Claudia Johannsen im Interview Was gibt es Neues auf der Internorga?

Internorga-Ausstellungsfläche, Claudia Johannsen (Bild: Michael Zapf)

Zum Start der Internorga 2019 am Freitag: Claudia Johannsen, Geschäftsbereichsleiterin bei der Hamburg Messe und Congress über die großen Themen und Highlights der Leitmesse für den Außer-Haus-Markt.

Hotel+Technik: Frau Johannsen, was sind die drei wichtigsten Trends, die die Besucher der Internorga erwarten?

Claudia Johannsen: Besonders interessant für die Hotellerie sind die beiden Hallen B5 und B7. Die dort ausgestellten Neuheiten bilden Trends von Interior bis Table Top ab. Besonders hervorheben möchte ich die Smart-Room-Technologie und das schlüssellose, per App steuerbare Hotelzimmer. Ein weiterer Trend ist das Thema Natur, die in den Häusern Einzug hält. Das gilt sowohl im Design als auch im Management der Hotels. Grüntöne und natürliche Materialien imitieren die Landschaft, Indoor- Wasserfälle, Infinity-Pools und begrünte Außenterrassen schaffen neue Outdoor-Erlebnisse. Damit einher geht der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen. Für viele Gäste ist das ein wichtiges Auswahlkriterium. Und drittens: Die Gäste wünschen sich individuelle Zimmer. Im Trend liegt, jeden Raum anders und unter einem anderen Motto auszustatten.

Wie spiegelt sich die Digitalisierung im Angebot der Aussteller?

Um zukunftsfähig zu bleiben, sind Gastronomen und Hoteliers gefordert, die digitalen Möglichkeiten für den eigenen Betrieb nicht nur zu prüfen, sondern Neuerungen vorzunehmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei digitale Kassensysteme, aber auch das Vorabbestellen und -bezahlen von Serviceleistungen, Speisen und Getränken, was wiederum für die Gäste sehr interessant ist. Darüber hinaus wird die gesamte Küchentechnik intelligenter, viele Prozesse können mit digitalen Devices vernetzt und effizienter gestaltet werden.

Warum sollten Hoteliers in Zeiten zunehmender Digitalisierung noch auf eine „reale“ Messe wie die Internorga gehen?

Auch in Zeiten der Digitalisierung bleiben der persönliche Kontakt und der persönliche Eindruck für die erfolgreiche Gestaltung des eigenen Geschäfts immens wichtig. Außerdem haben auf der Internorga viele Erfolgsgeschichten ihren Anfang genommen, denn hier ist die gesamte Branche vereint.

Wie helfen Sie Ihren Ausstellern und Besuchern, sich zu vernetzen?

Zum einen am Rande unseres Kongressangebotes. Oder aber auch im Dehoga Club, der ein beliebter Treffpunkt für die Hotellerie und Gastronomie ist. Das Café „Future“, für mich so etwas wie die Hospitality-Lounge und Denk-Bar auf der Internorga, ist ebenfalls ein geeigneter Treffpunkt, um kommunikativ zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Dies sind nur einige mögliche analoge Networking-Plattformen. Und mit der frei verfügbaren Internorga-App können Besucher sich optimal auf ihren Messebesuch vorbereiten und Meetings planen. Alle wichtigen Informationen rund um Aussteller und Messeprogramm sind darin griffbereit.

Die Küchentechnik nimmt drei Hallen ein. Was tut sich dort?

In den Messehallen A2, A3 und A4 werden sowohl Marktführer als auch neue Firmen das gesamte Spektrum der Küchentechnik von morgen zeigen. Von intelligenten Spülgeräten über digitale Organisationssysteme bis hin zu hochwertigen Kombidämpfern präsentieren dort über 300 renommierte Hersteller ihre Neuheiten. Im Fokus stehen vernetzte und energiesparende Geräte. Beides wird heute in den Profiküchen immer bedeutsamer.

Sie sprachen es schon an: Nachhaltigkeit ist mittlerweile mehr als nur Trend. Was kommt diesbezüglich noch Neues von den Ausstellern?

Eine Rückbesinnung zur Natur verzeichnen wir bei fast allen Ausstellern. Sei es im Interior Design, bei dem mittels Naturmaterialien oder Farben ein natürlicher Look erzeugt wird, oder bei Speisen, zubereitet aus regionalen und biologischen Zutaten. Und, ganz wichtig: ohne Zusatzstoffe. Auch der CO2-Fußabdruck muss stimmen. Ein natürliches Produkt, das aber um die ganze Welt geflogen wird, wollen Verbraucher heute nicht mehr. Auch im Bereich Technik sind Lösungen gefragt, die nachhaltig im Sinne von Energieverbrauch und Ressourcenschonung arbeiten.

Was gibt es Neues im Bereich Inneneinrichtung?

Da gibt es einige parallel laufende Bewegungen. Angesagte Inneneinrichtungstrends sind zum einen ein minimalistisches und natürliches Design. Ausgefallene Möbelstücke, wie zum Beispiel Betten im Europalletten-Look, punkten bei den Millennials mehr als klassisches Mobiliar. Dazu gehören auch echte Pflanzen, die den natürlichen Look abrunden. Konträr dazu finden sich bunte Zimmer, mit denen die Farbliebhaber bedient werden. Ungewöhnliche Kombinationen zeigen, dass die Hotelbranche die Renaissance der Farben lebt. In Kombination mit Vintage-Materialien und -Möbeln entstehen einzigartig designte Zimmer, die besonders bei Vielreisenden beliebt sind.

Für 2020 haben Sie bereits ein neues Hallenkonzept angekündigt. Was genau ändert sich?

Wir werden die 100.000 Quadratmeter Fläche marktgerecht aufgliedern. Das heißt, wir  bündeln die Aussteller noch stringenter nach einzelnen Themen- und Angebotssegmenten für unsere verschiedenen Besucherzielgruppen.

Interview: Isabell Schreml