General Manager Abama Golf & Spa Resort TeneriffaCarsten Fritz

Nach knapp drei Jahren im Land der aufgehenden Sonne war es dann soweit: Der Coburger wurde General Manager. Damit verbunden war der Umzug in den Ritz-Carlton Golf & Country Club in der koreanischen Hauptstadt Seoul und Vokabelnpauken in Koreanisch. »Das Schöne an unserem Job ist, dass man die Kulturen buchstäblich ›erleben‹ kann«, grinst Fritz. Obgleich er sich eher ferngehalten haben dürfte von der dort üblichen Soju-Kultur.

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Im Sommer 2007, nach zweieinhalb Jahren als Country-GM, folgte ein neuerlicher Anruf aus Atlanta: »Now we put you back to work«, feixte sein Boss Bob Kharazmi und überantwortete ihm das Ritz-Carlton Millenia in Singapur. »Eines der größten Häuser der Company und das beste in Singapur«, schwärmt Fritz. Vor allem in Bezug auf das Revenue Management habe er dort »sehr viel gelernt«. Dass dies viel zu tun habe mit Taktik und dem Wissen darum, was die Konkurrenz macht. Zu den Highlights seines Aufenthalts gehörte die Eröffnung der Formel-1-Strecke, die direkt durchs Haus geht. »Das erste Rennen habe ich mit geplant und das Catering im Paddock gemacht.« Sebastian Vettel war auch dabei, strahlt Fritz und reckt den typischen Vettel-Finger.

Ein weiterer Höhepunkt war die Begegnung mit seiner Frau Lauren. Deren Mutter ist Kubanerin – an ihr liebt Fritz vor allem die Zigarren, die sie ihm regelmäßig mitbringt –, aufgewachsen ist sie in Frankreich. Geheiratet wurde in Coburg. Und auch Sohn Louis-Alexander kam – »natürlich« – in Coburg zur Welt, im Frühjahr 2011. So viel Patriotismus muss sein.
Gern wäre Fritz noch länger in Singapur geblieben, doch in Sharm El Sheikh brauchte man ihn dringender. Auch dies kein Problem für den General Manager: »Ich war froh, etwas näher an Deutschland zu sein und wieder eine ganz andere Region kennenzulernen.« Zwei Jahre blieb er in Ägypten und obwohl er im März 2011 das Abama auf Teneriffa übernommen hat, steht er noch in engem Kontakt mit seinen dortigen Mitarbeitern. »Die Veränderungen sind sehr, sehr gut für das Land«, berichtet er von deren Aufbruchstimmung und Euphorie. Weniger erfreulich dagegen die dramatisch gesunkenen Belegungszahlen; da ist er froh, im Abama Golf & Spa Resort auf Teneriffa zu sein. In einem Hotel mit rund 60 Prozent Belegung und einer Durchschnittsrate von 290 Euro. Mit Gästen aus einkommensstarken Märkten wie Deutschland, England, Spanien, Belgien, Russland, der Schweiz und in Zukunft hoffentlich auch China. In einem Hotel zumal, das seit seiner Übernahme durch Ritz-Carlton im Juli 2007 zahllose Preise abgeräumt hat: Allein in diesem Jahr wählten die Leser des »Condé Nast Traveller« das wie ein rostrotes Dorf aufgebaute Resort im Nordosten der Insel zum besten Hotel Spaniens: Wegen des »M.B.«, des von Martín Berasategui betriebenen, einzigen Sterne-Restaurants auf den Kanaren. Wegen des von Golf-Legende Dave Thomas konzipierten 18-Loch-Platzes und wegen des 2500 Quadratmeter großen Wellnessbereichs unter der Leitung von Life-Coach Daniela Herzberg. Kurz da­rauf folgte noch die Auszeichnung zum besten Spa des Jahres 2011.

Selbst wegen ernsthafter Mitbewerber macht sich Fritz keine Sorgen. Zwar gibt es viele Fünf-Sterne-Häuser auf Teneriffa, einziger echter Konkurrent aber sei das Bahía Del Duque, ein Leading Hotel etwas weiter südlich. Was will man mehr? Amerika vielleicht – das wäre noch was. »Es ist schon kurios«, sagt Fritz und grinst. »Aber in den elf Jahren bei Ritz-Carlton habe ich es nicht geschafft, auch nur einmal in den Staaten zu arbeiten.«   

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