Dehoga Branchenzahlen Über 220 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr

Ein starkes erstes Halbjahr 2019 verzeichneten die deutschen Beherbergungs- und Gastrobetriebe. Bis Ende des Jahres rechnet der Dehoga Bundesverband mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent. Dennoch stehe die Branche laut Verband vor zahlreichen Herausforderungen, man fordert eine mittelstandsgerechte Politik.

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„Deutschland als Gastgeberland ist so beliebt wie nie“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband). Dank des weiterhin positiven Konsumklimas steuere das Gastgewerbe auf das zehnte Wachstumsjahr zu. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet der Branchenverband für das Gastgewerbe mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent.

222,4 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, setzten Hotels und Restaurants im ersten Halbjahr 2019 nominal 2,7 Prozent mehr um als in den ersten sechs Monaten des bereits starken Vorjahres. Bereinigt um steigende Preise bedeutete dies real ein Plus von 0,5 Prozent. Zudem gab es im ersten Halbjahr 222,4 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste in den heimischen Beherbergungsbetrieben. Nach vorläufigen Ergebnissen war dies ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Die Branche setzte von Januar bis Juni nominal 2,6 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum (real +0,6 Prozent). Auch in der Gastronomie hat sich das Geschäft positiv entwickelt. Die Restaurants, Bars und Kneipen erwirtschafteten ein nominales Umsatzplus von 2,1 Prozent (real -0,4 Prozent).

“… neue Bestmarke bei der Beschäftigung …”

Mit der steigenden Nachfrage stellten die Betriebe mehr ein. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Mai 2019 mit 1.103.600 erstmals auf über 1,1 Millionen. Dies bedeutet ein Plus von 2,2 Prozent oder 23.400 Beschäftigte gegenüber dem Vorjahresmonat. „Die neue Bestmarke bei der Beschäftigung beweist die Relevanz des Gastgewerbes als bedeutender Arbeitgeber in Deutschland“, sagt der Dehoga-Präsident.

Politische Belastungen abbauen

Die wachsende Bedeutung der Branche als Jobmotor müsse sich in besseren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen widerspiegeln. Es gelte, Belastungen abzubauen und neue zu vermeiden. Probleme bereiten den Betrieben vor allem das Finden von Mitarbeitern, steigende Betriebs- und Personalkosten, ihrem Empfinden nach unfaire Wettbewerbsbedingungen, mehr Bürokratie sowie das starre Arbeitszeitgesetz. Dass der Erfolgskurs weitergehe, hänge nicht allein von der Nachfrage ab, sondern insbesondere auch von den richtigen politischen Weichenstellungen im Land. Mit Blick auf die wachsenden Belastungen fordert Zöllick konsequenten Bürokratieabbau, eine Reform des “lebensfremden Arbeitszeitgesetzes” und gleiche Steuern für Essen.

Zöllick fordert mehr Anerkennung für das Gastgewerbe

„Insbesondere vor dem Hintergrund einer Konjunkturabkühlung und weiteren Unsicherheiten wie dem unklaren Brexit-Fahrplan und den weltweiten Handelskonflikten benötigen wir mehr denn je eine wirtschaftsfreundliche und mittelstandsgerechte Politik sowie mehr Anerkennung und Wertschätzung für das, was die gastgewerblichen Unternehmer mit ihren Mitarbeitern Tag für Tag vor Ort leisten“, sagt Zöllick.

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