Job-ManagementBitte etwas mehr FISH!

Nur allzu oft heißt es: »Hotellerie? Nein danke!« Die Zukunftsaufgabe der HR-Abteilungen wird es deshalb sein, die Branche als innovatives Arbeitsumfeld darzustellen, in dem Spielfreude, Dynamik sowie Energie für engagierte und begeisterte Mitarbeiter sorgen.

Im Arbeitsmarkt von heute und morgen ticken die Uhren plötzlich ganz anders, als wir es gewohnt waren: Das Humankapital wird knapp. Was einerseits gut ist für die Gesellschaft – die Entwicklung zur Vollbeschäftigung –, erweist sich für die Wirtschaft als wachsendes Problem. Und für das Gastgewerbe erst recht. Durch zahlreiche Neueröffnungen von Hotels und Restaurants wird dieser Trend zu einem Jobmotor, dem bald der »Treibstoff Mensch« ausgeht. Exzellente, mitarbeiterorientierte Führung wird daher zur Königsdisziplin des Managements im Kampf um die Talente.

Stellen wir uns vor, die Hotellerie mit all ihren harten Arbeitsbedingungen und ihrer bescheidenen Entlohnung wäre der Fischmarkt Pike Place in Seattle. »Igitt!«, sagen Sie? Stimmt, auf den ersten Blick ein unschöner Ort zum Arbeiten. An dieser Stelle wünsche ich mir, dass sich die Spielmacher der Hotellerie die FISH!-Philosophie der Bestsellerautoren Lundin, Paul und Christensen zum Vorbild nehmen.

Deren These: Menschen arbeiten gern in einer Umgebung, die ihnen Spaß und Energie vermittelt und in der sie etwas bewegen können. Am Beispiel der Fischverkäufer auf dem Pike Place Fischmarkt zeigen sie Führungskräften, wie sie Enthusiasmus für den Hotelberuf in sich selbst und ihren Mitarbeitern freisetzen, wie sie ihre Leute bei der Stange halten und sie stolz sein lassen können auf ihre Arbeit. Sie zeigen uns, dass es ganz allein auf die innere Einstellung zu den Dingen ankommt. Dieser Enthusiasmus strahlt übrigens auch eine große Anziehungskraft auf Menschen außerhalb des Gastgewerbes aus. Warum setzen wir ihn nur so selten ein?

Die vergangenen Jahre waren geprägt von raschem Wandel der Wirtschaftswelt. Die soziodemografischen Bedingungen haben sich total verschoben. Wir bewegen uns inzwischen in einem Arbeitnehmermarkt. Und das erfordert einen anderen Umgang mit den knappen Human Resources. Doch in vielen Betrieben fand bislang eine kritische Auseinandersetzung mit der »Führung« nicht statt. Oft wird auch noch nach Gutsherrenart geführt: Der Chef ist der Leitwolf, er hält seine Leute klein und erscheint allein. Wenn er gut drauf ist, geht’s allen gut. Aber wehe, das ist nicht so! Die Folge: Gute Leute nehmen Reißaus, andere ordnen sich unter, führen aus, funktionieren nur nach Vorgaben. Nicht selten klagen diese Chefs darüber, nur von Mitläufern, Jasagern, Checklisten-Abarbeitern umgeben zu sein. Wundert uns das?

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