Dank Flüssiggas um 30.000 Euro liquider

1 Seit 2004 betreibt Ullrich Becker das Hotel Winklmoos-SonnenAlm im oberbayerischen Reit im Winkl. Mit zwei flüssiggasbetriebenen BHKWs hat der Hotelier eine flexible und netzunabhängige Lösung für die Energieversorgung seines Hotels gefunden. (Bild: Primagas)

Wer auf 1.200 Metern Höhe ein Hotel betreibt, braucht ein individuelles Energiekonzept. Familie Becker auf der Winklmoos-SonnenAlm in Reit im Winkl setzt auf Flüssiggas. Zwei Blockheizkraftwerke erzeugen Wärme, Strom und senken die jährlichen Energiekosten enorm. – von (kp)

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Ullrich Becker hatte ein Problem: ein Energieproblem. Im Jahr 2004 übenahm er mit seiner Familie das Hotel Winklmoos-SonnenAlm: Jenen Ort, an dem Skilegende Rosi Mittermeier geboren und aufgewachsen ist. Das Haus war damals durch einen Brand  komplett zerstört worden. Ullrich Becker baute es wieder auf, schuf einen Wellnessbereich, steigerte die Bettenanzahl auf 40 – und bekam ein Energieproblem.

Die alte Ölheizung deckte den Bedarf nicht mehr ab, die Stromkosten waren hoch. Fernab von Erdgasleitungen suchte der Hotelier nach einem neuen, effizienten und netzunabhängigen Energiekonzept. Er recherchierte, besuchte Messen, informierte sich bei Energieanbietern. Ganz gleich ob Öl, Hackschnitzel, Pellets oder andere Energieträger – das Gesamtpaket stimmte nie. „Die Leute denken immer: Da oben ist doch so viel Holz, die brauchen das nur in den Ofen zu schmeißen“, erzählt Becker.

Aber so einfach sei das nicht. Dann wurde der Unternehmer auf Flüssiggas aufmerksam. „Das war bei uns schon seit Jahren wie versteckt im Haus, wir hatten Flüssiggas zum Kochen in der Küche eingesetzt. Ich hatte es für die Stromherstellung aber nie ins Auge gefasst“, erzählt Becker. Dabei stellte sich ein flüssiggasbetriebenes BHKW für den Hotelbetrieb als die effizienteste und einfachste Methode zur Versorgung mit Strom und Wärme heraus. Ullrich Becker entschied sich für eine Zusammenarbeit mit Primagas, einem der führenden deutschen Flüssiggasversorger. Das Krefelder Unternehmen hat die Anlage geplant und beliefert die Winklmoos-Alm seither mit Flüssiggas. Zwei Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von 22 und 12 Kilowatt versorgen das Hotel mit Wärme und Strom. Bei 5.000 Betriebsstunden ist das Haus damit in der Lage, zirka 170.000 Kilowatt im Jahr zu produzieren. „Diesen Strom müssen wir nicht mehr einkaufen“, freut sich Becker und ergänzt: „Unsere Stromrechnung hat sich schon nach wenigen Monaten halbiert.“ Der Hotelier entschied sich bei der Installation seiner Blockheizkraftwerke bewusst für Flüssiggas. „Der hohe Ölverbrauch war für uns sehr kostenintensiv“, sagt Becker. Die thermische Energie der neuen flüssiggasbetriebenen Anlage speist nun die Warmwasserversorgung, die Heizung und die Fußbodenheizung. Insgesamt, so hat der Hotelier hochgerechnet, spart er zirka 30.000 Euro pro Jahr an Energiekosten ein.

Flüssiggas-BHKWs sind gerade für dezentral gelegene Hotels eine lohnende Alternative. Sie machen aus Stromverbrauchern Stromerzeuger: BHKWs produzieren über die Verbrennung von Gas, in diesem Falle Flüssiggas, Wärme und Strom. Für den Fall, dass der Betreiber mehr Energie erzeugt als verbraucht, gibt es Speicherlösungen. Ullrich Becker lässt zum Beispiel demnächst Batterien installieren. „Mit dem Reststrom können wir über eine Elektrotankstelle die E-Bikes aus unserem Fahrradverleih speisen“, erklärt er seinen Plan. „Darüber hinaus wollen wir demnächst ein Elektrofahrzeug anschaffen.“ Überschüssiger Strom lässt sich auch in das öffentliche Netz einspeisen.

Die Vergütung richtet sich nach dem an der Strombörse ermittelten durchschnittlichen Quartalspreis für Strom und liegt aktuell bei 2,479 Cent/kWh (Stand: Q2/2016). Wer auf Flüssiggas setzt, wird auch in Sachen Umweltschutz zum Vorreiter. „Im Vergleich zu Heizöl produziert Flüssiggas bis zu 15 Prozent weniger CO2“, erklärt Thomas Landmann, Verkaufsdirektor bei Primagas. „Zudem entstehen bei der Gasverbrennung kaum Ruß oder Asche und so gut wie kein Feinstaub, das senkt natürlich den Wartungsaufwand und spart Arbeit und Kosten.“ Auch die Winklmoos-SonnenAlm hat seit der Umstellung auf Flüssiggas die eigene CO2-Bilanz erheblich verbessert.

Zusätzlich zu den finanziellen Vorteilen freut sich Ullrich Becker auch über mehr Bedienkomfort. Den Füllstand seiner Flüssiggastanks überwacht Primagas per Funkmodem. Auf diese Weise werden die Tanks rechtzeitig neu befüllt – ohne dass der Hotelier den Füllstand selbst im Blick haben muss. Primagas kümmert sich darüber hinaus auch um sämtliche Prüfungen, behördlichen Auflagen sowie die Wartung der Technik. Beckers Fazit: „Wir haben im Herbst umgestellt, kurz vor der Hauptsaison. Nach unserem ersten Winter kann ich sagen: Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos – ein echtes Rundum-sorglos-Paket.“ |

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