Deutschlandtourismus Corona-Virus könnte Wachstum dämpfen

Die Ankünfte chinesischer Touristen in Deutschland sind rückläufig. (Bild: Shutterstock / 75tiks)

Die Tourismus-Entwicklung nach dem Ausbruch des Corona-Virus und den damit verbundenen Reisebeschränkungen werden in den kommenden Monaten auch Auswirkungen auf den deutschen Incoming-Tourismus haben. Erwartet wird, dass sieben bis 25 Millionen Chinesen weniger auf Reisen gehen. Die DZT zeigt drei Szenarien auf.

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Umfang und Dauer möglicher Rückgänge im Incoming aus China werden nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) entscheidend davon geprägt sein, wie die administrativen Maßnahmen der chinesischen Behörden greifen, wie lange und wie weit sich das Virus ausbreiten kann und welche Auswirkungen die Krise auf die chinesische Volkswirtschaft haben wird.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erklärt dazu: „Mit Hochdruck analysieren wir die Auswirkungen des Coronavirus, die sich auf das Deutschland-Incoming ergeben können. Im Dialog mit vielen europäischen Wettbewerbern werden wir unsere geplanten Kampagnen in die zweite Jahreshälfte verschieben. Mit Sicherheit ist jetzt Flexibilität und innovatives Marketing gefragt, um im deutschen Incoming-Tourismus an dem hohen Potenzial, das der chinesische Markt verspricht, weiter zu partizipieren.“

Drei Szenarien für den Incoming-Tourismus

Tourism Economics, eine Tochter von Oxford Economics erwartet, dass die Auswirkungen von Corona höher aber kurzlebiger sein werden als im Vergleich zur SARS-Epidemie im Jahr 2003. Wegen der gewachsenen Reiseaktivität der Chinesen gehen verschiedene Szenarien davon aus, dass als direkte Folge von Corona weltweit sieben bis 25 Millionen Chinesen weniger auf Reisen gehen könnten. Analog zu diesen Prognosen hat die DZT mögliche Folgen für den deutschen Incoming-Tourismus abgeleitet.

Szenario 1, das einen schnellen zeitlichen Verlauf der Eindämmung des Coronavirus bis Ende Februar sieht, ist inzwischen obsolet.

Szenario 2 geht davon aus, dass sich die Dauer der Corona-Krise und die Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Chinesen ähnlich entwickeln wie 2003 im Zusammenhang mit SARS. Das könnte zu einem Rückgang der Übernachtungen aus China um 17 Prozent 2020 führen.

Im Szenario 3 wird ein deutlich schwererer Verlauf der Corona-Virus-Epidemie im Vergleich zu SARS unterstellt – mit einem Rückgang der Übernachtungen aus China um 25 Prozent.

Insgesamt könnte die Krise nach derzeitigem Stand zu einem Rückgang für das Deutschland-Incoming 2020 von bis zu einem Prozentpunkt führen.

Hintergrund: China ist der mit großem Abstand wichtigste asiatische Quellmarkt für das Reiseland Deutschland. Das Übernachtungsvolumen hat sich in den letzten zehn Jahren von 0,82 Mio. (2009) auf 3,02 Mio. (2018) mehr als verdreifacht. Mit einem Marktanteil von 3,4 Prozent liegt China auf Platz 12 aller Quellmärkte für das deutsche Incoming.

 

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