Googles HotelfinderChance oder Risiko?

Der Start der »Experiment«-Version im Oktober hat hohe Wellen geschlagen. Doch noch immer sind sich die Experten nicht einig, ob der einzelne Hotelier vom Google- Angebot ­profitieren kann. Eines ist jedoch klar: Der Wettbewerb wird schärfer.

Tobias Ragge, Geschäftsführer des Kölner Buchungsportals HRS, nennt den Hotelfinder »eine weitere Metasuchmaschine« und bestreitet, dass die neue Kooperation mit Amadeus und die Anpassung der AGBs im Januar eine direkte Reaktion auf den Google-Vorstoß war. ­Eine US-Kooperation von gleich sechs großen Hotelketten – darunter Best Western – mit dem Namen »Roomkey« bringt sich dagegen mit deutlichen Worten in Stellung: Man will den OTAs und Google etwas »entgegenhalten« können. Gleichzeitig hat Best Western eigene Schnittstellen zum Hotelfinder entwickelt.

Der Wettbewerb wird intensiver, bevor er richtig begonnen hat. Noch hat Google den Hotelfinder nicht in die regulären Suchergebnisse überführt und kann daher eine Suche nach »Hotel+Ort« nur über den Umweg Google Places bedienen, sodass die Provision aus den Travel­Ads fällig wird. Mit einer Ausnahme: Meint Google, das richtige Hotel gefunden zu haben, wird dort auch eine buchbare Rate angezeigt. Noch ist der Hotelfinder als »Experiment« gekennzeichnet, in englischer Sprache und fakturiert nur in US-Dollar.

Nichtsdestotrotz ist allen Marktbeteiligten klar, dass der amerikanische Konzern nur einen Schalter umlegen muss, um den Nutzer bei einer normalen Suche in den Hotelfinder zu führen. Dann sind die HotelPriceAds (O-Ton Google) gleichzusetzen mit einer Preissuchmaschine, da es den eingeblendeten OTAs nicht ausreichen kann, nur die Provision an Google zu bezahlen – man muss auch noch versuchen, über den Preis eine höhere Klickrate als die Konkurrenz auszulösen, denn andere Merkmale als Name und Preis sind nicht sichtbar. »Wir wollen uns in den Wettbewerb der OTAs nicht einmischen«, erläutert Google-Sprecher Klaas Flechsig gegenüber Tophotel. Die im Hotelfinder mit Preisen angezeigten OTAs wie Expedia, HRS oder Booking bezeichnet sein Unternehmen offiziell als Projektpartner.

Unterdessen hat Google Anfang Februar die erste Runde im Bieterwettbewerb eingeläutet: Nun zeigt der Buchungs-Button auch in ungeklicktem Zustand einen Preis an – nicht etwa den günstigsten, sondern den Preis jenes Bieters, der den höchsten Klickpreis bezahlt. Google testet gerade, ob dieses Mittel genügt, um den Klickstrom der Nutzer signifikant zu beeinflussen. Frei nach dem Motto: Weg vom billigsten Angebot, hin zum besten Werber.

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