt, dass das RKI festgestellt hat, dass die privaten Haushalte die Hauptinfektionsquellen darstellen, da dort der Abstand nicht gewahrt wird. Zwangsläufig werden daher nun potenzielle Hotelgäste in private Quartiere ausweichen, die nicht kontrollierbar sind – und auch nicht kontrolliert werden sollen. Durch den erneuten Lockdown wurden schon Gäste, die den Preis für hygienisch einwandfreie Urlaubsziele bereits bezahlt haben, aus den Destinationen regelrecht ‚vertrieben‘.“

Wirtschaftliche Auswirkungen nicht durchdacht

Die wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Bundesregierung laut Iserlohe – trotz der Sommerpause, die in Berlin ungekürzt wahrgenommen wurde – nicht durchdacht. Obwohl rechtzeitig von den führenden Virologen auf das Infektionsgeschehen in Herbst und Winter hingewiesen worden ist, seien keine konkreten Unterstützungsprogramme für den geplanten Lockdown erarbeitet oder verkündet worden, um so die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden zu kompensieren, meint Iserlohe. Die Umsatzausfälle in der Hotel- und Gastronomiebranche seien jetzt schon enorm und das Wirtschaftsjahr faktisch jetzt schon zu Ende. Denn selbst wenn der Lockdown am 30. November auslaufe, rechneten die betroffenen Hoteliers nicht wieder mit sofortigen Buchungen. Vielmehr noch gingen inzwischen viele davon aus, dass der Lockdown verlängert wird.

Hotelunternehmer Dirk Iserlohe ist sich sicher: „Das alles führt jetzt dazu, dass die Hotellerie und Gastronomie durch den erneuten Lockdown – ohne entsprechend ausgereifte Programme, Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen – zu einem politischen Bauernopfer wird“.

 

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link