General Manager Hilton Hua HinBoris Blobel

Viele General Manager, die gleichzeitig fließend Japanisch, Englisch und Deutsch sprechen und dazu noch im chinesischen Alltag auf Mandarin Konversation betreiben können, gibt es in der internationalen Hotellerie nicht. Einer, der es kann, ist Boris Blobel. Seit seinem Auszug aus dem Paradies, dem Conrad Rangali auf den Malediven, bringt der Deutsche das Hilton Hua Hin Resort & Spa am Golf von Thailand mit immer neuen Ideen wieder auf Erfolgskurs.

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Das Gewirr der Gässchen, in denen sich ein Restaurant an das andere reiht, in denen unzählige Bars mit schillernden Fassaden um Gäste werben  und in denen auf offener Straße und mit simpelsten Mitteln »Cocktails« gemixt werden, erscheint unüberschaubar. Fliegende Händler bieten »Original«-Luxusuhren zu Spottpreisen an, gleiches gilt für Markenkleidung ­aller Art: Armani, Boss, Gucci – günstig, preiswert, billig.

Inmitten dieses allabendlichen Trubels erhebt sich ein monumentaler weißer Turm aus Glas und Beton: das Hilton Hua Hin Resort & Spa, das seit mehr als eineinhalb Jahren von Boris Blobel als General Manager geführt wird. In dieser Zeit hat der 39-Jährige dem 296-Zimmer-Hotel wieder eine Seele gegeben und es gleichzeitig mit immer neuen Aktionen zurück auf die Erfolgsspur gebracht. Beispielsweise ließ er ein kleines Wachhäuschen hinter der Strandmauer in eine schicke Poolbar umbauen, von der aus die Gäste den Sonnenuntergang bei einem kalten Bier oder bunten Cocktails erleben können. Die Menükarten schwimmen in Form von Brettchen im Pool. Die Gäste bringen diese dann an die Bar zurück und bleiben meistens auf den einen oder anderen Drink. Auch die gesamte Vegetation rund um den Pool hat der deutsche GM neu anpflanzen lassen, auf Vordermann gebracht und der Anlage so wieder zu Luft und Atmosphäre verholfen. »Man muss sich nur etwas einfallen lassen«, grinst der Mann mit dem Kurzhaarschnitt und dem grau-braunen Kinnbart. Denn: Stimmen Umsatz und Gewinn, ist die Welt in Ordnung.

Dem gebürtigen Stuttgarter liegt die internationale Hotellerie im Blut, zumal er vor 25 Jahren die deutsche Schule in ­Tokio besucht hat und daher fließend Japanisch spricht. Sein Abitur machte Boris Blobel in Heidelberg, wo er nebenbei ­bereits als Kofferträger in kleineren Hotels gejobbt hat, um die Hotellerie kennenzulernen. »Für mich war immer klar, dass ich einen Beruf brauche, der mich hinaus in die Welt führt«, stellt der Schwabe auf der windumwehten Dachterrasse des Hilton Hua Hin fest. Es folgte ein Schnupperpraktikum im Mercure Heidelberg, bei dem er sich selbst davon überzeugen wollte, mit dem Gastgewerbe die richtige Berufswahl zu treffen. Da dies der Fall war, absolvierte er nach seinem Zivildienst die Hosta Hotelmanagement Schule in der Schweiz, wo er im ersten Halbjahr als Koch und Servierer lernte, im zweiten Halbjahr Prüfungen in Verwaltungsfächern ablegte. Nach dem erfolgreichen Abschluss studierte Blobel zwei Jahre Restaurant-, Hotel-, Institutional- und Tourismus-Management an der Purdue University in den Vereinigten Staaten und kehrte mit dem Diplom »Bachelor of Science« nach Deutschland ins Hyatt Regency Köln zurück. Mit eher kleinen, aber kontinuierlichen Schritten bewegte sich der Schwabe fortan auf der Karriereleiter nach oben, wobei er als Rezeptionsmitarbeiter bzw. Schichtführer »dort einfach sofort den Spaß beim direkten Kontakt mit den Gästen« gefunden hat.

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