Deutlicher Rückgang nach starkem JahresauftaktDeutsches Hotelinvestmentvolumen sinkt um 26 Prozent

Nach einem starken Auftakt sank das Investitionsvolumen 2020 deutlich. (Bild: m.mphoto - adobe istock)

Das Investitionsvolumen in deutsche Hotelimmobilien lag in den ersten drei Quartalen 2020 bei rund 1,7 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 26 Prozent (Q1 – Q3 2019: 2,3 Milliarden Euro). Das vermeldet der Immobiliendienstleister Cushman & Wakefield.

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Nach einem guten Jahresauftakt in Q1 mit einem Wachstum von ca. 60 Prozent (ca. 1 Milliarde Euro) war aufgrund der Corona-Pandemie ein erheblicher Rückgang in Q2 (minus 60 Prozent) und Q3 (minus 50 Prozent) zu verzeichnen. Dank des sehr starken ersten Quartals liegt das Investitionsvolumen auflaufend Q3 jedoch immer noch über den Gesamtvolumen der Jahre 2010-2013. Von Juni 2020 bis September 2020 wurden 14 Hotels mit einem Gesamtvolumen von rund 390 Mio. Euro veräußert.

Transaktionen im dritten Quartal

Zu den größten Transaktionen im dritten Quartal 2020 zählten unter anderem:

  • Der Verkauf des 346 Zimmer Leonardo Royal Berlin Alexanderplatz-Hotels an Art-Invest für dessen Manage to Core-Fonds. Im Rahmen einer Sale-and-Lease-Back-Transaktion wurde mit der Fattal-Tochter Leonardo Hotels ein 25-jähriger Mietvertrag geschlossen.
  • Die Veräußerung des TUI Blue Dorfhotels mit 158 Zimmern in Rantum auf Sylt an die Land Union Gruppe. Seit 2007 wird die Anlage von TUI betrieben. Verkäufer war die GBI Holding, die das Objekt bereits Anfang 2019 von der Lloyd Fonds erworben hatte.
  • Der Verkauf des Ruby Luna Düsseldorf-Hotels mit 206 Zimmern als Teil des Büroportfolios „Medicus“ an die Union Investment. Verkäufer ist ein Joint Venture aus Hines und einem Versorgungswerk. Der Verkaufspreis für das gesamte Portfolio lag bei rund 396 Millionen Euro.
  • Der Ankauf des 172 Zimmer Ibis Styles Perlach-Hotels als Teil der Mix-Use Entwicklung „Perlach Plaza“ in München durch KGAL im Rahmen eines Clubdeals mit drei institutionellen Investoren. Verkäufer der im Bau befindlichen Immobilie sind Concrete Capital und BHB. Der Verkaufspreis für das Gesamtprojekt lag bei etwa 250 Millionen Euro.

Gute Kennzahlen in Urlaubsregionen

„Aufgrund der Unsicherheiten haben einige Investoren ihre Investitionsaktivität vorerst eingeschränkt beziehungsweise ihre Anforderungen erheblich erhöht. Ausschlaggebende Kriterien stellen hier insbesondere die Mikrolage, Nachhaltigkeit der Pacht und Bonität des Pächters dar. Eine weitere große Hürde betrifft die Finanzierung, die auch bei attraktiven Projekten nur schwer zu sichern ist. Entwickler und Käufer mit ausreichend Eigenkapital sind damit klar im Vorteil“, kommentiert Stefan Giesemann, Head of Hospitality Germany & Austria bei Cushman & Wakefield, die Entwicklung. Positiv hingegen sei der anhaltende Trend zum Inlandstourismus. Viele Urlaubsdestinationen an Ost- und Nordsee, aber auch in den bayerischen Alpen, konnten davon profitieren und in den Sommermonaten gute Kennzahlen verbuchen. So hätten Hotels in Rostock im August eine durchschnittliche Belegung von mehr als 80 Prozent und eine deutliche Ratensteigerung gegenüber August 2019 erzielt. Das Segment Freizeitimmobilien beziehungsweise Hotelresorts rücke damit auch für Betreiber, Entwickler und Investoren in Zukunft wieder mehr in den Fokus.

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