BDVTDas Hotelzimmer für Trainer

Trainer arbeiten gern in Hotels. Zugleich gestaltet sich die Zusammenarbeit oft nicht ohne Spannungen. Die typischen Zerreißproben zu kennen und ihnen vorzubeugen, ist Ziel dieses und folgender Beiträge.

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Worauf achten Sie, verehrte Damen und Herren Hoteliers, wenn Sie selbst eines Ihrer Hotelzimmer betreten? Natürlich auf Sauberkeit. Natürlich auch, ob alles ordentlich ist und an seinem Platz liegt. Die Dusche probieren Sie vielleicht nicht selbst aus (ich hatte mich darüber schon einmal kritisch an dieser Stelle geäußert), aber natürlich checken Sie auch die Nasszelle. Mit einem Rundumblick verlassen Sie das Zimmer wieder, alles gut: Auf dem Tisch liegen schön gestapelt allerlei Zeitschriften, Vorhänge und Fenster sind – der Tages- und Jahreszeit entsprechend – geöffnet oder geschlossen, auf dem Couchtisch ein paar Früchte, Handtücher an Ort und Stelle, Toilettenpapier schön an der Spitze gefaltet. Der Raum macht einen guten, heimeligen Eindruck. Nichts zu meckern.

Szenen- und Perspektivwechsel: Ich bin Trainer, habe eingecheckt und mir den Seminarraum zeigen lassen. Dort habe ich einen Teil meines umfangreichen Trainer-Gepäcks abgestellt und mit dem zuständigen Mitarbeiter die wichtigsten Dinge besprochen. Vielleicht habe ich bereits den Seminarraum eingerichtet, elektrische Geräte getestet, mich probeweise auf einen der Stühle für Teilnehmer gesetzt, meine Gedanken schweifen, die Atmosphäre des Raums auf mich wirken und das Seminar am anderen Tag schon mal in meinem Kopf ablaufen lassen. Entspannung. Ich bin da, alles ist an seinem Platz, gut.

Jetzt kommt der private Teil: Ich betrete mein Hotelzimmer. Gott sei dank liegt es in der Nähe des Seminarraums in respektvoller Dis-tanz zu den Zimmern der Teilnehmer. Denn ungern möchte ich Schlafgeräusche oder TV-Programme meiner Seminarteilnehmer in den Nachbarzimmern hören – und erst recht möchte ich nicht, dass sie meine Nachtgewohnheiten akustisch verfolgen, wenn ich tagsüber mit ihnen seriös und respektvoll arbeiten soll.

Erster Blick in den Raum: Ich sehe den Früchteteller (danke) und den Schreibtisch. Das heißt, den sehe ich kaum, weil er bedeckt ist mit Zeitschriften, Angeboten und anderem Schnickschnack. Da wollte ich eigentlich arbeiten, mein Notebook aufstellen und noch ein paar Papiere um mich herum ausbreiten. Kein Platz. Also Zeitschriftenstapel und alles, was da sonst noch liegt, auf den Boden. Eigentlich mag ich das nicht tun, denn ein Zeitschriftenstapel auf dem Boden zerstört sofort das bis dahin angenehme Ambiente. Aber eine andere Ablagefläche bietet sich nicht an. Schade.

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