General Manager Abama Golf & Spa Resort TeneriffaCarsten Fritz

»Den Gast glücklich machen, den Mitarbeiter respektieren.« Dies ist das Credo von ­Carsten Fritz. Natürlich ist es auch Teil der Philosophie seiner Gesellschaft, Teil von Ritz-Carlton. Doch wer lernt schon Thailändisch, Japanisch, Koreanisch und Spanisch, nur um den Menschen seinen Respekt zu bezeugen? Der gebürtige Coburger tut dies. Mit großem Erfolg. Seit März 2011 leitet er das Abama Golf & Spa Resort auf Teneriffa – einer Insel, die entgegen ihres Rufes extrem »sexy« ist, wie Fritz findet.

Wenn dieser Mann ernst dreinblickt, dann erinnert er entfernt an den Maschinenbauingenieur, der er hätte werden können: streng, ­penibel, deutsch. Wenn er lächelt, dann sieht er aus wie ein großer Junge. Ein Lausbub mit einem schelmischen Blitzen in den Augen. Ein Junge, allzeit bereit zum Entdecken der Welt und der in ihr verborgenen Abenteuer. Meistens trägt Carsten Fritz dieses zweite Gesicht – das lachende, offene, neugierige.

Der 46-jährige Hoteldirektor aus dem oberfränkischen Coburg leitet das Abama Golf & Spa Resort Teneriffa, einem vielfach ausgezeichneten Ritz-Carlton-Resort im Süden Teneriffas. Seit mittlerweile elf Jahren steht der Bayer bei der Luxushotelkette unter Vertrag – und wird es wohl auch bleiben, bis er sich eines Tages auf sein Altenteil zurückzieht.

»Der Wechsel von Kempinski zu Ritz-Carlton fiel mir sehr schwer«, sagt Fritz über seine Entscheidung aus dem Jahr 2001. Doch justament zu der Zeit, in der er hinaus wollte in die Welt, genauer gesagt in die USA, zog sich Kempinski aus dem US-Geschäft zurück. Ausgerechnet in dem Moment, in dem Fritz in der Greencard-Lottery gespielt und gewonnen hatte. Also entschied er sich für Ritz-Carlton, die US-Kette. Genau zu der Zeit, als Horst Schulze seinen Stab weitergab an Simon Cooper. Heute ist Herve Hummler sein Chef. Hier weggehen? »Geht gar nicht«, sagt Fritz – und lacht.

Denn wenn dieser Mann sich etwas vornimmt, dann zu 100 Prozent. Sei es im Job, sei es im Privatleben. Obwohl – einen Unterschied macht Carsten Fritz da gar nicht. Entweder ist man Gastgeber mit Leib und Seele oder man ist es eben nicht. »Und bei Ritz-Carlton habe ich eine Philosophie, die ich lebe, die nicht nur mein Arbeitsleben beeinflusst, sondern auch mein Privatleben.« Begegne den Menschen auf Augenhöhe, postuliert diese Philosophie, die im Grunde eine ­Essenz darstellt aus christlichen Werten und Kant’schem Imperativ.
Für Fritz ist es etwa eine Selbstverständlichkeit, die Sprache des Landes zu lernen, in dem er gerade arbeitet. »Dies zeigt einen gewissen Respekt gegenüber den Mitarbeitern«, sagt der Bayer. »Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich durch das Hotel gehen und ein wenig Konversation machen kann. Der Mitarbeiter sieht dann: ›Herr Fritz cares about me‹!«. Das gelte gerade auch für Mitarbeiter in der Day-to-Day-Operation, die die harte Arbeit machen und eben kein Englisch sprechen – die Zimmermädchen zum Beispiel. Mit ihnen schwatzt der GM dann ein wenig: auf Thailändisch, Japanisch, Italienisch, Spanisch und Koreanisch. Letztere ist jedoch eine Mundart, mit der selbst das Sprachgenie zu kämpfen hat: »Koreanisch ist für mich die schwierigste Sprache, weil da viel aus dem Kehlkopf gesprochen wird.«
Völlig unnötig zu erwähnen, dass ­Carsten Fritz auch des Englischen und Französischen mächtig ist. »In der Schule hatte ich eine Freundin, deren Vater ein Ein-Sterne-Restaurant in Coburg besaß. Mit dem waren wir jedes Wochenende unterwegs bei seinen Kollegen in Frankreich.« So begeistert sei er gewesen von diesen Ausflügen in die Welt des Genusses, dass er das Angebot des Sternekochs annehmen und die Schulbank gegen einen Platz in dessen Küche eintauschen wollte. Darüber waren seine Eltern ganz und gar nicht erfreut: »Mach erst die Schule zu Ende, dann kannst du dich immer noch entscheiden«, legten sie ihm nahe.

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