Chris Cahill im Tophotel-InterviewSo will Accor 200 Millionen Plastikartikel einsparen

Chris Cahill ist Deputy CEO & CEO Hotel Operations bei Accor. (Bild: Abaca Press/Sandrine Roudeix)

200 Millionen Einweg-Plastikartikel pro Jahr will Accor künftig einsparen. Bis 2022 soll es kein Einweg-Plastik mehr in der Guest Experience geben. Wir haben mit dem für das Projekt zuständigen Deputy CEO & CEO Hotel Operations Chris Cahill über das neue Programm gesprochen. Im Interview verrät er zudem, wie er seinen eigenen Plastikverbrauch reduziert.

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Tophotel: Herr Cahill, können Sie ein wenig über das neue Programm erzählen?

Chris Cahill: Sicher. Vereinfacht gesagt haben wir als Unternehmen beschlossen, alle Plastik-Einwegartikel für Gäste  bis Ende 2022 aus unseren Hotels zu eliminieren. Daher treten wir der ‚Global Tourism Plastics Initiative‘ bei, die vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen  in Zusammenarbeit mit der Ellen MacArthur Foundation getragen wird (sh Erklärung unten, Anm. d. Red.). Schon 2018 haben wir beschlossen, Plastikstrohhalme bis 2019 aus unseren Hotels zu verbannen und gehen jetzt noch einen Schritt weiter.

Um welche Plastik-Artikel aus welchen Bereichen handelt es sich genau?

Wir sprechen über Einweg-Plastik in allen Bereichen mit Bezug zum Gast. In der Gastronomie, aber auch auf den Hotelzimmern. Angefangen bei diversen Verpackungen über Einmal-Kämme, Nagelfeilen bis hin zu Plastikflaschen. Das Team wird sich darum kümmern, all diese Artikel durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen, natürlich immer passend zum jeweiligen Hotelprodukt.

Wie werden die Gäste Ihrer Ansicht nach darauf reagieren? Es gibt ja sicherlich auch Unterschiede zwischen den diversen Ländern, in welchen Accor vertreten ist?

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Gäste sehr positiv auf derartige Initiativen hin reagieren, länderübergreifend. Das Thema Plastik bekommt bereits seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit. Die Gäste sind, was das angeht, sensibler geworden.

Sie sind sicher auch selbst sensibler für das Thema geworden. Worauf achten Sie konkret im Alltag, um Plastikmüll zu vermeiden?

Ich achte vor allem darauf, dass ich kein Wasser mehr aus Plastikflaschen trinke. Und Sie müssen wissen, ich trinke sehr viel Wasser. Mittlerweile aber nur noch aus Glasflaschen oder direkt am Wasserspender.

Gespräch: Verena Usleber

Das ist die neue Accor-Initiative:

Bis 2022 will Accor sämtliches Einweg-Plastik, das mit Gästen in Berührung kommt, verbannen. “Wir sind uns des bedeutsamen Einflusses bewusst, den wir als Unternehmen auf die Umwelt haben sowie unserer Verantwortung, einen konkreten Nutzen für unsere Mitarbeiter, Gäste, Zulieferer, Partner und Communities zu schaffen”, sagt Accor-CEO Sébastien Bazin. Insgesamt beherbergt die Hotelkette 120 Millionen Gäste, mehr als 200 Millionen Essen werden jährlich serviert.

Innerhalb des neuen Programms hat sich Accor Etappenziele gesetzt. Bis Ende 2020 sollen Hygieneartikel aus Plastik aus den Bädern verschwunden sein. Bis 2022 will sich das Projekt-Team dann auch auf Einwegplastik in Hotelzimmern, Meetingräumen, im Spa und im Restaurant konzentrieren. Der Leitspruch: Reduce, Reuse, Recycle! Die “Global Tourism Plastics Initiative”, in deren Rahmen die Initiative gestartet wurde, wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

Besonders stolz sind die Verantwortlichen bei Accor zudem darauf, dass bereits Erfolge erzielt werden konnten. Dazu zählt unter anderem, dass:

  • 94% der Accor-Hotels unter anderem auf Strohhalme verzichten. Bis März 2020 sollen es alle Häuser sein.
  • 89% der Ibis-Hotels Dispenser im Bad haben.
  • Fairmont bei Renovierung darauf achtet, dass Wasserfilter eingebaut werden, damit die Gäste kein Wasser aus Flaschen kaufen müssen.
  • Die neue Brand Greet durch ein Frühstücksbuffet und Zimmer ohne Plastik glänzt.
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