DEKRA ExpertentippInfektionsgefahren ergänzen

DEKRA-Experten unterstützen Hotelbetriebe beim Arbeits- und Gesundheitsschutz. (Bild: DEKRA)

Hoteliers müssen seit Beginn der Coronakrise die Gefährdungsbeurteilungen in ihren Betrieben aktualisieren, wenn sie ihre Mitarbeiter und Gäste schützen und weiter rechtssicher arbeiten wollen. Dabei muss auch die psychische Gesundheit berücksichtigt werden, so Dr. Karin Müller, Expertin bei DEKRA.

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Dr. Karin Müller
ist Leiterin
des Bereichs
Mensch & Gesundheit
bei DEKRA.

Die Corona-Pandemie macht gesundes und sicheres Arbeiten in Hotels zu einer schwierigen Aufgabe. Hoteliers müssen alle Prozesse systematisch durchleuchten und auf den Prüfstand stellen, um weiterhin ihrer Arbeitgeberpflicht nachkommen zu können: die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen – und damit auch die der Gäste.

Die Gefährdungsbeurteilung ist für den Gesetzgeber das zentrale Element des betrieblichen Arbeitsschutzes. Für jeden Arbeitsplatz-Typ im Unternehmen muss beurteilt werden, welche Gefahren damit verbunden sind. Das ist die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, technischen Prüfungen und Empfehlungen. Durch das Coronavirus müssen nun die bestehenden Gefährdungsbeurteilungen um Infektionsgefahren ergänzt werden. Gefragt sind hierfür Arbeitssicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner gleichermaßen. Denn die Schutzmaßnahmen betreffen organisatorische, technische und medizinische Maßnahmen.
Auch die psychischen Gefährdungen von Mitarbeitern, die bei der Arbeit einer besonderen Infektionsgefahr ausgesetzt sind, müssen gesondert erfasst und bewertet werden. So steht es im neuen „Sars-CoV-2-Arbeitsschutzstandard“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist im Arbeitsschutzgesetz ebenfalls vorgeschrieben.

Zu wenig im Fokus

Die Gefährdungsbeurteilung wird in Deutschland zu wenig beachtet. Nur rund sechs von zehn Unternehmen kommen dieser Pflicht in vollem Umfang nach. Das zeigt der jüngste DEKRA-Arbeitssicherheitsreport 2019, für den das Institut Forsa im Auftrag von DEKRA 300 Mittelständler befragt hat. Vor allem kleinere Unternehmen haben Nachholbedarf.

DEKRA-Experten unterstützen Unternehmen flächendeckend beim Arbeits- und Gesundheitsschutz, bei der arbeitsmedizinischen Betreuung und im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Das digital gestützte System zur Erfassung psychischer Gefährdungsbeurteilung „Dear-Employee-Verfahren“ ist darüber hinaus in Deutschland einzigartig.

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