HotelzimmerDas Besondere bieten

Immer mehr Hotels zeichnen sich durch Individualität, Flexibilität und innovative Konzepte aus. Diese Eigenschaften sind auch im Hotelzimmer mehr denn je gefragt, um sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen. Wie wäre es beispielsweise, den Gast statt mit einem Upgrade in eine Junior-Suite mit einer Inroom-Wärmekabine zu locken?

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Als »echten Blickfang« mit einer »unkomplizierten und einfachen Bedienung« bezeichnet Alexander Koch, Juniorchef des Landgasthofes Hessenmühle im Landkreis Fulda, jene Zimmer mit Infrarot-Wärmekabinen, die seit Kurzem das Angebot seines 160-Betten-Hauses aufwerten. »Die Resonanz ist durchweg positiv. Die Zimmer mit diesem Zusatzangebot sind kontinuierlich als erstes ausgebucht«, erklärt der Hotelier. Die kleinen Wellness-Oasen, die auch optisch gefallen und mit dem »Retdot Design Award« ausgezeichnet sind, nehmen gerade einmal 1,3 bzw. 1,8 Quadratmeter in Anspruch und sind äußerst einfach in der Bedienung. Mehr noch. Die kleinen Luxuskabinen entsprechen dem Trend nach maximaler Erholung bei geringem Zeitaufwand – für den Hotelaufenthalt bedeutet dies, sich fernab vom öffentlichen Sauna- und Wellnessbereich gezielt in den eigenen vier Wänden des Hotelzimmers zu erholen.

Für die Hessenmühle macht sich eine ganz andere Rechnung auf: Ohne einschneidend in größere Zimmer oder gar Suiten zu investieren, kann den Gästen mit den Infrarot-Wärmekabinen ein Mehrwert offeriert werden, der einem Upgrade gleichkommt und einen höheren Zimmerpreis rechtfertigt. Generell machen sich Häuser mit derartigen Spezialangeboten bei potenziellen Gästen interessanter, wobei der Fokus nicht zwingend auf das Thema Wellness gelegt werden muss. Das jüngst eröffnete Hotel For Friends im österreichischen Seefeld setzt seinerseits auf Literatur und stattete alle Zimmer mit einer kleinen Bibliothek aus. Rund 70 Bücher stehen jedem Gast in seinem Refugium zur Verfügung – zusätzlich zu den 15.000 Büchern in der großen Bibliothek des Hauses. Dabei handelt es sich keineswegs um zerlesene Exemplare aus dem Antiquariat, sondern vielmehr um aktuelle Neuveröffentlichungen wie beispielsweise von Jo Nesbø oder Jonas Jonasson. Dass in den Zimmern natürlich auf entsprechendes Mobiliar geachtet wurde, in dem es sich gut schmökern lässt, versteht sich von selbst.

Elektronik-Upgrade

Zweifellos ist der Bereich Technik prädestiniert, um gerade jüngere Gäste für sich zu gewinnen. Dormero hat dies sehr gut analysiert und bietet in den Zimmern unter anderem zwei separate Screens, Highspeed-WLAN, Beamer, iPod Soundsystem sowie individualisierbare Lichtstimmungen. Andere Hotels haben diesbezüglich allerdings schnell nachgerüstet, sodass man, um sich von der Konkurrenz deutlich abzuheben, schon etwas mehr Kreativität walten lassen sollte. Es muss aber nicht gleich der 103-Zoll-TV von Bang & Olufsen für über 100.000 Euro sein, wie er im Genfer Hotel President Wilson steht. Gefragt ist vielmehr das besondere – und bezahlbare – Extra, wie es beispielsweise im nhow Berlin zu erleben ist. Modernste Unterhaltungselektronik mit einem Entertainment Center, der 30 Fernseh- und 100 Musiksender umfasst, wird hier kombiniert mit einem Zimmerservice der etwas anderen Art: Wer möchte, kann sich eine Gibson-Gitarre oder ein Casio-Keyboard bringen lassen und anschließend nach Herzenslust darauf spielen – die schallisolierten Räume sorgen dafür, dass der Nachbar weiterhin ruhig schläft. Im zehn Kilometer entfernt gelegenen Hotel Q! setzt man ebenfalls auf ein Technik-Upgrade zur Unterhaltung der Gäste, hier allerdings in Form einer Wii. Diese gibt es mit dem dazugehörigen Balance-Board in allen Studios und soll die Gäste dazu animieren, die Yoga-Session mit einem virtuellen Trainer zu starten oder auf der Stelle und zur Musik zu joggen. 

Um den Gästen Hilfestellung bei der körperlichen Ertüchtigung zu geben, muss aber nicht zwingend in Elektronik investiert werden, es reichen bereits ein paar Hanteln, welche den Gästen im Zimmer zur Verfügung stehen. Marketingtechnisch weitaus besser einsetzbar sind hingegen hochwertige Trainingsgeräte, die sich gleichzeitig platzsparend im Gästerefugium unterbringen lassen. In diese Kategorie fällt das Ruder-Ergometer »WaterRower« aus Massivholz, das eher einem schönen Möbelstück als einem Fitnessgerät gleicht, weshalb es auch einen Platz im Londoner Designmuseum bekommen hat.

Koran mit Kompass

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt man im Swissôtel Zürich. Hier sind einige Zimmer mit speziellen »Features« ausgestattet, um die zahlungskräftige arabische Klientel ins Haus zu locken, die gerade während der Sommermonate verstärkt in den Alpenraum reist. Dazu gehören arabische Zeitungen ebenso wie ein Gebetsteppich und ein Kompass. Den muslimischen Gästen soll auf diese Weise die genaue Ausrichtung nach Mekka erleichtert werden – was diese durchaus zu schätzen wissen.

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