CEO Rupert Simoner zur Entwicklung von Vienna House „Wir wurden vom Beifahrer zum Fahrer“

Im Februar 2016 firmierte die Vienna International Hotelmanagement AG in Vienna House um – „Vienna“ als Synonym für Hospitality und „House“ für den Zu-Hause-Charakter stehend – ein lebendiger, dynamischer Markenauftritt in Weiß-Rot. Das Portfolio wurde geprüft, von manchem trennten sich die Verantwortlichen, manches holten sie neu dazu. Und vor allem wurden sie nun auch Besitzer. „Als Managementgesellschaft muss ich um Erlaubnis fragen, als Eigentümer kann ich alles so machen, um so wahrgenommen zu werden, wie wir heute wahrgenommen werden wollen“, erklärt Rupert Simoner. „Wir sind quasi vom Beifahrer zum Fahrer avanciert – und nur so konnte ich die Versprechen gegenüber den Banken, Eigentümern, Mitarbeitern und Gästen wirklich einlösen.“

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Unter dem Markendach Vienna House wurden drei Linien gelauncht, die nun anstelle der Holding im Vordergrund stehen: Vienna House, Vienna House Easy und Vienna House Revo – ein Portfolio von individuellen Stadt- und Resorthotels und Stadthotels im Smart-Casual-Design, darunter keine Budgetmarke. Die neue Marke Revo startet, als Kombination aus Wohnen und Arbeiten auf Zeit, erstmals 2021 in München. Die frühere Marke Andel‘s ist dagegen nur noch als Eigenname für vier Hotels (Berlin, Prag, Krakau und Lodz) bestehen geblieben, und die Angelo-Häuser sind bis auf zwei bereits in Vienna House Easy übergegangen. Neue Häuser unter Andel‘s und Angelo wird es nicht geben.

Expansion in Südostasien

Aktuell zählt Vienna House 35 Hotels in neun Ländern – davon 60 Prozent in Eigentum, der Rest wird in Pacht oder mit Managementverträgen geführt. 30 Häuser sind in den vergangenen drei Jahren komplett umgebaut worden. „Ich bin happy über das, was wir in drei Jahren geschafft haben“, resümiert der CEO. Deutschland sei mittlerweile Hauptmarkt, in Osteuropa sei man nur noch selektiv aktiv und Expansion sei insgesamt ein großes Thema: 2019 eröffnen Häuser in Kronberg nahe Frankfurt am Main und in Warschau sowie 2021 in Schaan, Frankfurt am Main und München (mit dem ersten Revo). Zusätzlich im Visier sind Skandinavien und Großbritannien. Bis 2021 soll das Portfolio 50 Häuser beinhalten. Als zusätzliches Geschäftsfeld hat Vienna House unter anderem ein Joint Venture mit UBM Hotels gegründet, um weitere Standorte unter passenderen internationalen Franchisemarken zu erschließen.

Eine Braut also, die sich ordentlich geschmückt hat – so, dass es für die bisherigen, inzwischen entzweiten Eigentümer leicht war, 2017 zu verkaufen: an den thailändischen Investor U City PCL. „Wir haben selbst den Käufer gesucht, etwas Besseres konnte uns nicht passieren“, sagt Rupert Simoner mit Blick auf die geplanten Premieren in Südostasien – 2021 in Bangkok und Vietnam. Im „Gegenzug“ entwickelt Vienna House derzeit für das thailändische Schwesterunternehmen AHS ein Resortkonzept für die Stadt. „Wir glauben fest an eine Lücke für solch ein Produkt in Europa. Bisher haben wir aber noch keine passende Immobilie finden können“, so der Kärntner.

Ist es einfacher, ein Unternehmen auf der grünen Wiese neu aufzuziehen als ein bestehendes umzuwandeln? Rupert Simoner will sich nicht festlegen. Und bekommt Vienna House vielleicht doch noch ein Hotel in Wien? „Ja, unbedingt! Ich weiß genau, wie es aussehen soll“, sagt der CEO. „Bisher scheiterte es am Wiener Immobilienmarkt. Aber es könnte gut sein, dass wir demnächst einen Standort sicher haben.“ Und wenn nicht, dann finde er bald etwas an anderer Stelle, so Rupert Simoner. 

Sylvie Konzack

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