Branchenverbände äußern sich Existenzängste und Verordnungswirrwarr

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Die Branchenvertreter unterschiedlichster touristischer Organisationen melden sich derzeit zu Wort und immer öfter fällt das Wort “Existenzangst”. Ein Überblick.

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Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Berichterstattung über die Coronakrise. >>> zur Übersicht

„Es trifft fast alle Betriebe der Branche sehr, sehr hart und unmittelbar und es herrscht vielfach pure Verzweiflung, Existenzangst“, sagte Dehoga Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges gegenüber dem “Deutschlandfunk”. Auf die Frage, wie lange Hoteliers und Gastronomen durchhalten können, antwortete Ingrid Hartges, dass viele Betriebe keine zwei Monate durchhalten können und deshalb Hilfe benötigen. “Es laufen ja hohe Fixkosten weiter, wie Unternehmer vorhin ja auch zutreffend berichtet haben. Die Pacht läuft weiter, die Personalkosten, weil auch Kurzarbeitergeld muss ja erst mal vom Unternehmer gezahlt werden, bevor es dann erstattet wird.”

Das gesamte Interview mit Ingrid Hartges im Deutschlandfunk finden Sie hier.

Branche kann nur “auf Sicht” gesteuert werden

Thomas Bareiß (CDU), der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, sieht angesichts der Coronaviruskrise die Tourismusbranche in einer existenzbedrohenden Lage und hat sich für einen Notfallfonds ausgesprochen. “Wir dürfen nicht zulassen, dass die vielen Restaurants, Hotels und Unternehmen der Tourismusbranche mit über drei Millionen Beschäftigten verschwinden”, so Bareiß.

In ihrem aktuellen Blog “Shutdown” auf Hotellerie.de erklären die IHA-Chefs Otto Lindner und Markus Luthe: “Mit solch einer dramatischen Situation war die Hotellerie in Deutschland noch nie konfrontiert. Das Land und die Branche können nur noch “auf Sicht” gesteuert werden. Und bei allem Bemühen und Verständnis für die politisch Handelnden, drängt sich aus einzelbetrieblicher Betrachtung letztlich doch das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins auf.”

DTV bemängelt Verordnungswirrwarr

Trotz der von Bund und Ländern am 16. März verabschiedeten Leitlinien, die vorsehen, „dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können“, mangelt es noch an einer einheitlichen Umsetzung. Dazu hatte bereits gestern der Dehoga Stellung bezogen. In einigen Bundesländern sind touristische Übernachtungen untersagt, in anderen nicht. „Dieser Flickenteppich stiftet Chaos, rechtliche Unsicherheit und ist in dieser Situation eine zusätzliche Belastung für alle Gastgeber und Gäste. In allen Ländern müssen einheitliche Regelungen gelten“, so Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).

Der DTV fordert die Länder auf, unverzüglich einheitliche Regelungen für alle Ferienunterkünfte in Deutschland zu treffen. „Wir brauchen jetzt deutschlandweit Klarheit“, so Kunz.

 

 

 

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