Die Ratenparität auf dem Prüfstand: Eine Branche im Umbruch

Werbung mit dem Geld der Hotels: Buchungsportale wollen ihren Bekanntheitsgrad vergrößern, HRS ist beispielsweie in deutschen Bahnhöfen ein guter Werbekunde. (Bild: Arnulf Hettrich)

Der Staub, der bei der Diskussion über die Ratenparität aufgewirbelt wurde, beginnt sich wieder zu legen. Ein klarer „Sieger“ aber ist nicht zu erkennen. Was als Ärger über möglicherweise überhöhte Provisionen begann, hat den Status quo in der deutschen Hotellerie komplett verändert. Aber wer wird eigentlich von den zu erwartenden Veränderungen proftieren? Können die Hotels niedrigere Provisionen durchsetzen, indem sie HRS & Co. in einen Preiskampf zwingen? Oder sind die Mittler auch ohne Parität so übermächtig, dass sich nicht viel verschieben wird? Das sind einige der Fragen, mit denen sich Marco Giraldo, Director of Sales der Success Group, in seinem Hotel&Technik-Beitrag befasst. – von ak

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In vielen Diskussionen zur Rolle der Online-Mittler schimmert bei den Hoteliers die Erinnerung an eine verklärte, gute, alte Zeit durch: Zimmer verkauften sich wie von selbst und jeder war das beste Haus am Platz. Dieses beschauliche Dasein wurde dann jäh gestört, als sich die Buchungsportale ungefragt zwischen Gast und Gastgeber drängten, um immer höhere Provisionen zu verlangen. Dass es eben nicht so einfach war, ausreichend Gäste zu finden und die Individualhotellerie kaum internationale Buchungen generieren konnte, wird dabei offensichtlich verdrängt. Ein Großteil des Zorns, der sich bei den Hoteliers aufgestaut hat, scheint dann auch darauf zurückzugehen, dass sie die Geister, die sie einst begeistert riefen, nicht mehr loswerden. Denn, dass die Mittler für die meisten Hotels ein Segen waren und sind, lässt sich nur schwer bestreiten. Was den Hotels aber nicht hätte passieren dürfen – im Rückblick natürlich leicht gesagt – ist, sich in die Abhängigkeit der Mittler zu begeben.

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