Blick nach vorn: Das Bad 2034

1 Das Bad der Zukunft sollte multifunktional sein. Fließend sind die Übergänge zwischen Wohn- und Badebereich. (Bild: Grohe)

Eine Zeitreise in die Zukunft: Wie wird der Mensch leben, wohnen, entspannen? Wie werden die einzelnen Räume im eigenen Zuhause aussehen und welche Funktionen können sie übernehmen? Die Unternehmen Grohe und Villeroy & Boch wollten wissen, welche Wandlung insbesondere das Bad durchlaufen wird.

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In Kooperation mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx ist nun die Studie „Das Bad 2034 – Mittelpunkt neuer Wohn- und Lebenswelten“ entstanden, die vier futuristische Badszenarien vorstellt. Diese vier Zukunftsvisionen sind nicht etwa beim Blick in die Kristallkugel entstanden.

Grundlage für die Erarbeitung waren die Online-Befragung einer repräsentativen Gruppe von 1.075 Personen sowie die Analyse aktueller Megatrends und gesellschaftlicher Entwicklungen. Experten haben die Umfrageergebnisse interpretiert und die heutigen Strömungen konsequent weitergedacht: Herausgekommen sind vier Modelle, die jeweils auf einen essenziellen Aspekt zugespitzt wurden.

Das Multi-ID-Bad

Das einstige Generationenbad bekommt im Jahr 2034 ein Smart-Home-Design. Schon heute wünschen sich 60 Prozent der Deutschen eine Badezimmereinrichtung, die den Ansprüchen aller im Haus lebenden Menschen gerecht wird. Dank moderner Technologien wird dies bald ganz ohne Kompromisse möglich sein. Sobald ein Nutzer das Bad betritt, passen sich sämtliche Elemente seinen bevorzugten Einstellungen an. Das reicht von Raumtemperatur, Musik und farbiger Beleuchtung über die Höhe von Waschtisch und WC bis zu den bevorzugten Oberflächen wie Holz, Stein oder Fliesen, die realitätsnah auf Flächen projiziert werden.
Eine weitere Besonderheit des Multi-ID-Bades ist die vielfältige Nutzbarkeit der einzelnen Einrichtungsgegenstände. Die Badewanne wird zum Sitzmöbel, der Waschtisch zum Schminkplatz, der Spiegel zum Nachrichtenbildschirm. Je nach Nutzer oder Tageszeit verschwinden Elemente in der Wand oder tauchen aus dem Boden auf. Und die Produkte kommen multifunktional zum Einsatz: Die Handbrause spendet neben Wasser auch Shampoo, die Dusche dient gleichzeitig als Ganzkörperföhn und ersetzt das Handtuch.

Diese Bäder soll es auch in Hotels geben. So hat jeder Mensch seine individuellen Badeinstellungen überall vor Ort und kann sich auch außerhalb der eigenen vier Wände vollkommen heimisch fühlen. Möglich ist dies aufgrund Cloud-basierter Technologien und dank der Fähigkeit von Produkten, bestimmte Merkmale zu speichern. Produkte mit digitaler Technologie gibt es bereits. Ein Beispiel sind die Spa F-digital-Produkte von Grohe.

Das Healthness-Bad

Das Healthness-Bad erfüllt das Bedürfnis der Menschen nach Gesundheit und körperlicher Fitness. Fast die Hälfte der Deutschen wünscht sich in ihrem Bad eine gesundheitsorientierte Ausstattung, die im Jahr 2034 ein ganz neues Level erreicht. Das Bad wird zum zentralen Punkt für individuelles Gesundheitsmanagement, an dem der Nutzer das körperliche Wohlbefinden durch eigenes Zutun formt. Dabei übernehmen verschiedene Elemente des Raumes Beobachterfunktionen. Sie speichern und prüfen Körper- sowie Vitaldaten und bereiten sie für den Nutzer auf. Das WC kontrolliert Urinwerte, die Zahnbürste sammelt Informationen aus dem Speichel und auch die Blutwerte lassen sich durch nicht-invasive Methoden leicht bestimmen. Gesundheit wird sichtbar und erlebbar. Sie lässt sich dank spielerischer Anwendungen von jedem selbst kontrollieren und verbessern, denn das Bad kann die Rolle eines Fitness-Studios übernehmen. Dazu runden internetbasierte Technologien die Funktionen des Bades als Gesundheitszentrum ab: Der Nutzer ist online mit den nächstgelegenen Apotheken vernetzt, kann sich Rat bei Ärzten im Live-Chat holen oder einfach nur die besten Restaurants anzeigen lassen.

Das Zero-Emission-Bad

75 Prozent der Deutschen sehen bei der Neugestaltung ihres Bades Energieeinsparung und -effizienz als einen wichtigen Aspekt. Dieses Bewusstsein wird sich bis zum Jahr 2034 weiter verstärken, sodass Bäder dank hoher Ressourceneffizienz über eine positive Ökobilanz verfügen. Sie funktionieren autonom mit einem energieneutralen Kreislauf und sind unabhängige Module für den Hausbau, die nicht mehr zwingend von der öffentlichen Wasser- und Energieversorgung abhängen. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sind ein ernst zu nehmendes Thema in der Gesellschaft und werden in 20 Jahren eine Selbstverständlichkeit im Alltag sein.

Das Zero-Emission-Bad nimmt die Last des schlechten Gewissens bei der Nutzung der Ressourcen von den Menschen. Es erlaubt mehrmaliges Duschen am Tag oder das Vollbad im Whirlpool, ohne dass die Umwelt dadurch belastet würde. Als eigenes kleines Kraftwerk dient das Bad der Wärmerückgewinnung und der Wasseraufbereitung. Ungeklärtes Wasser wird beispielsweise in Methangas umgewandelt und zur Wärmeerzeugung genutzt. Dank Vakuumtoilette gibt es kaum noch Abwasser.

Das Selfness-Bad

Das Selfness-Bad erfüllt den Wunsch von 71 Prozent und damit der großen Mehrheit der Befragten, den Raum zum Entspannen und Wohlfühlen nutzen zu können. Als hypermodernes privates Spa liefert das Bad 2034 zusätzliche Lebensenergie und bringt Körper und Seele in Einklang. Dafür bietet es ein Erlebnis, das dem Besuch eines 3D-Kinofilms gleicht: Mit Sound, Lichtstimmung, Düften aus ätherischen Ölen und einer projizierten Landschaftskulisse nimmt das Bad den Nutzer mit auf eine Erlebnisreise in eine andere Welt.

Das Bad gibt dem Nutzer Bewältigungsstrategien an die Hand, um sich selbst zu helfen und unter anderem dem Burnout vorzubeugen. Der Raum verwandelt sich mit Hilfe digitaler Themenwelten in ein Yoga-Studio oder eine Spa-Lounge und ist mit seinen vielfältigen Funktionen ganz auf den persönlichen Biorhythmus eingestellt. Seine Architektur öffnet sich zum Schlafzimmer, sodass die heilsame Atmosphäre des Selfness-Bads direkt zu einem erholsamen Schlaf führt.

Das Bad im Wandel

So wie die strikt linearen Biografien der Menschen in Zukunft zu Patchwork-Multigrafien werden, lässt sich auch die Zukunft des Bades nicht als geradlinige Entwicklung aktueller Trends vorhersehen. Das tatsächliche Bad der Zukunft wird sich vermutlich als eine Hybridform der unterschiedlichen Badwelten präsentieren. Mit seiner Multifunktionalität passt es zum sich wandelnden Lebensstil in den verschiedenen Lebensabschnitten und zum fließenden Übergang von Wohnen und Arbeiten. |

www.grohe.com

www.villeroy-boch.de

www.zukunftsinstitut.de

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