General Manager Abama Golf & Spa Resort TeneriffaCarsten Fritz

Genau das tat Carsten Fritz dann auch. Als er aber sein Abi in der ­Tasche hatte, war die Schulfreundin passé und damit erst einmal auch der Wunsch nach dem Kochtopf. Stattdessen folgte das totale Kontrastprogramm: Maschinenbau. »Das liegt mir noch immer«, versichert Carsten Fritz. Wirklich glücklich war er mit dem Studium jedoch nicht – nach dem Vordiplom war dann endgültig Schluss. »Jetzt«, so informierte der Architektensohn seine Eltern im Herbst 1989, »will ich in die Hotellerie«.

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»Eigentlich wollte ich Restaurantfachmann lernen«, plaudert Cars­ten Fritz, doch dies fand der Personalchef im Münchner Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten zu kurz gesprungen. »Ich sehe Sie eher im kompletten Hotelbereich«, sagte er während des Vorstellungsgesprächs. »Kurz danach war ich Direktionsassistent.« Knapp sechseinhalb Jahre blieb der angehende Hotelfachmann in München, durchlief dort sämtliche Positionen bis hin zum Front Office und Reservation Manager. »Die Küche hat mir übrigens überhaupt nicht gefallen«, schiebt er hinterher. Glück gehabt!

Unter einem weniger guten Stern standen seine ersten Schritte auf dem internationalen Parkett. Damit er sich weiterentwickeln konnte, schickte Kempinski den jungen Mann 1997 als Assistant Manager Rooms Division ins The Mansion nach Bangkok. 123 Zimmer, 15 Stockwerke, durchschnittlich 65 Quadratmeter pro Gastraum. Kaum angekommen, brannte es in der obersten Etage. »Während der Sprinkler das Haus unter Wasser setzte, evakuierten wir das Hotel. Die Feuerwehr kam erst nach fast zwei Stunden und brauchte dann nochmal eine halbe Stunde, um den Pickup-Truck mit der Leiter zu bedienen.« Die beiden obersten Stockwerke waren da bereits abgebrannt.

»Die Renovierung zog sich über Jahre hin, irgendwann wurde das Haus dann geschlossen.« Sein Team war ins Dusit Thani ausgelagert worden; nach einem Jahr kehrte er zurück in die Heimat: erst als Rooms Division Manager ins Kempi Gravenbruch, später in gleicher Position ins Atlantic Hamburg. Zu dieser Zeit erhielt Carsten Fritz seine Greencard.

»Von Freunden im Schlosshotel hörte ich, dass Ritz-Carlton für Berlin Führungskräfte sucht.« Die Staaten waren das zwar auch nicht, aber egal – Fritz stellte sich dennoch vor. Sein Gesprächspartner damals: Rainer Bürkle. Kurioserweise suchte dieser jedoch nicht für Berlin, sondern für Jamaika, wo kurz zuvor das Ritz-Carlton Rose Hall eröffnet wurde. Auch dies war nicht wirklich Amerika, aber nahe dran.  Knapp anderthalb Jahre verdiente sich der Deutsche dort seine Sporen als Rooms Division Manager, ehe ihn die Gesellschaft im Mai 2002 zum Hotel Manger im Ritz-Carlon Osaka beförderte. »Nach Japan würde ich jederzeit wieder gehen, dort habe ich mich sehr, sehr wohl gefühlt«, sagt Fritz mit einem Seufzer des Behagens. Und erklärt: »Die Kultur, die Freundlichkeit, die Arbeits- und Denkweise – die sind doch relativ eng verknüpft mit der deutschen.« Außerdem gäbe es dort überaus leckeres Essen.

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