Deutscher Hotelinvestmentmarkt90 Prozent der institutionellen Anleger setzen weiterhin auf Hotels

Trotz der Corona-Pandemie stehen institutionelle Anleger der Anlageoption "Hotel" weiterhin offen gegenüber. (Bild: Pixabay/Stock Snap)

Trotz der Corona-Pandemie stehen institutionelle Anleger dem Hotel als Anlageoption weiterhin offen gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage “Investor Beat” der internationalen Immobilienberatung Cushman & Wakefield (C&W), die im Juni dieses Jahres durchgeführt wurde. Mehr als 20 der in Deutschland aktiven institutionellen Anleger wurden nach ihren Investitionskriterien und ihrer Einschätzung zur Entwicklung des Hotelmarkts befragt.

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90 Prozent der Befragten ziehen demnach Hotels als Anlageklasse weiterhin in Betracht. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage “Investor Beat” der internationalen Immobilienberatung Cushman & Wakefield. Die Mehrheit, genauer 60 Prozent der Anleger, beschränken sich jedoch auf sogenannte “Core-Objekte” (hier erfolgt die Finanzierung im Allgemeinen bei niedriger Fremdkapitalquote) oder auf Deals mit entsprechenden Preisabschlägen. Zehn Prozent der Befragten haben aktuell ihre Hotelankäufe auf Eis gelegt. Die Mehrheit möchte zunächst erste Zeichen einer Erholung der Tourismusmärkte beziehungsweise Leistungsergebnisse abwarten.

(Grafik: Cushman & Wakefield)

Eine vollständige Erholung der Märkte auf das Niveau von 2019 erwarten 50 Prozent der Befragten im Jahr 2022, 32 Prozent im Jahr 2023 und 14 Prozent im Jahr 2024 oder später. Nur fünf Prozent der Investoren erwarten eine vollständige Erholung bereits im Jahr 2021.

Investitionsstandort Berlin liegt vor München und Hamburg

Berlin verzeichnet laut den Umfrageergebnissen das höchste Rating als Investitionsstandort. Die Hauptstadt Berlin erreichte unter den zehn größten Hotelmärkten die höchsten Popularitätswerte – gefolgt von München und Hamburg. Köln steigt als Investitionsstandort unter den Primärstandorten auf. Bezogen auf das Segment erzielten Serviced Apartments, Midscale- und Lifestyle- sowie Budget-Hotels die höchste Bewertung. Das Segment Konferenz verzeichnete den niedrigsten Punktestand.

60 Prozent der befragten Investoren reflektieren variable Pachten in ihrer Preisberechnung. Trotz der Unsicherheiten in Hinsicht auf die Leistungsergebnisse werden variable Pachten weiterhin bei der Mehrheit der Investoren im Kaufpreis berücksichtigt. Hier wird jedoch der prognostizierte, stabilisierte Cash Flow mit einem Abschlag herangezogen. Bei knapp 40 Prozent der Befragten werden variable Elemente in der Bewertung nicht berücksichtigt.
Pächter, Garantien und Rent-Cover gewinnen bei Investitionen an Gewicht. Laut Umfrage werden in Zukunft Pächter, Garantien und Rent-Cover bei Hotelinvestitionen wesentlich kritischer bewertet – gefolgt von der Mikrolage und der Bauqualität.

Stefan Giesemann, Partner, Head of Hospitality Germany & Austria bei Cushman & Wakefield: “Unsere Umfrage zum Hotelinvestmentmarkt Deutschland zeigt, dass institutionelle Anleger trotz der aktuellen Unsicherheiten vermehrt positiv in die Zukunft blicken und – obgleich mit höheren Anforderungen – Hotelinvestments weiterhin verfolgen. Zudem unterstreichen die Ergebnisse das Vertrauen der Investoren in den deutschen Hotelmarkt und die Zukunft als attraktive Anlageklasse.”

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