Umbau Kempinski Atlantic HamburgComeback der Grande Dame

Nach über einjähriger Kernsanierung präsentierte das Atlantic Kempinski Hamburg Mitte des Jahres seine ersten 131 komplett restaurierten Zimmer und Suiten. Als Reminiszenz an Hamburg als Tor zur Welt und an die über 100-jährige Geschichte des Hauses als Grandhotel für Passagiere der legendären Transatlantik-Luxusliner wurden die neuen Refugien in unterschiedlichen Dekorwelten gestaltet.

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Rund drei Jahre ist es her, dass das Atlantic seine Dehoga-Sterne abgab und dadurch die Schlagzeilen der regionalen wie überregionalen Gazetten beherrschte: »Himmel ohne Sterne«, »Der gute Ruf brökelt« und »Der Lack ist ab« lauteten die Titelzeilen im August 2008. Der Ausschluss bei den Leading Hotels of the World folgte ein Jahr später. Jetzt aber hat die Durststrecke des weißen Hauses an der Alster ein Ende und es werden wieder positive Schlagzeilen geschrieben. So beispielsweise Mitte September, als das 102 Jahre alte Grandhotel seine Top-Auszeichnung Fünf-Sterne-Superior vom Dehoga-Landesverband Hamburg zurückbekam. Basis hierfür war die im vergangenen Jahr gestartete Generalsanierung, nach deren ersten Bauabschnitt im Mai 131 restaurierte und neu konzipierte Zimmer in Betrieb genommen werden konnten. Weitere 120 Zimmer und Suiten werden derzeit noch fertiggestellt. Mit rund 22 Millionen Euro hat Phase 1 der umfangreichen Arbeiten zu Buche geschlagen, die erst nach mehrjähriger Verzögerung Anfang 2010 beginnen konnte. Das Ergebnis sind elegante Zimmer nach einem ursprünglichen Konzept des Innenarchitekturbüros JOI-Design und des Unternehmens Baumann Dekor Austria. Moderner Luxus wird mit großen Räumen (ab circa 40 Quadrat- meter) und Highlights wie beheizten Marmorwänden hinter den Handtuchhaltern oder türgroßen Spiegeln im Badezimmer interpretiert. Standard in allen Zimmern sind übergroße Schränke, die einem Übersee-Schrankkoffer nachempfunden sind und aus Makassar-Ebenholz gefertigt wurden. Hinzu kommen Deckenleuchter aus schwarzem Murano-Glas, extrabreite Betten, Nespresso-Maschinen und Apple-Dockingstationen.

Darüber hinaus wagt das Luxuhotel an der Alster den Schritt in Richtung Themenhotel. So trifft in der ersten Etage klassisches Grandhotel-Ambiente auf die Farben der Wüste und die stilvolle Eleganz der berühmten afrikanischen Luxuszüge. In der zweiten Etage entführen elegantes Blau und glänzende Silberornamente auf kostbarem Brokat in die opulente Welt der Belle Epoque Europas. Eine Etage darüber erinnern kräftige Violett-Kombinationen und großflächige geometrische Muster an die schlichte Eleganz des Art déco im Amerika der 30er-Jahre. Im vierten Stock sind Seidenstoffe in den leuchtenden Rot-Gold-Tönen Asiens zu finden, kombiniert mit schwarzglänzenden Kronleuchtern. Verstärkt werden die Farbkonzepte durch unterschiedliche Materialien und korrespondierende Malereien der Hamburger Künstler Heinke Böhnert und Carsten Westphal. Auf Australien-Zimmer verzichtete das Atlantic, da es vor 100 Jahren keine regelmäßigen Schiffspassagen von Hamburg nach Down Under gab. In diesem Zusam- menhang soll die alte Tradition, dass Kreuzfahrtgäste eine Nacht vor dem Ablegen im Atlantic verbringen, neu belebt werden. Hoteldirektor Peter Pusnik lässt dazu die Gäste am Flughafen abholen, lädt am Abend zu einem »Captain’s Dinner« ein und chauffiert die Kreuzfahrer am nächsten Morgen zu einem der beiden Hamburger Anlegeplätze.

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